Über BMW-Cardata lassen sich die Fahrzeugdaten einsehen und verwalten


Über BMW-Cardata lassen sich die Fahrzeugdaten einsehen und verwalten. (Bild: BMW)

Die Autoindustrie will selbst zum Gatekeeper der Fahrzeugdaten werden. Um die Sicherheit der vernetzten Autos zu gewährleisten, stellt BMW nun eine eigene Cloud für externe Dienste bereit.

Der Münchner Autohersteller BMW stellt die Fahrzeugdaten seiner Kunden künftig über seinen eigenen Server für externe Anbieter bereit. „Ein Zugriff auf das Fahrzeug durch Dritte, der die Gefahr von Hacker-Angriffen stark erhöht, wird so verhindert“teilte das Unternehmen mit. Wie es im Angebot heißt, sollen die Kunden mithilfe von Cadata zudem einen transparenten Überblick bekommen, welche Daten übertragen werden und wie sie auf einfache Weise die Datenweiterleitung kontrollieren können.

Der Autokonzern stand in der Vergangenheit wegen des intransparenten Umgangs mit Fahrzeugdaten in der Kritik. Das neue Angebot betrifft nicht nur die BMW-eigene Auswertung von Fahrzeugdaten, sondern deren Ausleitung an andere Anbieter. Diese sind bislang darauf angewiesen, beispielsweise über die OBDII-Schnittstelle selbst die Daten auszulesen und dann mit Hilfe einer eigenen Mobilfunkverbindung abzurufen.

Anfragen von Drittanbietern

Um das neue Cloud-Angebot nutzen zu können, müssen Fahrer den BMW-Dienst Connected-Drive aktivieren. Das soll bereits bei 8,5 Millionen Fahrzeugen möglich sein, die über eine eingebaute SIM-Karte verfügen. Anschließend lässt sich über das Connected-Drive-Portal auf das neue Angebot Cardata zugreifen. Dabei ist es beispielsweise möglich, sich eine Auswertung der vom Fahrzeug an BMW übertragenen Daten erstellen zu lassen.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Datenfreigabe für Drittanbieter zu verwalten. „Um eine Datenfreigabe zu erteilen, abzulehnen oder auch eine bereits erteilte Datenfreigabe zurückzuziehen, genügt ein Mausklick. Damit entscheidet der Kunde allein, welches Unternehmen seine Daten bekommt – oder eben nicht“, heißt es in der Mitteilung. BMW wirbt damit, schon heute im Sinne der EU-Datenschutzverordnung zu handeln, die im Mai 2018 in Kraft treten wird. Bei BMW erhält der Kunde über das Webportal eine Anfrage von einem Drittanbieter, ob er bestimmte Daten bereitstellen möchte. Dies können beispielsweise Werkstätten, Versicherungen oder Flottenmanager sein.

Alles oder nichts

Allerdings hat der Kunde weiterhin keinen Einfluss darauf, welche Daten BMW aus dem Fahrzeug abruft. Hier gilt das Motto: Alles oder nichts. Der Halter kann lediglich die eingebaute SIM-Karte bei einem BMW-Händler komplett deaktivieren lassen. Dann funktionieren weder der Notrufdienst noch die sogenannten Teleservices von BMW.

Das Unternehmen ist damit der erste deutsche Autohersteller, der das vom Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelte Konzept eines neutralen Servers umsetzt. Hierbei sollen die Daten vom Backend der Hersteller über eine ISO-Schnittstelle in einem gemeinsamen Pool bereitgestellt werden, wie der Verband am Donnerstag auf einer Datenschutztagung in Berlin erläuterte. Externe Anbieter wie Versicherungen, Telematik-Dienste oder Zulieferer sollen die Daten dabei direkt von dem neutralen Server abrufen, ohne dass die Nutzung von den Herstellern kontrolliert wird. Dem VDA zufolge wollen auch andere deutsche Hersteller das Konzept umsetzen.

Ausschaltknopf für Datentransfer fehlt immer noch

Verbraucherschützer bemängeln jedoch, dass die Hersteller damit weiterhin die Kontrolle über die Daten behalten. So schlägt der VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) unter anderem vor, die Daten an ein unabhängiges Trustcenter zu übermitteln. Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff forderte in einem am Freitag vorgestellten Papier (PDF) unter anderem, dass Fahrzeugnutzer technische Möglichkeiten benötigen, „um den Zugriff auf einzelne Datenkategorien im Fahrzeug selektiv zu gewähren oder zu entziehen, soweit keine rechtliche Bestimmung entgegensteht“. Zudem sollen sie bereits im Fahrzeug „sämtliche Informationen über die Verarbeitung personenbezogener Daten einsehen können, etwa über das Display des Armaturenbretts“.

Von diesen Empfehlungen ist das Cardata-Angebot noch weit entfernt. Allerdings ermöglicht es zumindest eine größere Transparenz und einen sichereren Zugriff für externe Anbieter. Völlig impraktikabel ist die Notwendigkeit, dass die Datenübertragung beim Händler deaktiviert werden muss. Der Ausschaltknopf für Datentransfers, wie vom ADAC gefordert, lässt weiter auf sich warten.

https://www.golem.de/news/cardata-bmw-ermoeglicht-externen-zugriff-auf-fahrzeugdaten-1706-128188.html

BMW setzt auf das Mietwagen-Startup Skurt


Der BMW-Turm in München. Der bayerische Autobauer engagiert sich mittlerweile auch stark in den USA. (Foto: Sven Hoppe / dpa)

Der deutsche Autobauer BMW beteiligt sich an einem Autolieferdienst namens Skurt. Es ist nicht das erste große Investment des Dax-Konzerns in den USA.

Ob Pizza, das neue Smartphone, den Schrank – fast alles können wir uns heute schon bis an die Haustür liefern lassen. Ein Startup aus den USA will diesen Service nun auch für Autos anbieten. Anders als bei gewöhnlichen Autovermietungen müssen die User nicht zu einem bestimmten Ort kommen, um den Leihwagen abzuholen. Das 2014 in Los Angeles gegründete Unternehmen Skurt bringt sie bis zum Standort des Nutzers.

Bestellen können Interessierte das Auto per Smartphone-App. Binnen 60 Minuten, so verspricht es Skurt, fährt ein Fahrer mit einem Auto vor. Dieser verschwindet, der User kann das Fahrzeug nutzen und wenn er fertig ist, meldet er sich wieder bei dem Unternehmen und das Auto wird von einem Fahrer abgeholt.


Das US-Startup Skurt hat sich den deutschen Autobauer BMW als Unterstützer gesichert. (Screenshot: Skurt)

Der Dienst ist bisher nur in den USA – in Los Angeles, San Diego und Miami – verfügbar. Das Unternehmen will das Angebot aber in den kommenden Monaten in weiteren Märkten ausrollen. Bisher habe das Unternehmen Zehntausende Autos vermietet, heißt es. Je nach Auto zahlen Interessierte 21 bis hin zu 59 US-Dollar am Tag. Die Summe beinhaltet eine freie Anzahl an Kilometern. Vier von fünf Skurt-Usern sind nach Firmenangaben Millennials. Die Autos stammen von Flottenbesitzern – von Herstellern bis hin zu traditionellen Mietwagen-Verleihern.

Mit seiner Idee hat das US-Startup nun auch den deutschen Autobauer BMW überzeugt. In einer Series-A-Runde, die am Dienstag bekannt wurde, sammelte das Jungunternehmen zehn Millionen Dollar ein. Angeführt wurde die Finanzierung vom Investor Upfront Ventures. BMW beteiligte sich im Rahmen eines strategischen Investments an dem Startup.

Skurt konkurriert mit Audi-Startup Silvercar

Für den bayerischen Autokonzern ist es nicht das erste Investment dieser Art. BMW hat sich bereits am Startup Nauto, das auf selbstfahrende Fahrzeuge setzt, am Flottenmanagementunternehmen Ridecell und an der Kollisionserkennungsfirma Zendrive beteiligt. Der Dax-Konzern hat zudem sein Investmentvehikel iVentures 2016 mit 500 Millionen Dollar ausgestattet. Das Geld soll in den kommenden zehn Jahren ebenfalls unter anderem in Beteiligungen fließen.

Mit seinem Investment in Skurt legt sich BMW übrigens indirekt mit dem Konkurrenten Audi an: Der zu Volkswagen gehörende Konzern hat 2016 ein ähnliches Startup finanziert, den On-Demand-Verleiher Silvercar. Bei diesem Unternehmen stammen alle Autos von einem Hersteller – Audi selbst. Ob BMW bei Skurt Ähnliches plant, ist nicht bekannt.

Wenn der Porsche die Tür für den Hacker öffnet – WELT

Ausgeschnitten aus: https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article162215265/Wenn-der-Porsche-die-Tuer-fuer-den-Hacker-oeffnet.html

 

Viele Autos der neuesten Generation, die über Mobilfunk permanent mit dem Internet verbunden sind, erlauben ihren Besitzern den Fahrzeugzugriff per App. Die Besitzer können nachsehen, wo der Wagen steht, können die Tankfüllung prüfen oder die Standheizung starten. Vor allem aber können sie die Autos per Smartphone öffnen.

Oftmals wird der Schlüssel nur noch für den Start des Motors benötigt – die Zentralverriegelung ist über die Online-Anbindung fernbedienbar. Die Hersteller nutzen das für intelligente Projekte wie etwa die Zusammenarbeit mit Paketdiensten – Audi erlaubt Paketzustellern der DHL den Zugriff auf den Kofferraum, um Pakete auszuliefern.

Doch ausgerechnet die Smartphone-Apps, die den Schlüssel der Fahrzeuge diverser Premiumhersteller ersetzen, sind nicht sicher vor Hackern, warnen Forscher des IT-Sicherheitsanbieters Kaspersky. In einer aktuellen Studie untersuchten sie, ob Hacker mit dem Smartphone auch gleich das gekoppelte Auto übernehmen können – und wurden überrascht. Sieben verschiedene Apps von Autoherstellern für das Mobil-Betriebssystem Android erwiesen sich im Test als nicht sicher. Im Extremfall konnten Hacker aus der Ferne die notwendigen Schlüsselcodes zum Öffnen des Fahrzeugs kopieren und auf ein eigenes Android-Gerät übertragen. Kaspersky nennt in seiner Studie keine Namen von Herstellern. Dank unzureichend verschleierter Screenshots wird jedoch sichtbar, dass unter anderen die Apps von Kia, Volvo und Porsche Gegenstand der Analyse waren.

Die Kaspersky-Forscher waren entsetzt, dass die App-Entwickler der Autokonzerne selbst einfache Regeln der Absicherung von Apps auf den Geräten nicht eingehalten hatten. Die Apps waren meist nicht gegen die sogenannte Dekompilierung geschützt. Hacker können den Programmcode also frei einsehen und Schwachstellen suchen. In allen Apps waren – von einer abgesehen – die Login-Daten der Nutzer nicht verschlüsselt abgelegt, so dass Angreifer die Daten einfach kopieren konnten. Fast alle Apps überprüften sich zudem nicht selbst auf Manipulationen. Täter konnten einfach einen eigenen Programmcode einfügen, um mit einer manipulierten Version der Apps auf Fahrzeuge zuzugreifen.

Die Folgen für die Besitzer sind nicht zu unterschätzen. Autoknacker können Fahrzeuge ohne Spuren und ungestört vom Lärm der Alarmanlage öffnen und haben dann Zugriff auf die Fahrzeugelektronik wie etwa Motorsteuergeräte. Versierte Knacker können dann etwa die Wegfahrsperre umgehen oder mit geklauten Diagnosegeräten der Hersteller neue Schlüssel anlernen.

Die Kaspersky-Forscher haben die Autohersteller über ihre Ergebnisse informiert und fordern dazu auf, die Apps besser gegen Manipulationen abzusichern. Insbesondere in der Android-Mobilumgebung sind Angriffe auf Smartphones relativ leicht. Viele Geräte werden nicht regelmäßig mit Updates versorgt, Sicherheitslücken bleiben lange bestehen. Kaspersky verweist die Autohersteller auf die Online-Banking-Apps. Banken und Finanzdienstleister mussten schon vor Jahren lernen, dass Smartphones keine sichere Programmumgebung bieten, und haben ihre Apps mit entsprechenden Programmiertechniken gegen Angreifer auf dem Smartphone gehärtet. „Für Auto-Connect-Apps müssen die selben hohen Sicherheitsstandards gelten“, fordern die Kaspersky-Wissenschaftler.

Die Buchung von Mietwagen soll künftig transparenter und fairer ablaufen

Ausgeschnitten aus: http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/5829-die-buchung-von-mietwagen-soll-kuenftig-transparenter-und-fairer-ablaufen

 

Infolge eines starken Anstiegs der Zahl der Beschwerden im Zusammenhang mit Mietwagen haben die Europäische Kommission und die nationalen Verbraucherschutzbehörden zusammen mit den fünf führenden Autovermietungsfirmen an der Lösung dieser Probleme gearbeitet.

Ein Beispiel aus der Praxis

Peter aus Köln hatte für den Urlaub mit seiner Familie in Nizza ein Auto gemietet. Während seiner Reise fuhr er über einen kleinen Stein und teilte dies der Autovermietung bei seiner Rückkehr mit. Das Auto wies keine erkennbaren Schäden auf. Peter dachte, die Angelegenheit wäre erledigt.

Peter musste jedoch sehr bald feststellen, dass seine Kreditkarte mit über 600 EUR belastet worden war. Er legte umgehend Widerspruch ein. Die Autovermietungsfirma bestand jedoch darauf, dass Peter bezahlen müsse, und erläuterte, dass die Basis-Vermietungsleistung, die er erhalten hatte, Schäden an der Unterseite des Autos nicht einschließe. Diese Information war jedoch nur im „Kleingedruckten“ angegeben. Peter wandte sich an das Europäische Verbraucherzentrum in Deutschland.

Mehr Transparenz bei Mietwagen für Verbraucher

Nach einem intensiven Dialog mit EU-Kommission und europäischen Verbraucherschutzbehörden haben sich die fünf führenden Autovermietungsunternehmen Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt, dazu bereit erklärt, ihre Geschäftspraktiken entsprechend anzupassen. Dank dieses Dialogs mit den nationalen Verbraucherschutzbehörden, den die Europäische Kommission unter der Führung der britischen Wettbewerbs- und Marktbehörde gefördert hat, profitieren die Verbraucher nun von folgenden Bedingungen:

Im angekündigten Gesamtpreis sind alle unvermeidbaren Kosten enthalten. Wenn beispielsweise Winterreifen in einigen Ländern gesetzlich vorgeschrieben sind, müssen diese im angekündigten Gesamtpreis enthalten sein.

Beschreibung der wichtigsten Vermietungsdienstleistungen in verständlicher Sprache. Die Verbraucher erhalten klare Informationen über die wesentlichen Mietkonditionen (im Preis enthaltene Kilometerzahl, Betankungsregeln, Stornierungsmodalitäten, Höhe der etwaigen Kaution usw.).

Die Informationen über zusätzliche Versicherungen sind eindeutig. Die Verbraucher erhalten eine Angabe des Preises und Einzelheiten zu möglichen Extras, insbesondere zu zusätzlichen Versicherungsoptionen, die die Selbstbeteiligung im Schadensfall senken. Was die Versicherung im Grundmietpreis abdeckt und was die etwaigen zusätzlichen Versicherungen abdecken, muss klar angegeben sein, bevor der Verbraucher solche Produkte erwirbt.

Transparente Betankungsregeln. Verbraucher erhalten stets die Möglichkeit, das Fahrzeug mit vollem Tank in Empfang zu nehmen und es vollgetankt zurückzubringen.

Bei Schäden:

Eindeutiges Verfahren für die Kontrolle des Fahrzeugs. Den Verbrauchern werden Gründe und Nachweise für etwaige Schäden vorgelegt, bevor die Zahlung fällig wird.

Faire Verfahren für den Umgang mit Schäden. Der Verbraucher hat vor der Zahlung die Möglichkeit, etwaige Schäden anzufechten.

Die Europäische Kommission und die nationalen Verbraucherschutzbehörden werden den Autovermietungsmarkt weiterhin genau beobachten. Die Kommission wird sich insbesondere auf die Gepflogenheiten anderer Wirtschaftsakteure wie Vermittler und sonstiger Autovermietungsfirmen konzentrieren. Alle Akteure sollten bei den Leistungen und den Kosten dasselbe Maß an Transparenz bieten.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland 

Mega-Deal: Intel beteiligt sich an HERE

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/news/intel-here-auotonome-autos/


Der US-amerikanische Chip-Hersteller Intel beteiligt sich mit einem Anteil von 15% am Dienst HERE. Damit holt das Unternehmen – eine Kooperation von Audi, BMW und Daimler – innerhalb von nur wenigen Tagen erneut einen wichtigen Kooperationspartner für die weitere Entwicklung an Bord. In der vergangenen Woche hatte man verkündet, dass sich mit NavInfo und Tencent zwei strategisch wichtige Partner für den chinesischen Markt bei HERE engagieren werden.

Intel soll bei HERE nicht nur als Investor einsteigen, sondern die weitere Entwicklung der Software-Architektur maßgeblich beeinflussen. Die Plattform für zukünftige autonome Fahrzeuge wird über Kameras und Sensoren die Umgebung eines Fahrzeugs in Echtzeit erfassen und die relevanten Daten an andere Autos und die Cloud übertragen. Dies erfordert nicht nur Rechenleistung, sondern auch eine reibungslose Kommunikation und Standardisierung der Architektur bei allen beteiligten Herstellern.

Ultimatives Ziel ist es, so früh wie möglich jede erdenkliche Verkehrssituation mit allen Parametern zu erkennen oder ggfls. sogar vorherzusagen. Auch Peugeot und Citroën hatten angekündigt, einen Teil ihrer autonomen Testflotte mit der Technologie von HERE zu bestücken.

Mit Intel gewinnt HERE einen mittlerweile sehr umtriebigen Partner. Im vergangenen Jahr hatten die Kalifornier eine Kooperation mit BMW und dem ehemaligen Tesla-Lieferanten Mobileye bekannt gegeben. Die Israelis hatten sich nach einem öffentlich ausgetragenen Streit und vielen gegenseitigen Schuldzuweisungen von Elon Musks Auto-Investment distanziert und angekündigt, keine neuen Kameras bzw. Sensoren für die kommenden Teslas liefern zu wollen.

Intel und BMW kennen sich zudem über die Zusammenarbeit beim DFKI, dem weltweit größten Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Dem Fachbereich wird bei der Technologie eine tragende Rolle zukommen, immerhin müssen die zugrundeliegenden Systeme „intelligente“ Entscheidungsprozesse absolvieren.

 

HERE Maps – HD Live Map für autonome Fahrzeuge

In puncto Hardware scheint sich Intels Engagement bei HERE noch zu beschränken. Der Chiphersteller investiert aber massiv in den Bereich Internet of Things #IoT, der auch bei vollvernetzten Autos eine tragende Rolle spielen wird. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, zusätzliche Dienste für ein Flottenmanagement oder sogenannte Location Based Services bereitzustellen. Auch hieran dürfte Intel enormes Interesse haben.

Der Abschluss der Transaktion der Eigentumsanteile ist für das erste Quartal 2017 geplant, sofern die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen. Über die Höhe des Kaufpreises ist nichts bekannt, rein rechnerisch müsste es sich um einen mittleren dreistelligen Millionebetrag handeln. Doug Davis, Senior Vice President und Leiter der Automated Driving Group (ADG) soll einen Platz im Aufsichtsrat von Here erhalten und die Maßnahmen leiten, die bei Intel den Bereich Autonome Autos betreffen.

Quelle: here.com

Marktübersicht connected car betriebssysteme aus DrWindows

Ausgeschnitten aus: http://www.drwindows.de/content/11641-unsichtbare-dritte-marktueberblick-ueber-connected-car-betriebssysteme.html

Ein Gastbeitrag von Claus Ludewig.
Bevor der eigentliche Beitrag startet, ein paar Anmerkungen zu meiner Person. Von Kindesbeinen an verfolge ich die Entwicklungen der Automobilindustrie und nutze Microsoft-Produkte. Seit dem Start des Windows Insider Programms teste ich Insider-Previews von Windows 10. Mein täglicher Begleiter ist ein Surface. Und natürlich bin ich auch im Dr. Windows-Forum aktiv. Und nun auf geht’s:

Im Jahr 2001 ging ein Aufschrei durch die automobile Welt. Der 7er BMW polarisierte nicht nur mit seinem eigenwilligem Äußeren, sondern auch mit einer neuartigen Bedienlogik im Innenraum: Dem iDrive-System. Über einen im Mitteltunnel zwischen Fahrer und Beifahrer angebrachten Dreh-Drück-Steller konnte man verschiedene Funktionen auf einem Display steuern. Bislang war es üblich, alles über stationäre Tasten zu bedienen, BMW brach mit dieser Gewohnheit. Egal, ob es um den Radiosender, die Klimaanlage oder das nächste Reiseziel geht, alles soll über ein zentrales Bedienelement erreichbar sein.

Die Etablierten
Aktuell weit verbreitet in Sachen Betriebssystem für Navigationssysteme ist QNX. 1982 erblickte das OS für embedded systems unter dem Namen QUNIX das Licht der Welt. Zwei Jahre später wurde es in QNX umbenannt. Im Jahr 2004 kaufte Harman International Industries die Firma samt Software auf. Am 9. April 2010 wird öffentlich bekannt gegeben, dass das kanadische Unternehmen Research in Motion – heute heißt es schlicht BlackBerry – QNX aufkauft.

Die QNX Car Application Platform lief Mitte 2011 in mehr als 20 Millionen Fahrzeugen weltweit. Daneben bildet QNX die Grundlage für das eigene Betriebssystem des Tablet-PCs BlackBerry PlayBook, welches im September 2010 auf den Markt gekommen war. 

Aktuell läuft die QNX Car Platform in mehr als 60 Millionen PKW. Neben dem VW-Konzern setzt auch BMW – mittlerweile – auf die kanadische Software. Ein Grund für die Beliebtheit ist die Flexibilität. Die Benutzeroberfläche kann von den Automobilherstellern angepasst und mit einer eigenen Bedienlogik versehen werden. Je nach Hersteller gibt es die Möglichkeit, das QNX-basierte System via Over-the-Air-Update auf den neuesten Stand zu bringen. 

Verpasst Microsoft wieder einen wichtigen Markt?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir wieder eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Der Redmonder Softwarekonzern hat sein eigenes Betriebssystem Windows Embedded Automotive am 4. Dezember 1998 auf den Markt gebracht. Technische Basis war Windows CE 2.0. Nicht mal zwei Jahre später kam der Nachfolger, der nun Windows CE for Automotive hieß, in die Autos. 

Neu mit dabei waren Apps, wie ein Datei-Explorer. 2002 dann erneut eine neue Version und wieder ein neuer Name: Windows Automotive. Diesmal gab es erstmals Unterstützung für das .NET-Framework.

Als BMW das iDrive-System veröffentlicht, läuft es mit einer Embedded-Variante von Windows. Das war im Jahr 2001. Die erste Version litt jedoch unter der hohen Komplexität der Benutzeroberfläche, die BMW selbst entwickelte, und unter einer schwachen Performance, die dem technischen Unterbau geschuldet war. Denn Windows CE konnte nur mit gemächlicher Hardware arbeiten. Für die zweite iDrive-Generation, die im Jahr 2008 ihr Debüt feierte, wechselte das Münchner Unternehmen zu BlackBerrys QNX-System. Bis heute ist man dabeigeblieben. Und hat nebenbei auch noch eine intuitive UI integriert.

Fiat greift seit 2006 auf die Hilfe von Microsoft zurück. Das Blue&Me-System wurde in Kooperation von Magneti Marelli (Automobilzulieferer, der zum Fiat-Konzern gehört) und Microsoft entwickelt. Der prinzipielle Gedanke ist, dass der Fahrer in Kombination mit einem Bluetooth-gekoppeltem Telefon, via Sprachsteuerung Befehle geben kann, um z.B. Telefonnummern eingeben zu können. Außerdem ist die Blue&Me-Plattform offen für andere Anwendungen, so dass es beispielsweise um eine Navigationssoftware ergänzt wurde. Der italienische Autokonzern hat 2007 mit dem Navigationsgerät Blue&Me Map sogar eine mobile Lösung entwickelt, die man aus dem Auto ausbauen und bei Bedarf wieder in die Halterung stecken kann. Mit den neuen Navigationssystemen in der in 2016 vorgestellten Limousine Giulia, wechselt auch Alfa Romeo von Microsoft zu BlackBerry.

Im Januar 2007 wurde das Ford SYNC-Navigationssystem auf der NAIAS Automesse in New York vorgestellt. Die Basis lieferte Microsoft mit Windows Automotive beziehungsweise Microsoft Auto, wie man das Embedded-Betriebssystem nun nannte. Ford sicherte sich zudem ein Exklusivrecht, das den anderen Automobilkunden von Microsoft verboten hatte, die Benutzeroberfläche von Ford SYNC oder die Ford-Apps zu nutzen. Die Vereinbarung lief Ende 2008 aus. Das Navigations- und Infotainmentsystem basiert immer noch auf Windows CE. Die veraltete Hardware und Abstürze des Systems führten zu massiven Protesten der Kunden und auch die Entwickler bei der Ford Motor Company waren unzufrieden. Daher kehrte man 2014 Microsoft den Rücken und wechselte zu BlackBerrys QNX. Seit Ford SYNC 3 wird nun die kanadische Software verwendet. Diese bietet auch die Möglichkeit, Android Auto oder Apple Carplay zu nutzen. Das Betriebssystem lässt sich via Over-the-Air-Update aktualisieren. Um die Datenmenge nicht über Mobilfunknetzwerke laufen zulassen, läuft das Ford Service Delivery Network über Microsoft Azure-Server ab, die den Datenstrom via Wi-Fi verteilen.

Der vierte Hersteller, der Windows im Auto genutzt hatte, war Kia. Seit 2011 wurden die UVO-System ausgeliefert – in den USA. Dort bekam man allerdings keine Navigationsfunktion. Und seit einiger Zeit nutzt auch Kia, genauso wie die Konzernschwester Hyundai, QNX-basierte Navigationsgeräte.

Microsoft ist also erstmal raus aus dem Markt für Connected Car-Betriebssysteme.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass QNX eine Marktmacht innehat, was Betriebssysteme in Fahrzeugen angeht. Folgende Konzerne/Marken nutzen das BlackBerry-System:

– BMW-Konzern: BMW, MINI, Rolls-Royce
– FCA (Fiat Chrysler Automobile): Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Ferrari, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, RAM Trucks, SRT
– Ford, Lincoln
– GM: Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Holden, Opel, Vauxhall
– Jaguar-Land-Rover
– Kia-Hyundai -> ein eigenes OS für Connected Cars befindet sich in Entwicklung (genannt ccOS) und soll bis 2020 fertig sein
– Mercedes
– Toyota
– VW-Konzern: Audi, Lamborghini, Seat, Skoda, Porsche, VW
– Und ein paar weitere Hersteller

Insgesamt nutzen mehr als 40 OEM-Partner die QNX-Systeme für Navigationsgeräte bzw. für andere Komponenten. Dazu zählen beispielsweise: Steuerungssoftware für Fahrerassistenzsysteme oder auch Software für die Darstellung von digitalen Instrumenten.

Konkurrenz aus der IT-Branche
BlackBerry ist natürlich nicht alleine auf dem Markt der Automobilindustrie. Das US-amerikanische Unternehmen Inrix hat im März OpenCar Inc. aufgekauft. Diese hat eine Navigationslösung entwickelt, die in Modellen von Mazda zum Einsatz kommt. Das Betriebssystem lässt sich via Over-the-air-Update auf den neuesten Stand bringen und bietet den Automobilherstellern die Möglichkeit, eine eigene Benutzeroberfläche zu schreiben, damit das Look-and-Feel des Infotainmentsystems auch zur Marke passt. Inrix Inc. selbst ist seit einigen Jahren als Zulieferer aktiv, denn sie haben die Technologie und den Service für die Echtzeitverkehrsinfo entwickelt. Mit einem Ampelsystem wird auf der Navigationskarte angezeigt, ob der Verkehr flüssig fließt (grüne Farbe), es etwas zäh ist (gelb) oder ein Stau vorhanden ist (rot). Neben den deutschen Premium-Autobauern nutzt beispielsweise auch Volvo die Infos des Unternehmens aus Seattle. Und auch Microsoft setzt bei der eigenen Karten-App auf die Daten von Inrix. 

Daneben ist Google ein Konkurrent auf dem Automotive-Markt. Hierbei werden zwei verschiedene Lösungen angeboten. Zum einen Android Auto. Damit kann man ausgewählte Apps von einem im Fahrzeug angeschlossenen Android-Smartphone auf das Display im Armaturenbrett spiegeln. Allerdings sind nur speziell zugelassene Applikationen verfügbar, kein Vergleich also zum „normalen“ Betrieb des Smartphones. Android Auto wird ausschließlich in Verbindung mit einem Festeinbau-Navigationsgerät verkauft. Es ist also nur eine Ergänzung der eigentlichen Navigationslösung. Zum anderen vertreibt Google Android auch direkt an Automobilhersteller. Honda nutzt das System aus Mountain View.

Die große Unbekannte ist da noch Apple. Aktuell bietet man mit Carplay ein Äquivalent zu Android Auto für iPhone-Nutzer an. Laut Gerüchten wird bei Apple an einer Softwarelösung für Connected Cars gearbeitet.

Der Elektroauto-Spezialist Tesla setzt beim serienmäßigen Touchscreen auf eine eigens angepasste Linux-Version von Ubuntu. Als Hardware werden Prozessoren von Nvidia verbaut.

Doch auch Microsoft ist nicht untätig. Mit Renault-Nissan ist eine Partnerschaft geschlossen worden, so dass Azure-Dienste für den Aufbau und die Betreuung von Dienstleistungen rund um das eigene Fahrzeug genutzt werden. Beispielsweise für Apps, die Informationen liefern, wo das Auto geparkt wurde. Toyota hat ein Joint-Venture angekündigt, um gemeinsam mit Microsoft an Systemen für autonome Fahrzeuge zu arbeiten. Außerdem setzen die Japaner auf Azure-Cloudtechnologie. Mit BMW kooperiert Microsoft ebenfalls und hat den ConnectedDrive-Dienst auf Microsoft Azure aufgebaut. Zusätzlich bietet man eine Office 365-Integration in den BMW Navigationssystemen an. Und im neuen 5er BMW (intern G30 genannt) gibt es sogar ein Hauptmenü in Kacheloptik mit Live-Status (Video). Mercedes offeriert auch eine Integration von Office 365. Dabei werden E-Mails, der Outlook-Kalender und die Kontakte mit dem Fahrzeug synchronisiert. Volvo hat nun (am 28. Dezember) angekündigt, eine Skype for Business-App in seinem Navigationssystem vorzuinstallieren. Microsoft will mit Services seinen Platz hinter dem Lenkrad finden. Der unsichtbare Dritte?!

Was man in Zukunft in Redmond in Sachen Connected Car anstellen könnte, erfahrt Ihr in Teil 2, der demnächst an dieser Stelle folgt

Quellenverzeichnis und weitere Informationen:

DAVIES, JAMIE: Toyota and Microsoft launch connected car initiative.[05.04.2016].

JELICA, ALBERT: Skype for Business zukünftig auf Volvo XC90, V90 & S90 vorinstalliert. [28.12.2016].

MICROSOFT: Renault-Nissan and Microsoft partner to deliver the future of connected driving. [26.09.2016].

MEARIAN, LUCAS: Why Ford is dumping Microsoft for Blackberry’s QNX OS. [26.02.2014].

QNX

RAVI, SANJAY: BMW partners with Microsoft to build a new kind of car intelligence. [01.04.2016].

SHAPIRO, DANNY: City of Angels – NVIDIA-Powered Cars Unveiled at Los Angeles Auto Show. [19.11.2016].

Jetzt kommt auch noch das vernetzte Fahrrad

Ausgeschnitten aus: http://www.cio.de/a/jetzt-kommt-auch-noch-das-vernetzte-fahrrad,3328329

Alle Beteiligten in der Branche glauben, dass Wachstum in der Branche in den nächsten Jahren vor allem von E-Bikes und digital vernetzten Fahrrädern kommen wird.
Foto: ZEG Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG

Autos sind vernetzt, Traktoren und Lkw ebenso – nur das zahlenmäßig häufigste Verkehrmittel in Deutschland ist bislang von der Digitalisierung weitgehend ausgenommen: das Fahrrad. Doch das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Erste Hersteller der gehobenen Preisklasse bieten bereits „smarte“ Räder an, die Einführung auf dem Markt für breitere Käuferschichten soll bald folgen.

„Wir arbeiten an der Entwicklung eines Connected Bike“, sagt Georg Honkomp, Chef der Einkaufsgemeinschaft ZEG. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss von knapp 1000 Fahrradhändlern und lässt die weit verbreiteten Marken Pegasus und Bulls produzieren. „Ich denke, dass wir das im nächsten Jahr einführen können, den Durchbruch erwarte ich in zwei bis drei Jahren.“

Die denkbaren Funktionen digital vernetzter Fahrräder sind vielfältig, vom Navi bis zum über Sensor gesteuerten Bremslicht. Die Ingenieure und Entwickler der Branche haben vor allem dreierlei im Blick: Sicherheit, Leistungsmessung und Gesundheitsdaten, sowie den Service. So bietet der kleine niederländische Edelhersteller Vanmoof digitale Diebstahlsicherung: Im Rahmen ist ein GPS-Chip eingebaut, mit dessen Hilfe das Fahrrad jederzeit geortet werden kann, das Schloss lässt sich per Handy elektronisch verriegeln.

„Das erlaubt es dem Kunden, ein besseres Rad zu fahren, ohne Angst zu haben, dass es gestohlen wird“, sagt Marketingdirektor Dave Shoemack. Und hilfreich sei die GPS-Ortung auch für den zerstreuten Radbesitzer, der routinemäßig vergisst, wo er sein Zweirad abgestellt hat, meint der neuseeländische Manager. Ein technisches Problem ist die Stromversorgung. „Man braucht entweder ein E-Bike oder einen ausreichend starken Dynamo, um den Energiebedarf von Bluetooth, GPS etc. zu decken“, sagt Shoemack.

Die ZEG nimmt bessere Wartung und Kundendienst ins Visier: Ein digitales Rad könne „beispielsweise den Service verständigen, wenn die Bremsen verschlissen sind“, sagt Vorstandschef Honkomp. „Es kann auch nach einem Sturz automatisch einen Notruf absetzen.“

Und da viele Freizeitsportler inzwischen per Handy, Fitness Tracker oder Smart Watch eine ebenso intensive Selbstbeobachtung betreiben wie Profis, sollen digital vernetzte E-Bikes auch die Leistungsdaten des Körpers messen können: „Ich denke, dass die Motorenhersteller diese Funktionen deutlich erweitern werden“, sagt Honkomp.

Und abgesehen davon kann ein digitales Fahrrad für den radelnden Geschäftsmann die gleichen Funktionen übernehmen wie eine Smart Watch: „Das Rad sagt Dir, wann Du zum nächsten Termin musst“, sagt Shoemack.

Das traditionelle analoge Fahrrad ist zwar nicht das meist genutzte, aber nach wie vor das am weitesten verbreitete Verkehrsmittel in Deutschland: Die 82 Millionen Einwohner der Bundesrepublik besitzen etwa 72 Millionen Fahrräder, schätzt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Für E-Bikes werde bis 2025 ein Marktanteil von 30 Prozent prognostiziert, sagt ZIV-Sprecher David Eisenberger.

Am Fahrrad hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts technisch deutlich weniger verändert als bei Autos: Ein modernes Stadtrad ist seinen Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Vorgängern weit ähnlicher als ein neuer Mercedes dem von Carl Benz gebauten Patent-Motorwagen des Jahres 1885.

E-Bike und Digitalisierung bedeuten nun einen starken Innovationsschub. „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft jedes zweite Rad im Erwachsenenbereich ein E-Bike sein wird“, sagt ZEG-Chef Honkomp. Lange Jahre waren E-Bikes hauptsächlich ein Produkt für die ältere Generation – ein typischer Repräsentant der ersten Generation E-Bike ist CSU-Chef Horst Seehofer, Jahrgang 1949.

Doch das ändert sich: „Seit zwei Jahren haben wir eine starke Verschiebung hin zu jüngeren Käufern – zum Beispiel junge Mütter, die ihr Kind im Anhänger zum Kindergarten fahren“, sagt Honkomp. Es gebe auch viele Menschen, die nicht viel Zeit für sportliches Training hätten. „Aber sie fahren trotzdem gerne auf einen Berg zur Almhütte und kaufen sich dann ein Mountain-E-Bike.“

Die sportlichen E-Bikes bringen den Altersschnitt der Käufer deutlich nach unten. „Derzeit liegt das Durchschnittsalter der E-Bike-Käufer zwischen 40 und 45, vor fünf Jahren lag das noch zwischen 60 und 65. Die Zielgruppe wird größer“, sagt der ZEG-Chef.

Doch dass das traditionelle Fahrrad verschwinden wird, glaubt Honkomp nicht. „Solange Kinder geboren werden, wird auch Rad gefahren. Das Fahrrad ist für viele Kinder und Jugendliche die erste eigene, persönliche Mobilitätsmöglichkeit. Daher wird das Fahrrad seinen Stellenwert auch weiterhin behalten“, meint der ZEG-Chef. (dpa/rs)

Der japanische Autobauer Toyota gründet eine neue Plattform für Mobilitätsdienste, die Flottenmanagement, Autoleasing, Car-Sharing und Versicherungen zusammenbringt.Kommentare

Ausgeschnitten aus: http://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/toyota-vereinfacht-car-sharing-private-autovermietung-leicht-gemacht-ld.132569

von Herbie Schmidt 5.12.2016, 09:32 Uhr

Wäre es nicht so kompliziert, liesse sich das Privatauto doch auch von anderen nützen, anstatt nur herumzustehen. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Es tönt wie eine gute Idee: Während der Arbeitszeit steht das Auto meist auf dem Parkplatz und könnte von anderen genützt werden. Warum nicht den eigenen Wagen für diese Zeit anderen Autofahrern vermieten? Bisher scheiterte die bessere Nutzung des Fahrzeugs an praktischen Dingen wie Schlüsselübergabe, Versicherung und Papierkrieg. 

Nahfeldkommunikation

Toyota bereitet nun eine mögliche Lösung des Problems vor. Dank einer Smartphone-App und einer sogenannten Smart Key Box soll alles einfacher werden. Die Box wird im Auto placiert und ersetzt den Autoschlüssel. Per App werden die Fahrzeugtüren geöffnet und der Wagen gestartet. An solchen Zugangssystemen arbeiten auch andere Hersteller wie Volvo und Mercedes, nicht zuletzt auch an der diebstahlsicheren Verschlüsselung der Übertragungsdaten.

Die Smart Key Box von Toyota erlaubt den Zutritt und Betrieb des Autos per Smartphone-App und Nahfeldkommunikation. (Bild: PD)

Die Versicherung für die Fahrt wird ebenfalls über die App abgewickelt, der Eigentümer muss sich keine Gedanken zu Selbstbehalten und Verantwortlichkeiten machen. Dies ist ein erster Schritt in Richtung Autoversicherung nach dem «Pay per Drive»-Prinzip, das sich in den kommenden Jahren immer stärker entwickeln dürfte. 

Zudem arbeitet Toyota an einem neuen Finanzierungsmodell, mit dem beispielsweise ein Autobesitzer, der seinen Wagen geleast hat, die per Car-Sharing erzielten Einnahmen an die monatliche Leasingrate anrechnen lassen kann. 

Pilotphase beginnt in Kalifornien

Mit dem neuen System, das Toyota in einem Pilotprojekt mit dem US-Unternehmen Getaround ab Januar 2017 in San Francisco ausprobiert, sollen laut Hersteller die Zahl der «geteilten» Fahrzeuge erhöht und die Bevölkerung auf das Thema Car-Sharing und moderne Mobilitätsdienstleistungen eingestimmt werden.

Die Kehrseite der disruptiven Medaille: Professionelle Anbieter bekommen unliebsame Konkurrenz. Autovermietungsfirmen dürften über das Toyota Car-Sharing ähnlich denken wie Taxiunternehmer über Privatlösungen à la Uber.

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Neue Volkswagen-Marke VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen

Ausgeschnitten aus: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/neue-volkswagen-marke-vw-will-aus-moia-ein-einhorn-machen/14934318.html

:LondonVolkswagen gehört in der internationalen Auto-Szene nicht gerade zu den Trendsettern. Andere Hersteller hatten längst viele Kunden für Minivans oder Geländewagen begeistert, ohne dass man bei VW ein vergleichbares Angebot fand. Um so spektakulärer fielen dann die Erfolge mit Modellen wie dem VW Touran aus, als Volkswagen Jahre später endlich auf den Trend reagierte. Auch bei modernen Mobilitätsdienstleistungen will Volkswagen nun den Markt von hinten aufrollen.

Auf der Technologiekonferenz „TechCrunch Disrupt“ präsentierte Volkswagen nun die 13. Konzerntochter, die langfristig weltweit zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister gehören soll. „Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten“, erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann.“

Im ersten Jahr geht es zunächst darum, die Firma aufzubauen. Derzeit arbeiten 50 Beschäftigte für Moia, Ende 2017 sollen es rund 200 sein. Bei der Suche nach den Entwicklern, die die Mobilitätslösungen der Zukunft programmieren sollen, setzt Moia-Chef Ole Harms nicht unbedingt auf die Begeisterung für Autos, sondern auf höhere Ziele. „Wir suchen Wege, das Leben insbesondere in den Städten besser zu machen. Unsere Lösungen werden einen positiven Effekt auf die Umwelt haben und Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.“

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia „Pooling“. Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.

Nie mehr durch das überfüllte Kaufhaus?

Wenn es bei der Zustellung schnell und günstig zugehen soll, stehen die Transportunternehmen oft vor logistischen Herausforderungen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, wie die Pakete künftig zum Kunden kommen. 

Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.

Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft

Als eine Art Blaupause für die Kooperation mit den Behörden dient dabei die „strategische Mobilitätspartnerschaft“, die Volkswagen und die Hansestadt Hamburg vereinbart haben. Ziel sei es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Mobilität in der Stadt umweltschonender, sicherer und effizienter zu gestalten, heißt es in der Grundsatzvereinbarung, die im vergangenen Sommer von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und VW-Vorstandschef Müller unterzeichnet wurde.

Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt zeigt aber auch, wie beschwerlich der Weg in die Mobilitätszukunft sein kann. Beim grünen Koalitionspartner von Scholz stieß die Vereinbarung auf wenig Beifall. In dem Memorandum stehe „nichts, was wirklich wirksam in Richtung Lärm- und Luftschadstoff-Reduzierung gehen würde“, hieß es aus der Behörde von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Ob es der Volkswagen-Tochter Moia gelingen wird, solche Vorbehalte von Umweltschützern und Städteplanern auszuräumen, muss sich noch zeigen. Auf der „TechCrunch“-Konferenz in London jedenfalls wurde Moia-Chef Harms ständig nach den Folgen des Diesel-Skandals gefragt und „ob man diesen Typen, die bei den Tests betrogen haben, überhaupt trauen kann“. „Wir werden uns das Vertrauen mit unseren Diensten verdienen müssen“, entgegnet Harms. Dabei spiele auch die Qualität der Dienste und die Sicherheit der Fahrzeuge eine wichtig Rolle.

Mit Argusaugen wird auch das Taxi-Gewerbe die Aktivitäten von Moia betrachten. Doch auch hier setzt Moia eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation. „Die Taxi-Unternehmen haben längst den Veränderungsbedarf selbst erkennt“, sagt Harms. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass menschliche Fahrer noch für eine lange Zeit gebraucht werden und nicht schon in den kommenden Jahren von autonom fahrenden Vehikeln abgelöst werden. „Die Fahrer nehmen eine Schlüsselposition bei der Qualität der Dienste ein.“

Vodafone und Daimler machen das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel

Ausgeschnitten aus: http://stadt-bremerhaven.de/vodafone-und-daimler-machen-das-smartphone-zum-fahrzeugschluessel/?

Der digitale Autoschlüssel ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bei Vodafone bereits Realität. Per Smartphone ein Fahrzeug öffnen oder starten ist auf diese Weise möglich. Leider noch etwas eingeschränkt, Vodafone macht diese Funktion erst einmal für Besitzer einer neuen E-Klasse möglich. Durch eine Zusammenarbeit von Vodafone und der Daimler AG werden die Schlüsseldaten auf eine NFC-SIM von Vodafone übertragen, sodass im Anschluss öffnen, starten und schließen des Fahrzeugs möglich ist. Gespeichert werden die Informationen auf dem Secure Element der NFC-SIM, sie sind so nicht ohne weiteres für andere auslesbar.


Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, muss dafür die Wallet-App von Vodafone installieren. Diese bietet auch gleich noch weitere Vorteile, so kann man beispielsweise an vielen Kassenterminals kontaktlos bezahlen. Voraussetzung ist zudem ein unterstütztes Smartphone und die Aktivierung des Dienstes im „Mercedes me“-Portal. Die Funktion kann auch jederzeit via App oder Portal wieder deaktiviert werden. Einmal eingerichtet, funktioniert die Geschichte auch ohne Internetverbindung.

Sollten wir zufällig E-Klasse fahrende Vodafone-Nutzer unter den Lesern haben, die das auch einmal ausprobieren, gerne in die Kommentare damit. Ich kann den Vorteil aus der theoretischen Beschreibung des Ganzen nicht so ganz herauslesen. Lässt man den Fahrzeugschlüssel dann komplett zu Hause?