Jetzt kommt auch noch das vernetzte Fahrrad

Ausgeschnitten aus: http://www.cio.de/a/jetzt-kommt-auch-noch-das-vernetzte-fahrrad,3328329

Alle Beteiligten in der Branche glauben, dass Wachstum in der Branche in den nächsten Jahren vor allem von E-Bikes und digital vernetzten Fahrrädern kommen wird.
Foto: ZEG Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG

Autos sind vernetzt, Traktoren und Lkw ebenso – nur das zahlenmäßig häufigste Verkehrmittel in Deutschland ist bislang von der Digitalisierung weitgehend ausgenommen: das Fahrrad. Doch das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Erste Hersteller der gehobenen Preisklasse bieten bereits „smarte“ Räder an, die Einführung auf dem Markt für breitere Käuferschichten soll bald folgen.

„Wir arbeiten an der Entwicklung eines Connected Bike“, sagt Georg Honkomp, Chef der Einkaufsgemeinschaft ZEG. Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss von knapp 1000 Fahrradhändlern und lässt die weit verbreiteten Marken Pegasus und Bulls produzieren. „Ich denke, dass wir das im nächsten Jahr einführen können, den Durchbruch erwarte ich in zwei bis drei Jahren.“

Die denkbaren Funktionen digital vernetzter Fahrräder sind vielfältig, vom Navi bis zum über Sensor gesteuerten Bremslicht. Die Ingenieure und Entwickler der Branche haben vor allem dreierlei im Blick: Sicherheit, Leistungsmessung und Gesundheitsdaten, sowie den Service. So bietet der kleine niederländische Edelhersteller Vanmoof digitale Diebstahlsicherung: Im Rahmen ist ein GPS-Chip eingebaut, mit dessen Hilfe das Fahrrad jederzeit geortet werden kann, das Schloss lässt sich per Handy elektronisch verriegeln.

„Das erlaubt es dem Kunden, ein besseres Rad zu fahren, ohne Angst zu haben, dass es gestohlen wird“, sagt Marketingdirektor Dave Shoemack. Und hilfreich sei die GPS-Ortung auch für den zerstreuten Radbesitzer, der routinemäßig vergisst, wo er sein Zweirad abgestellt hat, meint der neuseeländische Manager. Ein technisches Problem ist die Stromversorgung. „Man braucht entweder ein E-Bike oder einen ausreichend starken Dynamo, um den Energiebedarf von Bluetooth, GPS etc. zu decken“, sagt Shoemack.

Die ZEG nimmt bessere Wartung und Kundendienst ins Visier: Ein digitales Rad könne „beispielsweise den Service verständigen, wenn die Bremsen verschlissen sind“, sagt Vorstandschef Honkomp. „Es kann auch nach einem Sturz automatisch einen Notruf absetzen.“

Und da viele Freizeitsportler inzwischen per Handy, Fitness Tracker oder Smart Watch eine ebenso intensive Selbstbeobachtung betreiben wie Profis, sollen digital vernetzte E-Bikes auch die Leistungsdaten des Körpers messen können: „Ich denke, dass die Motorenhersteller diese Funktionen deutlich erweitern werden“, sagt Honkomp.

Und abgesehen davon kann ein digitales Fahrrad für den radelnden Geschäftsmann die gleichen Funktionen übernehmen wie eine Smart Watch: „Das Rad sagt Dir, wann Du zum nächsten Termin musst“, sagt Shoemack.

Das traditionelle analoge Fahrrad ist zwar nicht das meist genutzte, aber nach wie vor das am weitesten verbreitete Verkehrsmittel in Deutschland: Die 82 Millionen Einwohner der Bundesrepublik besitzen etwa 72 Millionen Fahrräder, schätzt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Für E-Bikes werde bis 2025 ein Marktanteil von 30 Prozent prognostiziert, sagt ZIV-Sprecher David Eisenberger.

Am Fahrrad hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts technisch deutlich weniger verändert als bei Autos: Ein modernes Stadtrad ist seinen Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Vorgängern weit ähnlicher als ein neuer Mercedes dem von Carl Benz gebauten Patent-Motorwagen des Jahres 1885.

E-Bike und Digitalisierung bedeuten nun einen starken Innovationsschub. „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft jedes zweite Rad im Erwachsenenbereich ein E-Bike sein wird“, sagt ZEG-Chef Honkomp. Lange Jahre waren E-Bikes hauptsächlich ein Produkt für die ältere Generation – ein typischer Repräsentant der ersten Generation E-Bike ist CSU-Chef Horst Seehofer, Jahrgang 1949.

Doch das ändert sich: „Seit zwei Jahren haben wir eine starke Verschiebung hin zu jüngeren Käufern – zum Beispiel junge Mütter, die ihr Kind im Anhänger zum Kindergarten fahren“, sagt Honkomp. Es gebe auch viele Menschen, die nicht viel Zeit für sportliches Training hätten. „Aber sie fahren trotzdem gerne auf einen Berg zur Almhütte und kaufen sich dann ein Mountain-E-Bike.“

Die sportlichen E-Bikes bringen den Altersschnitt der Käufer deutlich nach unten. „Derzeit liegt das Durchschnittsalter der E-Bike-Käufer zwischen 40 und 45, vor fünf Jahren lag das noch zwischen 60 und 65. Die Zielgruppe wird größer“, sagt der ZEG-Chef.

Doch dass das traditionelle Fahrrad verschwinden wird, glaubt Honkomp nicht. „Solange Kinder geboren werden, wird auch Rad gefahren. Das Fahrrad ist für viele Kinder und Jugendliche die erste eigene, persönliche Mobilitätsmöglichkeit. Daher wird das Fahrrad seinen Stellenwert auch weiterhin behalten“, meint der ZEG-Chef. (dpa/rs)

Advertisements

Der japanische Autobauer Toyota gründet eine neue Plattform für Mobilitätsdienste, die Flottenmanagement, Autoleasing, Car-Sharing und Versicherungen zusammenbringt.Kommentare

Ausgeschnitten aus: http://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/toyota-vereinfacht-car-sharing-private-autovermietung-leicht-gemacht-ld.132569

von Herbie Schmidt 5.12.2016, 09:32 Uhr

Wäre es nicht so kompliziert, liesse sich das Privatauto doch auch von anderen nützen, anstatt nur herumzustehen. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Es tönt wie eine gute Idee: Während der Arbeitszeit steht das Auto meist auf dem Parkplatz und könnte von anderen genützt werden. Warum nicht den eigenen Wagen für diese Zeit anderen Autofahrern vermieten? Bisher scheiterte die bessere Nutzung des Fahrzeugs an praktischen Dingen wie Schlüsselübergabe, Versicherung und Papierkrieg. 

Nahfeldkommunikation

Toyota bereitet nun eine mögliche Lösung des Problems vor. Dank einer Smartphone-App und einer sogenannten Smart Key Box soll alles einfacher werden. Die Box wird im Auto placiert und ersetzt den Autoschlüssel. Per App werden die Fahrzeugtüren geöffnet und der Wagen gestartet. An solchen Zugangssystemen arbeiten auch andere Hersteller wie Volvo und Mercedes, nicht zuletzt auch an der diebstahlsicheren Verschlüsselung der Übertragungsdaten.

Die Smart Key Box von Toyota erlaubt den Zutritt und Betrieb des Autos per Smartphone-App und Nahfeldkommunikation. (Bild: PD)

Die Versicherung für die Fahrt wird ebenfalls über die App abgewickelt, der Eigentümer muss sich keine Gedanken zu Selbstbehalten und Verantwortlichkeiten machen. Dies ist ein erster Schritt in Richtung Autoversicherung nach dem «Pay per Drive»-Prinzip, das sich in den kommenden Jahren immer stärker entwickeln dürfte. 

Zudem arbeitet Toyota an einem neuen Finanzierungsmodell, mit dem beispielsweise ein Autobesitzer, der seinen Wagen geleast hat, die per Car-Sharing erzielten Einnahmen an die monatliche Leasingrate anrechnen lassen kann. 

Pilotphase beginnt in Kalifornien

Mit dem neuen System, das Toyota in einem Pilotprojekt mit dem US-Unternehmen Getaround ab Januar 2017 in San Francisco ausprobiert, sollen laut Hersteller die Zahl der «geteilten» Fahrzeuge erhöht und die Bevölkerung auf das Thema Car-Sharing und moderne Mobilitätsdienstleistungen eingestimmt werden.

Die Kehrseite der disruptiven Medaille: Professionelle Anbieter bekommen unliebsame Konkurrenz. Autovermietungsfirmen dürften über das Toyota Car-Sharing ähnlich denken wie Taxiunternehmer über Privatlösungen à la Uber.

Sie können Redaktor Herbie Schmidt auf TwitterLinkedin und Xing folgen.



 



 



 

Carsharing in Bildern – aus Handelsblatt

Mieten statt Kaufen liegt im Trend.



Autovermieter machen weltweit Milliardenumsätze mit Vermietung, Carsharing und Leasing. Doch im ersten Halbjahr 2016 kämpften viele Branchengrößen mit Problemen. Woran liegt das?

Von Claudia Wiggenbröker, boerse.ARD.de

In der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. Vor allem die US-Autovermieter Hertz und Avis Budget liefern sich
einen intensiven Preiskampf. Der soll ein Grund dafür gewesen sein, dass Avis im ersten Halbjahr 2016 einen Nettoverlust von 15 Millionen Dollar hinnehmen musste, Hertz ein Minus von 93 Millionen Dollar. Dagegen meldete der Sixt-Konzern, Marktführer in Deutschland, am Morgen einen Halbjahresüberschuss von knapp 57 Millionen Euro.

Trotz der Probleme einiger großer Konzerne auf dem umkämpften Markt drängen kleinere Unternehmen in den Markt: Startups wie Tamyca vermitteln Autos zwischen Privatleuten. Ein weiteres Beispiel ist der branchenfremde Gas-Riese Linde, der seit Juni eine wasserstoffbetriebene Carsharing-Flotte unterhält.

Vermietung: Das gewisse Etwas

Mietwagen sind gefragt. Weltweit summieren sich die Umsätze der Branchen laut Schätzungen inzwischen auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Etwa die Hälfte davon entfällt auf den mit Abstand größten Markt, die USA. Aber auch in Deutschland sind Mietwagen längst ein Milliardengeschäft. Die Autovermieter wachsen dabei kräftig – auch durch Zukäufe – und sie setzen auf starke internationale Präsenz in vielen Ländern. Denn die Unternehmen wollen dort vor Ort sein, wo die Kunden auf Geschäftsreise gehen oder Urlaub machen, also für einige Tage oder wenige Wochen einen Wagen brauchen. Doch die Übernahme von kleineren, lokalen Autovermietern und der Ausbau der Flotte gehen ins Geld.

Die Vermietung von Ferien-Karossen läuft dafür gut: Die Anbieter bilden Kooperationen mit Hotels und Ferienparks und bauen die Präsenz an umsatzträchtigen Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen aus. Unterm Strich sind die Anbieter damit aber auch stark abhängig vom Tourismus, der wiederum angesichts des Terrors und globaler Spannungen unter Druck steht.

Die deutsche Vertretung von Hertz erklärt, dass ihre Autos nicht nur in den Ferienzeiten gefragt sind, sondern auch am Wochenende. Allerdings: Hier wollen die  Kunden nicht irgendein Auto – sie wollen Luxus. „Besonders im Trend liegen derzeit SUVs“, erklärt das Unternehmen. Man habe daher reagiert und die Auswahl in der Flotte ausgebaut. Der deutsche Marktfürher Sixt bestätigt: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass hochwertig ausgestattete Fahrzeuge renommierter Marken gezielt nachgefragt werden.“ Premium-Wagen gehören beim US-Anbieter Avis ebenso zur Strategie.

Für eine andere Zielgruppe spielt dagegen die Umwelt eine wichtige Rolle: Für emissionsbewusste Kunden bieten die Anbieter oftmals Elektroautos an. Wer nicht selbst fahren will, wird ebenfalls bedient: Exklusive Fahrten mit Limousinen und Chauffeur werden beliebter.

Carsharing: Jetzt ein Auto

Als Statussymbol hat das Auto ausgedient – besonders junge Leute zeigen sich heute lieber mit dem neuesten Smartphone. „Das Mobilitätsbedürfnis in der Gesellschaft wandelt sich. Und stellt nicht mehr den Besitz eines Fahrzeugs, sondern die tatsächliche bedarfsgerechte Mobilitätsnutzung in den Vordergrund“, so der bayerische Autovermieter Sixt in seinem aktuellen Geschäftsbericht. Die Leute wollen also kein Auto für den Fall besitzen, dass sie eines brauchen, sondern sie wollen ein Auto haben, wenn sie es brauchen. Dank gut ausgebautem öffentlichen Verkehr gilt das vor allem für Einwohner von Großstädten.

Ein Trend, auf den die klassischen Anbieter reagieren mussten. In den Metropolen bieten sie daher Carsharing an.
Im Gegensatz zur klassischen Vermietung werden Autos den Kunden hier kurzzeitig überlassen – sogar minutenweise. Statt den Wagen zu einer festen Mietstation zurückzubringen, parkt man auf ausgewiesenen Parkplätzen oder frei im Stadtgebiet, sofern man einen Parkplatz findet.


 

Carsharing mit Car2go: „Die Leute wollen kein Auto besitzen, falls sie es brauchen – sondern ein Auto haben, wenn sie es brauchen.“

Zu den bekanntesten Carsharing-Anbietern gehört Car2go. Hinter dem Unternehmen stecken der deutsche Autobauer Daimler und der französische Autovermieter Europcar. Auch der deutsche Marktführer Sixt bietet – zusammen mit BMW – Carsharing an: DriveNow heißt das gemeinsame Unternehmen. Das Angebot wird angenommen, die Zahl der registrierten Nutzer stieg 2015 um die Hälfte. Branchenriese Hertz ist mit seinem Anbieter 24/7 dagegen in erster Linie mit Kleintransportern beim Möbelhaus Ikea aktiv. Der Konkurrent Avis Budget betreibt den Dienst Zipcar und sieht deutliches Potenzial für die Marke.

Die Autovermieter kooperieren zudem mit Nahverkehrsbetrieben: So kann man als Kunde der Münchener Verkehrsgesellschaft von Sonderkonditionen bei car2go und DriveNow profitieren. Beide sind auch bei der App switchh des Hamburger Verkehrsunternehmens Hochbahn vertreten. Sie zeigt an, welches Fortbewegungsmittel man am besten wählt, um ans Ziel zu kommen – die entliehenen Autos konkurrieren hier mit Bahn und Fähre.

Leasing: Im Wandel

In ihrem Leasinggeschäft stellen Autovermieter die komplette Fahrzeugflotte für Unternehmen. Sie bieten oftmals auch den Service, den hauseigenen Fuhrpark der Kunden in Schuss zu halten. Der Trend geht allerdings zu maßgeschneiderten und flexiblen Angeboten: „Bei Firmenkunden stehen Angebote zur Langzeitmiete als Alternative zum Fahrzeugleasing hoch im Kurs“, erklärt Hertz Deutschland. Auch gewerbliches Carsharing sei beliebt: Mitarbeiter eines Unternehmens haben keinen eigenen Dienstwagen mehr, sondern nutzen einen Wagen gemeinsam. Das sei mittlerweile eine beliebte Alternative zum eigenen Fuhrpark, so Hertz.

Doch nicht nur diese Trends stellen die Anbieter vor Herausforderungen. Die Vernetzung ihrer einzelnen Dienste wird immer wichtiger: Per Technologie soll für den Kunden die beste Lösung aus Mieten, Carsharing und Leasing gefunden werden.

Die Branche lässt sich also einiges einfallen, um den gesellschaftlichen und digitalen Wandel zu meistern. Das Rennen um die mobile Zukunft hat begonnen.

Ausgeschnitten aus: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/autovermietung-101.html

BMW und Sixt – Verlöschende Liebe – Wirtschaft – Süddeutsche.de

Beim Marktführer Drivenow arbeiten BMW und der Autovermieter Erich Sixt zusammen. 

 

Der Autobauer und die Leihwagenfirma waren mal dicke Freunde. Aber die neue Mobilität verändert das Verhältnis der beiden.  

Es war an einem Sommerabend im Jahr 2011: Im repräsentativen BMW Pavillon am Lenbachplatz in München hatten der Autohersteller und der Autovermieter Sixt zur Party geladen. Der Anlass war die Geburt ihrer gemeinsamen Carsharing-Tochter Drivenow. Teilnehmern blieb die bunte Show zwischen den üppig motorisierten Exponaten vor allem in Erinnerung, weil man sich einen Elektronik-Chip auf den Plastik-Führerschein kleben lassen konnte, der damit zur Eintrittskarte in die neue Welt des Autoteilens wurde. Damals ein absolutes Muss. Den Chip fanden Polizisten und Politessen zunächst eher merkwürdig, und inzwischen wurde er abgelöst durch eine vergleichsweise banale Kundenkarte, die ungefähr so sexy aussieht wie die Kreditkarte der Raiffeisenbank Straubing. 

Was nicht alle an diesem feuchtfröhlichen Abend im BMW-Pavillon ahnten: Sie waren Augenzeuge nicht nur der Geburt einer Firma, sondern auch eines disruptiven Geschäftsmodells, lange bevor dieser Begriff weltweit in Mode kam. Disruptiv ist ein Geschäftsmodell, wenn es alles Vorhandene infrage stellt, wenn es nicht reformieren, sondern revolutionieren will – so wie der Fahrdienst Uber, bei dem die Fahrer ihre Privatautos nutzen, das Taxi-Gewerbe angreift. 

 

Nun also stellte ein Autobauer nicht nur Fahrzeuge her, sondern ermöglichte deren minutenweise Nutzung auch Menschen, die sich den Kauf der kostbaren Premium-Modelle nicht leisten können. Und der Autovermieter Sixt machte gemeinsame Sache mit einem Produzenten, mit dem er bis dato um hohe Rabatte für Neuwagen und möglichst günstige Konditionen ein paar Monate später bei deren Entsorgung aus der Sixt-Flotte gefeilscht hatte. 

Mobilitätsdienstleister, das wollten sie nun beide sein: der im Weltmaßstab mittelgroße Autohersteller und Deutschlands größter Fahrzeugvermieter. Anfangs arbeiteten sie eng zusammen, später zeigte es sich, dass die Überlappung der Geschäftsfelder aus den Partnern auch Konkurrenten macht. So war der nicht sonderlich erfolgreiche Versuch von BMW, Elektromobile in Kalifornien zu verleihen, noch in die Homepage von Drivenow integriert. Man konnte also schon mal im Café an der Münchner Leopoldstraße ein Auto für die Spritztour über die Market Street in San Francisco reservieren – was vor allem Lacher auslöste. 

Womit BMW in Kalifornien scheiterte, das soll nun in Seattle gelingen. In der US-Metropole startete der Autokonzern nach dem Vorbild von Drivenow im April mit zunächst 370 Fahrzeugen der Marken BMW und Mini das Unternehmen „Reachnow“. Die Homepage sieht aus wie die von Drivenow, das Projekt findet aber ohne Sixt statt, obwohl der gerade die USA mit eigenen Vermietstationen überzieht. BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer gerät ins Schwärmen, wenn er ausmalt, was er dort alles in den nächsten drei bis fünf Jahren, also bis zu seiner Pensionierung, noch alles schaffen will: Carsharing mit eigenen Autos, die gebracht und abgeholt werden, am besten noch ein Fahrerservice besser als Uber, nichts scheint unmöglich. 

Drivenow, also die Partnerschaft von BMW und Sixt, wird nun zu einer rein europäischen Veranstaltung. Hier muss man sich sein Auto derzeit noch selber suchen und abholen; Chauffeur-Dienste bietet Sixt schließlich selber an. Und es gibt auch eine Höchstmietdauer von 48 Stunden beim Carsharing; schließlich betreibt Sixt ja auch noch eine Autovermietung für den tagelangen Bedarf. 

 

Die Begeisterung der Partner BMW und Sixt füreinander scheint nicht mehr so groß zu sein. Der zu deutlichen Formulierungen neigende Erich Sixt spottet über die Ingenieure der Autohersteller: Sie könnten zwar tolle Fahrzeuge entwickeln, verstünden aber nicht so viel von kundennahen Dienstleistungen. Das könne Sixt eben besser. 

Die Begeisterung der Partner BMW und Sixt füreinander scheint nicht mehr so groß zu sein. Der zu deutlichen Formulierungen neigende Erich Sixt

 

Von Michael Kuntz  

 

Ausgeschnitten aus: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bmw-und-sixt-verloeschende-liebe-1.3065803 

Total und Drive Now starten digitales Bezahlsystem Carsharing-Auto wird zur Tankkarte


Ab Juni 2016 wird Drive Now das neue System an rund 30 Total-Stationen in der Bundeshauptstadt zur Verfügung stellen.

Drive Now, das Carsharing Joint Venture von BMW und Sixt, sowie der Tankstellenbetreiber Total ermöglichen Kunden künftig, die Tankrechnung direkt aus dem Auto heraus zu bezahlen.

Als erste Gesellschaft im deutschen Tankstellenmarkt bietet Total eine digitale Bezahlfunktion mit direkter Kommunikation zwischen dem Auto des Tankkunden und dem Kassensystem. Dadurch entfällt die Bezahlung mit der klassischen Tankkarte. Mit der „digitalen Tankkarte“ erkennt das Drive-Now-Fahrzeug über sein Navigationssystem den Standort an der Total-Station. Nach dem Motorstopp startet der Fahrer über ein Dialogfenster im Fahrzeugdisplay den Tankvorgang. Wie gewohnt betankt er das Fahrzeug und gibt anschließend – wieder über die Systemsteuerung im Auto – die Nummer der Zapfsäule ein. Die Abrechnung erfolgt dann automatisch zwischen Fahrzeug und Kassensystem.

Für die digitale Tankkarte von Drive Now rüstet Total bis Juni 2016 zunächst rund 30 Berliner Tankstellen mit einer neuen Variante seines Kassensystems aus. Im nächsten Schritt folgen bis Ende des Jahres alle weiteren Tankstellen in den deutschen Drive Now Städten Hamburg, München, Köln und Düsseldorf und schließlich das gesamte Total-Netz. Analog dazu implementiert Drive Now bundesweit die fahrzeugseitige Technik. Das Carsharing-Unternehmen und der Mineralölkonzern wollen damit die technische Basis schaffen, um Kunden zukünftig weitere digitale Bezahlkonzepte – etwa mit dem Smartphone – anzubieten. (ab)

 
 

BMW-Vorstand Schwarzenbauer: Könnten Leihwagen an Wohnanlage andocken

30. April 2016, 4:54 Uhr

München (dpa) – BMW-Vorstandsmitglied Peter Schwarzenbauer denkt darüber nach, das Carsharing-Angebot des Konzerns an Miet- und Eigentumswohnungen anzudocken. „Sie kaufen oder mieten sich eine Wohnung und haben gleichzeitig Zugriff auf Mobilität“, erklärte Schwarzenbauer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Das sogenannte Compound-Sharing sei eine Möglichkeit, Carsharing auch dort anzubieten, wo Parkplätze knapp sind. BMW betreibt gemeinsam mit dem Autovermieter Sixt das Carsharing-Angebot DriveNow, bislang vorwiegend in Europa.

RentOffice Mobile CheckOut / CheckIn

 
 

    

 

Hier sehen Sie, wie der Check-out und Check-In auf mobilen Geräten ausgeführt werden kann.

Neue Elektronik soll Streit über Autoschäden vermeiden

Um im Schadensfall Streitigkeiten bei der Autovermietung zu vermeiden, entwickeln Techniker nun eine System, das helfen soll, Beschädigungen verlässlich festzustellen.

Der Mobilitätsbedarf in der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Davon haben auch Autoverleiher und Carsharing-Unternehmen profitiert. Mit den wachsenden Ausleihzahlen und Carsharing-Teilnehmern treten aber auch mehr Schäden an den Fahrzeugen auf.

Vor allem kleine Schäden führen zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Unternehmen die Autos zur Verfügung stellen. Dies behindert auch die Entwicklung künftiger Mobilitätskonzepte. Nun sollen neuartige elektronische Systeme helfen, solche Schäden automatisch zu erkennen.


Streitigkeiten über Schäden hemmen auch neue Mobilitätskonzepte wie das Car-Sharing. (Foto: Cambio)

In einem Forschungsprojekt der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen der Automobilindustrie soll nun ein elektronisches Schadenidentifikationssystem für Kraftfahrzeuge entwickelt werden. Das System soll Körperschallsignale auswerten und so Schäden erkennen können. Es wird bereits in einem Flottenversuches bei einem deutschlandweit tätigen Carsharing-Unternehmen erprobt.

Das elektronische System ermöglicht es, mit Hilfe eines Sensornetzwerkes, Bagatellschäden wie Dellen an Kraftfahrzeugen zu erkennen, zu klassifizieren und räumlich zuzuordnen. „Diese neuartigen intelligenten Sensorknoten ‚hören‘ permanent mit; sie bieten darüber hinaus weitere zukunftsweisende Nutzungsmöglichkeiten, um beispielsweise den Passanten- oder Insassenschutz des Fahrzeugs zu verbessern“, erklärt Manfred Meise, Geschäftsführer der Hella Fahrzeugkomponenten GmbH. Die erfassten Daten werden automatisch über einen Bordcomputer an das Fahrzeugmanagementsystem des Carsharing-Unternehmens übermittelt, um somit eine vereinfachte und schnelle Schadensabwicklung zu erreichen.

„Damit können unsere Unternehmensprozesse optimiert und die Kundenzufriedenheit nachhaltig verbessert werden.“, erklärt Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio Mobilitätsservice Gesellschaft
Das elektronische System soll modular aufgebaut und somit vielseitig auch für andere Anwendungen nutzbar sein. Mögliche Produktvarianten können so bei einer späteren Markteinführung leicht Eingang in die Produktion von Fahrzeugen finden oder deren unkomplizierte Nachrüstung ermöglichen. Es ist aber auch denkbar, eine Systemvariante zu realisieren, die zur Überwachung im Logistikbereich eingesetzt werden könnte. Sie kann dann zum Beispiel Schäden beim Transport teurer Waren, wie sensibler Maschinen oder Hochvoltbatterien, sofort melden und dokumentieren. „Dies bietet insbesondere für uns als mittelständisches Unternehmen Chancen, neue Produkte für kleine Flotten oder spezielle Transportlösungen anzubieten“, sagt Jochen Retter, Entwicklungsleiter der Berger Elektronik GmbH aus Sindelfingen

 

Weitere Informationen:

Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeugsysteme“ der Universität Bremen hat mit bundesweiten Partnern dreijähriges Forschungsprojekt gestartet / Förderung des Bundesforschungsministeriums beträgt über eine Million Euro

Der Mobilitätsbedarf in der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Davon haben auch Autoverleiher und Carsharing-Unternehmen profitiert. Mit den wachsenden Ausleihzahlen und Carsharing-Teilnehmern treten aber auch mehr Schäden an den Fahrzeugen auf. „Vor allem Bagatellschäden führen immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Carsharing-Unternehmen oder Autoverleihern – ein Ärgernis, das eine Wachstumsbremse für künftige Mobilitätskonzepte darstellt. Hier können neuartige elektronische Systeme helfen, solche Schäden automatisch zu erkennen“, erläutert Professor Karl-Ludwig Krieger, Leiter der Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeugsysteme“ der Universität Bremen.

http://www.technologiepark-bremen.de/de/techpark-news-detail?sv%5Bid%5D=266410

EDAG Light Car Sharing auf dem Autosalon Genf Leicht zu mieten, leicht zu fahren

Mit dem EDAG Light Car Sharing zeigt der Entwicklungsdienstleister EDAG auf dem Genfer Autosalon, wie man sich ein Car-Sharing-Auto der Zukunft vorstellt. Die Sharing-Variante baut auf den Light Car-Modellen der Vorjahre auf.

Nachdem EDAG im Vorjahr dieses Modell nur virtuell vorgestellt hat, feiert das echte Konzeptfahrzeug auf dem Genfer Autosalon jetzt seine echte Premiere. Der EDAG Light Car Sharing ist kompromisslos auf den Einsatz als Carsharing-Fahrzeug ausgelegt. Dazu soll das rein elektrisch angetriebene Light Car Sharing einfach und selbsterklärend zu bedienen sein.

Weitere Informationen:

http://www.auto-motor-und-sport.de/eco/edag-light-car-sharing-auf-dem-autosalon-genf-leicht-zu-mieten-leicht-zu-fahren-4331742.html

Interview Heiko Herchet, EDAG