Rivian Plattform


Bilder: Rivian

Rivian gilt seit der Vorstellung seiner ersten Modelle vor wenigen Monaten als einer der vielversprechendsten neuen Elektroautobauer. Die seit mehreren Jahren entwickelte Technik hat dem US-Startup in diesem Jahr frische Investments von über einer Milliarde Dollar eingebracht, unter anderem von Ford und Amazon. In einem Interview mit The Drive sprach Gründer RJ Scaringe ausführlich über die Zukunft der Autoindustrie und Elektroauto-Technik.

Der 36-Jährige geht davon aus, dass Autos mittel- bis langfristig nicht mehr gekauft, sondern vorübergehend als Service gebucht werden. Rivian konzentriere sich daher darauf, Fahrzeuge mit möglichst großem Praxisnutzen für unterschiedliche Einsatzbereiche anzubieten. Als erstes bringt das Unternehmen einen Pickup-Truck und ein SUV auf den Markt, die als „Plattformen für Abenteuer“ positioniert werden sollen.

Der in einer „Skateboard“-Architektur untergebrachte Antrieb und die hohe Konnektivität des Systems ermöglichen es Rivian laut Scaringe, diverse Fahrzeugtypen mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit und Ausstattung anzubieten. Auch andere Marken sollen die Technologie erwerben können. In den kommenden Monaten sollen weitere Beispiele für mögliche Mobilitätslösungen vorgestellt werden.

Die „Skateboard“-Plattform von Rivian

Rivian stellt deutlich über 600 Kilometer Reichweite nach der US-Norm EPA in Aussicht, die sich durch zusätzliche Akkupakete weiter erhöhen lassen soll. Die geplanten Fahrzeuge sollen zudem untereinander Energie fließen lassen können. Scaringe ist sich sicher, dass auch die Ladeinfrastruktur in Zukunft komfortabel einen großen Aktionsradius erlaubt. Selbst in abgelegenen Regionen werde es später die Möglichkeit zum Laden von Elektroautos geben. Ob sich Rivian am Aufbau von Strom-Tankstellen beteiligen wird, sagte er nicht.

Mit Blick auf das Laden von Elektroautos gebe es derzeit viel Falschinformationen, beklagte Scaringe. Viele Hersteller versprechen „ultraschnelles“ Schnellladen für kommende Modelle, dem Rivian-Gründer zufolge ist dies aber nur in begrenztem Maße möglich. Man könne die Ladesysteme zwar optimieren, etwa durch Kühlung oder Lade-Strategien, die Chemie der Akkus bleibe jedoch ein begrenzender Faktor.

„Die Geschwindigkeit, mit der man lädt, hat eine enorme Auswirkung auf Batterien“, betonte Scaringe. „Zum Start werden wir 200 Meilen (ca. 322 km) in 30 Minuten in das Fahrzeug laden können. Könnten wir es schneller realisieren? Ja. Sorgen wir damit für einen deutlichen Zerfall der Batteriezelle? Ja.“ Man werde in den nächsten Jahren vermehrt Präsentationen sehen, wie Batterien in 15 Minuten aufgeladen werden, so der Rivian-Gründer – dieses Vorgehen sei aber nicht alltagstauglich. „Wenn man das 30 Mal tut, dann ist die Batterie am Ende.“

Batterie-Entwicklung nicht vorhersagbar

Rivian arbeite eng mit seinen Zellpartnern zusammen, nutze jedoch wie andere Hersteller bereits bestehende Technologien. Wie sich die Leistungsfähigkeit von Batterien entwickeln wird, lässt sich laut Scaringe nicht vorhersagen. „Viele behaupten hier Dinge, die sie in Wirklichkeit nicht hinbekommen“, sagte er. Nur wenige würden tatsächlich „wesentliche Arbeit“ leisten, seien aber mit denselben Limitierungen und Ladezeiten konfrontiert.

Der Fokus von Rivian liege darauf, das Gesamtsystem seiner Elektroautos möglichst optimal abzustimmen. Dazu gehöre neben der Elektronik-Architektur und der Antriebseinheit sowie diversen weiteren Komponenten vor allem die Aerodynamik der Fahrzeuge. Das geplante SUV R1S und der Pickup-Truck R1T seien sehr kastenformig, bei Letzterem handelt es sich Scaringe nach jedoch um den „aerodynamischsten Truck der Welt“. Dazu würden diverse Aspekte beitragen – von der Front über die Linienführung und Kanten bis zu dem flachen Boden und Reifen mit geringem Rollwiderstand.

Scaringe äußerte sich auch zu Tesla. Rivian positioniere sich bewusst nicht direkt gegen den Elektroauto-Branchenprimus. Tesla habe dabei geholfen, E-Fahrzeuge aufregend und populär zu machen. Dafür schulde ihnen Rivian und die Welt „ein Dankeschön“. Scaringe sehe jedoch Bedarf an weiteren, andersartigen Angeboten. „Die Welt braucht mehr als einen neuen elektrischen Wegbereiter in dieser Branche“, meinte er.

Ausgeschnitten aus: https://ecomento.de/2019/06/14/rivian-sieht-extremes-elektroauto-schnellladen-kritisch/?utm_source=ecomento.de&utm_campaign=5c6d9cdf86-RSS_WEEKLY_EMAIL_CAMPAIGN_EDE&utm_medium=email&utm_term=0_efd1d50217-5c6d9cdf86-1204381103

Werbeanzeigen

Autobranche goes digital – Kooperationen von Microsoft

Volkswagen ist der größte europäische Automobilhersteller. Jahr für Jahr werden zig Millionen Fahrzeuge produziert. Doch natürlich macht auch vor dem Riesen aus Niedersachsen der Wandel nicht halt. Die vier Zukunftsfelder heißen kurz CASE. Oder anders ausgedrückt: Connectivity, Autonomous, Services und Elektrifizierung. Wir werfen einen Blick auf die Connected-Strategie.


Gerade in Sachen Connectivity besteht akuter Handlungsbedarf. Denn: Wie der Audi-CEO Bram Schot im Interview mit der renommierten „Auto, Motor und Sport“ erzählt, ist bereits heute Connectivity der Kaufgrund bei jungen Kunden. Und zwar in China, dem derzeit größten Automobilmarkt der Welt. Schot geht davon aus, dass früher oder später auch in anderen Verkaufsmärkten das Kundeninteresse an Connectivity zunehmen wird. Das deckt sich gut, denn sowohl die Generation Y (auch „Millenials“ bezeichnet), als auch die Generation Z (siehe #fridaysforfuture-Bewegung)sind die potentiellen Autokäufer in den nächsten Jahren. Beide Generationen – also die heute 14 bis 39-jährigen – sind mit dem Internet aufgewachsen. Es ist normal, Medieninhalte über Spotify, Netflix und Co. zu konsumieren. Zudem bekommen Design und Mode ein starkes Gewicht. So ist es konsequent, für diese Kundengruppe auch digitale Services in vernetzten Autos anzubieten. Volkswagen hat diesbezüglich aber nachholbedarf! Im aktuellen Polo VI (Typ AW) kostet gar ein einfaches Radio extra. Das ist für die anvisierte Zielgruppe ein „no-go“. Um zu verhindern, dass die Kunden einfach sich Halterungen für Ihr Smartphonekaufen und im Automobil verwenden, müssen sich die Infotainmentsysteme wandeln. Herbert Diess – CEO von Volkswagen – ist sich diesem Fakt bewusst, er fordert, dass die Festeinbau-Radio-/Navi-Systeme besser werden müssen. Denn aktuell würden manche Kunden dem Navi auf Ihrem Smartphone mehr Vertrauen, als dem Festeinbau-Navi. Wie können die Infotainmentsysteme von Volkswagen und Co. besser werden?

Der Kunde entscheidet, was mit seinen Daten passiert. Die Hersteller können nicht erwarten, dass sie per se alle Daten bekommen. Darum müssen wir kämpfen, mit guten Angeboten. Es liegt ja auch im Interesse des Kunden, dass wir Daten zum Beispiel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit verarbeiten. Und wir müssen bei der Auswertung der Daten besser werden: Es gibt immer noch zu viele Autofahrer, die sich auf ihren Fahrten lieber auf die Informationen ihres Handys und nicht auf unsere [Anmerkung: die Festeinbau-Navigationssysteme der Autohersteller] Navigationsgeräte verlassen. Dr. Herbert Diess – CEO Volkswagen Group, CEO-Marke Volkswagen

 
 

Connectivity mit der Außenwelt – Kooperation als Schlüssel

 
 

  • Zusammenarbeit mit Microsoft wird digitale Dienste auf einer zentralen Webportal bündeln und Software-Updates Over-the-air ermöglichen.
  • VW ID.-Modelle werden die ersten Fahrzeuge der Marke Volkswagen mit Software-Updates Over-the-air sein.
  • VW Golf 8 wird der erste vollvernetzte Golf sein.


Connected Car-Services außerhalb des Autos am Beispiel der „Volkswagen Automotive Cloud“ (Quelle: Volkswagen).

Um zukünftig mehr digitale Dienstleistung rund um das Connected Car anbieten zu können, kooperiert der Volkswagen-Konzern mit einem Schwergewicht der IT-Industrie – Microsoft. Dabei wird der Redmonder Softwareschmiede kein Betriebssystem für Fahrzeuge entwickeln, sondern sich darauf konzentrieren, eine Plattform für Dienstleistungen aufzubauen. Derzeit wird die Volkswagen Group „One Digital Platform“ aus dem Boden gestampft. Darüber sollen dann auch verschiedene Webservices laufen – sowohl für Kunden, als auch für Vertragshändler. Diese umfassen:

  • Webportal „Volkswagen We“ mit unterschiedlichen buchbaren digitalen Services für Kunden. Hierzu zählen beispielsweise Software-Updates und Kartenupdates Over-the-air für neue Infotainmentsysteme.
  • Webseite für Kunden rund um neue Modelle und zur Online-Terminvereinbarung beim Vertragshändler.
  • Webseite für Vertragshändler mit Informationen zu neuen Modellen, Kontaktaufnahme mit Kunden uvm.
  • Backend für Software-Updates Over-the-air für vollvernetzte VW-Modelle. Andere Konzernmarken wie z.B. Audi können diese Funktion ebenfalls implementieren.

 
 

Perspektivisch könnten jedoch auch folgende Microsoft-Services in Modelle des VW-Konzerns angeboten werden:

  • Integration von E-Mailkonten aus Microsoft Office. E-Mail-Nachrichten können so während der Fahrt vorgelesen und Antworten diktiert werden.
  • Integration der Kontakte aus Microsoft Outlook.
  • Integration von Kalendern aus Microsoft Outlook.
  • Skype for Business als App im Infotainmentsystem.
  • Um die genannten Microsoft Office 365 In-Car-Services nutzen zu können, muss der Kunde bereits ein Office 365 Business-Abonnentsein.
  • Es genügt nicht, ein privat zahlender Office 365 Personal- oder Home-Abonnent zu sein.

Andere europäische Autohersteller, wie BMW und Mercedes bieten die Microsoft Office 365 In-Car-Services bereits seit längerem an.

  

 

 
 

Microsoft Connected Vehicle Platform – was ist das?

 
 


 

 
 

Beschreibung zur „Microsoft Connected Vehilce Platform“, die diverse Autohersteller nutzen, um eigene Webplattformen rund um Connected Cars aufzubauen (Quelle: Microsoft).

Diese Plattform entwickelt Microsoft für Automobilhersteller. Dabei laufen die digitalen Services allesamt mit Microsoft Azure-Technologien. Jedoch bekommen die Autohersteller spezifisch zugeschnittene Lösungen. Manche gesammelten Sensordaten verbleiben einfach im Auto, da diese derzeit nicht für Car2X-Kommunikation verwendet werden – das Connected Car bildet dann die Intelligent Edge. Während parallel dazu auf den Servern von Microsoft die Intelligent Cloud mit den Daten entsteht, die für die Car2X-Kommunikation gerade notwendig sind. Nutzt der Fahrer dann einen Volkswagen Connected Car-Service, dann werden die Daten von der Cloud ins Auto übertragen. Generell beinhaltet die Microsoft Connected Vehicle Platform folgende Dienstleistungen:

  • Smart Mobility mit Azure Maps. Dies meint einen Geospatial Index (also raumbezogenen Index) zu vernetzten Datenservices. Dadurch sollen Connected Cars und andere vernetzte Dinge in der Lage sein, sich gegenseitig austauschen zu können, wo beispielsweise der nächste Hügel auf der Strecke ist. Es ist jedoch kein Kartenmaterial; allerdings können Kartendienste wie TomTom oder Here Maps auf den Geospatial Index zugreifen und dadurch Ihre Kartendaten mit weiteren Informationen anreichern.
  • Autonomous development. Hierbei geht es um die Entwicklung der autonomen Fahrfunktionen. Die Mustererkennung der autonomen Fahrzeug soll dabei neben der teilweisen Speicherung in der Intelligent Edge, also im Auto, auch in der Cloud gespeichert werden. Das Ziel ist es die Erkennungsrate zu erhöhen. Je mehr Bilder mit erfolgter Mustererkennung in der Cloud als Datensatz zur Verfügung stehen, umso besser sollten die autonomen Fahrfunktionen mit Verkehrssituationen klarkommen, da dadurch mehr Trainingsdatensätze von autonomen Fahrzeugen genutzt werden können.
  • Marketing, Sales, Services. Damit ist ein Webportal gemeint, auf dem Kunden sich informieren oder Ersatzteile kaufen können.
  • Intelligent Supply Chain. Dies betrifft die Lieferkette, die mittels Online-Anbindung intelligent vernetzt werden.
  • Research, Development, Engineering. Hierbei geht es um Unterstützung für die Entwicklungs- und Forschungsabteilung des Automobilherstellers. Das kann beispielsweise den Einsatz von HoloLens-Brillen umfassen.

 

Microsoft ist also der „Plattform provider“ für Autohersteller. Wie dann die jeweils darauf aufbauenden Web-Services aussehen, das bestimmt dann Volkswagen beziehungsweise der jeweilige Autohersteller. Bei Volkswagen nennt sich diese Webplattform „Volkswagen Automotive Cloud“.

 
 

Beispiel – Volkswagen Automotive Cloud

  • Volkswagen-Konzern lässt von Microsoft die sogenannte Volkswagen Automotive Cloud entwickeln.
  • Diese One Digital Platform dient sowohl für vernetzte VW-Modelle, als auch als Service Plattform, auf der Vertragshändler und Kunden zum Beispiel online Werkstatttermine buchen können.
  • Perspektivisch sollen alle Konzernmarken die Volkswagen Automotive Cloud nutzen.


Die „Volkswagen Automotive Cloud“ wird mittels „Microsoft Connected Vehicle Platform“ aufgebaut und bildet die Schnittstelle sowohl für Endkunden als auch VW-Händler zum vernetzten VW-Fahrzeug (Quelle: Volkswagen).

Das Besondere an der Volkswagen Automotive Cloud ist, dass diese eine spezifisch von Volkswagen vorgegebenen Benutzeroberfläche (Frontend) besitzt. Die technische Basis stellt Microsoft mit der Microsoft Connected Vehicle Plattform, aber das sichtbare Interface ist komplett von Volkswagen vorgegeben und soll optisch zum Konzern passen. Sämtliche Daten werden von Volkswagen verwaltet, daher ist die Volkswagen Group auch der Ansprechpartner für Kunden.

 
 

Universelle Schnittstelle für alle Konzernmarken und noch mehr

  • Microsoft Connected Vehicle Platform als Whitelabel-Plattform.
  • Mehrere Autokonzerne nutzen die Dienstleistungen von Microsoft.
  • Jeder Automobilhersteller definiert ein eigenes Frontend, um die Markenidentität zu wahren.
  • Autohersteller sehen den Whitelabel-Ansatz von Microsofts Connected Vehicle Platform als Vorteil gegenüber IT-Konkurrenten wie Google. Denn eine eigene Benutzeroberfläche, die zur Automarke passt, ist den Auto-OEMs viel wert.

 
 

Die Microsoft Lösung ist jedoch nicht nur bei Volkswagen im Einsatz. Auch andere Autohersteller setzen diese Plattform ein. Dazu gehört die Renault-Nissan-Mitsubishi-Gruppe. Der französisch-japanische Autokonzern setzt bereits beim neuen Renault Clio auf die „Alliance Intelligent Cloud“, die man auf Basis von Microsofts Connected Vehicle Platform umgesetzt hat. Damit können Kunden dann folgendes machen:

  • Webseite „My Renault“ läuft nun auf der Basis „Microsoft Connected Vehicle Platform“ und somit auf Microsoft Azure-Servern und wird unter anderem Software-Updates für Renault-Modelle mit R-Link 2-Infotainmentsystem bereithalten.
  • Neu ist die Möglichkeit zur Fernwartung von Renault-Modellen mit „Alliance Intelligent Cloud“. So lässt sich z.B. am PC erkennen, wie es dem Auto geht und wann der nächste Service fällig wird.
  • Ebenfalls neu ist die Funktion, online einen Termin bei der Vertragswerkstatt machen zu können.
  • Die gleichen Online-Funktionen gibt es auch bei Nissan. Beim japanischen Autobauer muss zwingend das Nissan Connect 3-Navigationssystem im Fahrzeug verbaut sein, um die „Alliance Intelligent Cloud“ nutzen zu können.

 

Das „R-Link 2“ Multimedia- und Navigationssystem mit Touchscreen im Hochkant-Format (Quelle: Renault).

Bei der Umsetzung wird klar, dass der Redmonder Softwarehersteller, kein eigenes Operating System für vernetzte Fahrzeuge mehr entwickelt. Denn Renault verwendet ein eigensangepasstes Linux-Betriebssystem in allen Modellen, die über das R-Link 2-Multimediasystem verfügen. Dieses Infotainmentsystem ist am hochkant montierten „Easy Link“-Touchscreen erkennbar. Durch die Nutzung der Microsoft-Plattform sollen Software-Updates Over-the-air möglich sein.

 

Connectivity im Auto – Erweiterbarkeit des Infotainment wird wichtiger

  • Neben Connected Car-Funktionen wie Navigationslösungen mit Echtzeitverkehrsinfos und Online-Updates, werden auch neue Anforderungen an Multimedia-Services gestellt.
  • Streaminganbieter ala Spotify und Co. müssen auch im Connected Car abrufbar sein. Entweder via Smartphone-Kopplung – wie es aktuell gemacht wird – oder direkt über eine fest im Auto verbaute SIM-Karte und den Bildschirm des Infotainmentsystems.
  • Erweiterbarkeit des In-vehicle-Infotainmentsystems mit Drittanbieter-Apps wird immer wichtiger.

 
 

Gerade die jungen Generationen Y und Z fragen vermehrt nach, ob Ihre liebgewonnenen digitalen Dienste wie Spotify und Co. nicht auch im vierrädrigen Gefährt nutzbar sind. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten der Integration seitens der Autohersteller:

  • Smartphone-Integration mittels Apple CarPlay bzw. Google Android Auto. Hierbei erfolgt die gesamte Berechnung der Apps ausschließlich durch das Telefon.
  • Autohersteller-eigener App Store für das Infotainmentsystem. Das ist eine sehr aufwendige Lösung, die zudem das Engagement der App-Entwickler erfordert, Applikationen für das Betriebssystem des Autoherstellers bzw. Autokonzerns zu schreiben. Im günstigsten Fall muss die Android-Smartphone-App „nur“ an die Besonderheiten der Bedienung im Auto angepasst werden. In jedem Fall müssen App-Entwickler aktiv werden.
  • Integration einer bestehenden IT-Plattform. Wenn Autohersteller eine bereits existierende Plattform – wie z.B. Amazon Alexa – in Ihre Infotainmentsysteme integrieren, so könnte der Arbeitsaufwand für App-Entwickler geringer werden. Denn die Skill-Erweiterungen können ja dann nicht nur im Connected Car, sondern auch auf anderen Endgeräten des Kunden genutzt werden.

 
 

Ab dem Kalenderjahr 2021 soll – in allen neu auf dem Markt erscheinenden Modellen von Renault-Nissan – das Betriebssystem „Android Automotive OS“ von Google laufen. Dadurch wird die Navigation dann mittels Google Maps erfolgen, statt wie bisher via Kartendaten vom niederländischen Unternehmen TomTom. Zur Steuerung steht dann neben dem Touchscreen auch der „Google Assistant“ zur Wahl. Auch sollen dann ausgewählte Apps aus dem Google PlayStore zum Download bereitstehen. Bei aktuellen Renault-Modellen hingegen gibt es keine Option, Spotify und Co. direkt zu hören. Man muss immer zwangsweise sein Smartphone mit dem R Link-System verbinden.

Daimler hingegen möchte bei seinem MBUX-Infotainmentsystem auch zukünftig alles selbst entwickeln und arbeitet nur mit ausgewählten App-Entwicklern zusammen. Letztendlich eine geschlossene Plattform.

Es drängt auch Amazons Alexa auf den Beifahrersitz, wie ich hier bereits näher beleuchtet habe. Mit der intelligenten Dame von Amazon lassen sich auch diverse Streaminganbieter direkt ins Auto einbinden. Hierbei kann der Autohersteller jedoch sein eigenes Betriebssystem des Infotainmentsystems weiterhin verwenden. Es muss lediglich eine Fahrzeug-App als Schnittstelle zwischen Connected Car und den Amazon-Servern entwickelt werden. Die Skill-Erweiterungen, die für die Alexa-Plattform geschrieben werden, können auch auf anderen Endgeräten genutzt werden.

 
 

Beispiel BMWs weiterentwickelte Sprachsteuerung „Hey BMW“

 

Der Automobilhersteller BMW entwickelt mit Microsoft zusammen die Weiterentwicklung der „Hey BMW“-Sprachsteuerung. Dabei wird auf die Microsoft Azure Cognitive Services gesetzt, die beim BMW Intelligent Personal Assistant genannten Assistenten zukünftig die (künstliche) Intelligenz darstellen. Wir konnten die neue Iteration hier auf Microsofts Entwicklermesse Build 2019 testen.

 
 

Its all about services

 
 

Microsoft rollt also eine Backend-Plattform für Connected Cars auf den Markt, die von einigen Größen der Branche angenommen wird. Denn der Druck zu Veränderungen wird immer größer. So bestätigte Audi-CEO Bram Schot im Interview mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“, dass Connectivity der Kaufgrund in China sei. Es ist anzunehmen, dass andere Verkaufsmärkte diesem Trend folgen werden. In welcher Stärke, das kann und wird sich lokal unterscheiden. Man denke nur mal an Netzabdeckung, aber auch an Fragen des Datenschutzes. In China ist beides doch deutlich anders, als hier in Deutschland. Doch die Internet-Generationen Y und Z werden auch hierzulande Ihre Wirkung zeigen.

von Claus Ludewig am 20. Mai 2019

 

https://www.mobilegeeks.de/artikel/autobranche-koop-msft/

Demonstration des Porsche Cross Turismo Emulators – Video!-

Möchten Sie mehr über die Arbeit von Autoemulatoren erfahren? HIGH MOBILTY hat ein detailliertes Video zusammengestellt, das genau zeigt, wie Anwendungen Fahrzeugdaten von HIGH MOBILITY-Emulatoren erfassen und mit ihnen interagieren können, und die Rolle von Simulatoren im Detail erklärt.

 

Auto Api von HIGH MOBILITY

Ab sofort können Mercedes-Benz Kunden Daten an verifizierte Dienste und Anwendungen vergeben, die sich in die HIGH MOBILITY-Plattform integriert haben.

Der Zugriff erfolgt über die Auto API – die standardisierte Auto-API von HIGH MOBILITY – und die Live-Daten stehen Start-ups und Unternehmen, die Anwendungen in den folgenden Kategorien erstellen, zur Verfügung:

 

Pay-As-You-Drive

Automatische API-Eigenschaften: Kilometerstand, Zeitstempel

Zur Verwendung mit: Versicherungsbezogene Anwendungen wie z.B. ferngesteuerte Versicherungsdienste.

Kraftstoffstatus

Automatische API-Eigenschaften: Kraftstoffstand, geschätzte Reichweite, Zeitstempel

Zur Verwendung mit: Marketingzwecke, d.h. Produktangebote in Bezug auf die verbleibende Fahrstrecke.

Fahrzeugstatus

Automatische API-Eigenschaften: Status von Fenstern, Türen, Decksdeckel (geöffnet, geschlossen), Dach- oder Schiebedach, Innenbeleuchtung, Zeitstempel

Zur Verwendung mit: Warndienste zur Schadensverhütung, z.B. Regenschäden durch geöffnete Türen oder Fenster, die durch unbeabsichtigtes Öffnen verursacht werden.

Sperrstatus

Automatische API-Eigenschaften: Status der Türverriegelungen, Status des Kofferraumdeckels (verriegelt, entriegelt), Status der Gasverriegelung, geografische Überschrift, Zeitstempel

Zur Verwendung mit: Warndienste zur Verhinderung oder Erkennung von Diebstahl.

Elektrofahrzeug

Automatische API-Eigenschaften: Batteriestand, geschätzte Reichweite, Zeitstempel

Zur Verwendung mit: Intelligente Abrechnungsdienste.

Infineon und XAIN arbeiten zusammen, um die Blockchain in das Auto zu bringen.

30. Oktober 2018

Die Infineon Technologies AG und XAIN (früherer Post) haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um die Blockchain-Technologie in das Auto zu bringen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, mögliche Anwendungen zu testen und geeignete Anwendungen zur Marktreife zu entwickeln. Ein erster Demonstrator zeigt, wie mit einer Smartphone-App dezentral Zugriffsrechte, z.B. für Carsharing, vergeben werden können.

Cybersicherheit ist entscheidend für die datengesteuerte Mobilität der Zukunft. Die Blockchain-Technologie hat in dieser Hinsicht ein enormes Potenzial, aber ihr Einsatz erfordert ein hohes Maß an Koordination zwischen der gewählten Blockchain-Methodik und der im Fahrzeug selbst installierten Sicherheitshardware. Wir werden gemeinsam mit XAIN daran arbeiten, diesen Konfigurationsgrad zu erreichen.

Peter Schiefer, Leiter der Automotive Division von Infineon.

 

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die schnelle Transaktionen und eine besonders sichere, manipulationssichere Speicherung ermöglicht. Im Zusammenhang mit Autos sind automatisierte Zahlungen, schlüsselloser Zugang für Carsharing-Systeme, On-Demand-Dienste, Tuning-Schutz und automatisierte Fahrfunktionen denkbar. Im Wesentlichen geht es um die Gewährung von Zugangsrechten zum Fahrzeug selbst oder zu bestimmten Daten im Fahrzeug. Ein Beispiel für spezifische Daten ist, wenn Versicherungsgesellschaften niedrige Tarife für Autobesitzer mit guten Fahrgewohnheiten anbieten.

Alle AURIX-Mikrocontroller der zweiten Generation von Infineon können bereits heute die Blockchain-Funktionalität in Autos unterstützen. Diese Unterstützung basiert auf einem Embedded Hardware Security Module (HSM), das dem höchsten Level des EVITA-Sicherheitsstandards entspricht.

Ein HSM besteht aus speziellen Rechen- und Speichereinheiten innerhalb des Mikrocontrollers. Es führt die kryptographischen Operationen durch und ist durch eine eigene Firewall geschützt. Die AURIX-Mikrocontroller der zweiten Generation verfügen somit über einen gesicherten Speicher für den digitalen Schlüssel zur Identifizierung in der Blockchain und sind in der Lage, Blockchain-Operationen wie Hashing oder digitale Signatur schnell und sicher durchzuführen. Zertifizierte Sicherheitscontroller wie der OPTIGA TPM 2.0 von Infineon für Automotive-Anwendungen ermöglichen es, noch höhere Sicherheitsstufen zu erreichen.

Die Erstellung neuer Datenblöcke stellt jedoch immer noch eine Herausforderung für die konventionellen Mikrocontroller im Automobil dar. Aufgrund der enormen Menge an benötigter Rechenleistung wurde das Mining, wie es bisher im Rahmen von Kryptowährungen eingesetzt wurde, von Hochleistungs-Prozessoren durchgeführt. XAIN arbeitet jedoch an einem neuen Prozess, der auch an Geräten durchgeführt werden kann, die einen sparsamen Umgang mit Energie benötigen, wie beispielsweise Mikrocontroller im Auto.

Unser Ziel ist es, aus Autos vollwertige Netzwerkteilnehmer zu machen. Dies ist nicht nur wichtig für die Offline- und Echtzeitfähigkeit, sondern ermöglicht auch ein besonders hohes Maß an Datenschutz in Verbindung mit KI-Technologien. Es stellt sicher, dass private Daten für das maschinelle Lernen ausschließlich im lokalen Speicher abgelegt werden. Ziel unserer Zusammenarbeit mit Infineon ist es, den Einsatz der XAIN-KI-Technologie im Automobil voranzutreiben.

Leif-Nissen Lundbæk, Gründer und CEO der XAIN AG

 

Im Februar kündigte Porsche seine Zusammenarbeit mit XAIN an, um Blockchain-Anwendungen direkt in Fahrzeugen zu testen. Damit ist Porsche der erste Automobilhersteller, der Blockchain in einem Auto implementiert und erfolgreich getestet hat.

Auf dem Infineon Automotive Cybersecurity Forum präsentierten Infineon und XAIN ihren ersten Demonstrator. Es zeigt, wie Zugriffsrechte dezentral, schnell und sicher über eine Smartphone-Applikation vergeben werden können. Eine Anwendung dafür wäre ein Carsharing-System ohne Plattform oder Backoffice, in dem alle Teilnehmer ihre Autos spontan mit anderen teilen können.

XAIN begann 2014 als Forschungsprojekt der University of Oxford. Ziel dieses Projekts war es, ein Protokoll zu entwickeln, das es Menschen und Maschinen ermöglicht, mit verteilten, energieeffizienten und datenschutzrelevanten intelligenten Systemen zusammenzuarbeiten. In Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von OEMs und Global Playern – wie Porsche, Daimler und SAP-XAIN – ist es das Ziel, seine Vision mit einer Reihe von KI-Produkten umzusetzen.

Anwendungen sind die automatische Vergabe von Zugriffsrechten an Maschinen (einschließlich Produktionsmaschinen und -fahrzeugen) und die Automatisierung interner Prozesse mittels eines Software Development Kits anstelle einer Cloud-Plattform, um den bestmöglichen Datenschutz zu ermöglichen. Darüber hinaus hat XAIN eine Programmiersprache namens FROST für die Entwicklung von verteilten und sicheren Zugriffsrechten entwickelt, die als Smart Policies bekannt ist. Diese Richtlinien können auch direkt in Hardware eingebettet werden, z.B. in AURIX-Mikrocontroller.

Veröffentlicht am 30. Oktober 2018 in Blockchain, Vernetzte Fahrzeuge | Permalink | Kommentare (0)

 

Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

Ford Konnektivitäts-Lösungen für Flottenbetreiber


Foto: Ford

Ford kündigt auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover die Einführung von zwei neuen Konnektivitäts-Angeboten ab 2019 in Europa an.

Ford unterstützt seine Flottenkunden ab dem kommenden Frühjahr mit zwei neuen Konnektivitäts-Lösungen: „Ford Telematics“ und „Ford Data Services“. Ford Telematics biete den Zugriff auf Daten von eingebundenen Ford-Fahrzeugen und stelle sie über ein Internet-Portal nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Dadurch sollen Flottenmanager zum Beispiel die Einsatzzeiten ihrer Fahrzeuge optimieren, unproduktive Stand- und Ausfallzeiten reduzieren sowie die Sicherheit der Fahrer verbessern können.

Größere Fuhrparks wollen mit eigenen oder zugekauften Flotten-Managementsystemen arbeiten. Diesem Wunsch will der Hersteller künftig mit den Ford Data Services nachkommen. Das System nutze das im Fahrzeug integrierte Modem und ermögliche so externen Fuhrpark-Programmen und Telematik-Dienstleistern über eine Cloud-Lösung den direkten Zugriff auf Fahrzeugdaten, die bislang ausschließlich Ford zur Verfügung standen.

Ford Telematics und Ford Data Services starten voraussichtlich im Frühjahr 2019, und zwar zuerst in Deutschland und Großbritannien, bevor weitere europäische Märkte folgen. Beide Angebote werden dann für alle aktuellen Pkw- und Nutzfahrzeug-Baureihen von Ford zur Verfügung stehen. Ältere Baureihen, die das für die beiden Dienstleistungen erforderliche Modem nicht an Bord haben, sollen den Zugriff über ein Zusatzgerät erhalten, das Ford als Plug-in-Lösung für Fahrzeuge ab Modelljahr 2012 neu entwickelt hat.

„Fuhrparkbetreiber stehen heute unter enormem Druck, da sie jederzeit einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb sicherstellen müssen“, so Dave Phatak, Direktor Ford Commercial Solutions Europa. „Darum haben wir eine ganze Reihe von Konnektivitäts-Lösungen entwickelt, damit sich unsere Flottenkunden auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: das Geschäft so erfolgreich wie möglich zu betreiben.“

Ford Telematics und Ford Data Services sind die ersten beiden Produkte von Ford Commercial Solutions in Europa, einem Unternehmensbereich innerhalb von Ford Smart Mobility. Die beiden Angebote basieren auf dem neuen Konnektivitäts-Struktur des Konzerns, zu der außer der Konnektivitäts-Technologie der Fahrzeuge auch die Ford Transportation Mobility Cloud und Ford Mobilitäts-Lösungen gehören. Ziel sei es, die Kunden zum einen an der kontinuierlichen Produkt-Weiterentwicklung und zum anderen an verbessertem Daten-Know-how teilhaben zu lassen, zu dem bislang nur Ford als Hersteller der Fahrzeuge Zugriff hatte.

Ausgeschnitten aus: https://www.firmenauto.de/ford-telematics-und-ford-data-services-konnektivitaets-loesungen-fuer-flottenbetreiber-10422168.html

Connected Cars: Smartphone-Schlüssel ist standardisiert


Wer kennt das nicht? Vor lauter Hektik hat man mal wieder den Autoschlüssel im falschen Mantel gelassen und steht nun vor verschlossenen Türen. Auch die seit einiger Zeit erhältlichen Keyless-Schlüsselsysteme, bei dem der Schlüssel in der Tasche stecken bleiben und man trotzdem das Auto öffnen kann, helfen da nicht weiter.

Um diesem Problem Herr zu werden, haben sich verschiedene Hersteller Lösungen einfallen lassen. Bei BMW beispielsweise kann – aktuell – über die kostenlose BMW Connected-App ein Befehl zum Öffnen an die Microsoft Server geschickt werden. Nach einer automatischen Überprüfung wird versucht, den BMW über die im Fahrzeug verbaute SIM-Karte zu orten und den Befehl dorthin zu schicken. Erst dann öffnet sich das Auto. Diese Prozedur dauert leider, je nach Netzverbindung.

Eine andere Möglichkeit, ebenfalls via Smartphone sein vierrädriges Gefährt zu entriegeln, hat Daimler (und bald auch BMW, siehe hier). Dort funktioniert das Ganze mittels NFC-Sensor. Dabei muss das eigene Handy an den Türgriff gehalten werden, um den Mercedes zu öffnen. Porsche wiederum experimentiert damit, dass der Kunde das Auto via App öffnen kann, während im Hintergrund nicht eine Serverfarm von Porsche an der Authentifizierung arbeitet, sondern man auf die Blockchain-Technologie setzt (hier seht ihr, wie das funktioniert).

Um mit diesem „Chaos“ etwas aufzuräumen, hat nun das „Car Connectivity Consortium“ den Standard „Digital key release 1.0“ definiert und verabschiedet. Dabei ist festzuhalten, dass zukünftig für bestimmte Remote-Funktionen das Smartphone via NFC und Bluetooth mit dem Auto kommunizieren soll. Die möglichen Funktionen sind:

Fahrzeug ver-und entriegeln. Hierbei wird es einerseits die Möglichkeit geben, dass das Auto nur dann entriegelt werden kann, wenn das Smartphone an den am Auto befestigten NFC-Sensor gehalten wird. Andererseits kann das Fahrzeug den Nutzer samt Handy auch automatisch erkennen, diese Funktion wird auch passives Öffnen genannt. Denn schließlich muss der Fahrer dabei gar nichts mehr auf dem Smartphone eintippen.

Motor starten/stoppen. Diese Funktion kann – logischerweise – erst nachdem Öffnen des PKWs genutzt werden. Dabei muss das Smartphone an einer bestimmten Stelle im Innenraum abgelegt werden. Das kann beispielsweise ein Ablagefach sein, eventuell mit einer integrierten Lademöglichkeit.

Zwei-Wege-Authentifizierung. Hierbei kann festgelegt werden, dass bevor man mit dem Telefon das Auto beispielsweise aufsperrt, eine zusätzliche Authentifizierung des Nutzers verpflichtend erforderlich ist. Das kann ein PIN-Code sein oder aber auch biometrische Verfahren wie beispielsweise ein Fingerabdrucksensor oder Ähnliches. Hierbei könnte Microsoft mit Windows Hello einspringen, aber das ist – erstmal – nur so ein Gedanke…

Provisioning. Auf Wunsch des Nutzers kann auch ein anderes smartes Endgerät als „Ersatzschlüssel“ dienen. Dieses muss aber die technischen Voraussetzungen erfüllen.

Schlüssel-Management. Für Carsharing-Anbieter und ähnliche Lösungen gedacht, ist es mit dem „Digital key“ möglich, den individuellen Schlüssel einfach an den zukünftigen Mieter zu übergeben.

Teilen-Funktion. Nicht nur Carsharing-Unternehmen können den digitalen Autoschlüssel verleihen, auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, ihren Schlüssel an von Ihnen vorab benannte Personen zu übertragen. Dabei hat der Kunde die Wahl, ob es ein temporäres, einmaliges Teilen sein soll oder ob es ein Fahrer ist, der weiter weg ist vom Fahrzeug. Denkbar ist hier, dass man den Schlüssel mit seinem Kind teilt, jedoch als Elternteil weiterhin über die App sehen kann, wo sich der Nachwuchs aufhält mit dem Familienauto.

Verkauf des Autos. In diesem Fall bietet der digitale Schlüssel den Vorteil, dass das Nutzerprofil einfach gelöscht werden kann.

 
 

Im Car Connectivity Consortium sitzen folgende Mitglieder:

  • Audi
  • BMW
  • GM
  • Hyundai-Kia
  • Volkswagen

Weitere Autofirmen sind beteiligt, jedoch aktuell ohne eine tragende Rolle im Gremium. Beispielsweise Mercedes-Benz, der PSA-Konzern und Toyota.

Flankiert werden die Automobilkonzerne von IT-Konzernen wie Apple und Samsung, sowie von Zulieferern wie zum Beispiel Bosch, Continental, Denzo, Panasonic und ein paar mehr.

Wann die ersten Modelle mit dem nun standardisierten „Digital key“ auf den Markt kommen, ist noch offen. Nun ist aber der Grundstein gelegt. Auch sind entsprechende Sicherheitsvorschriften festgelegt worden, die für die Automobilhersteller einzuhalten sind. Denn wie immer bei IoT-Geräten und Services gilt auch hier, das man an die Sicherheit des Nutzers denken muss.

Weiterführende Informationen gibt es hier:

CCC: Dokument zum Digital Key (englisch).

CCC: Car Connectivity Consortium Announces Publication of the Digital Key Release 1.0 Specification, Delivering to the Industry a Standardized Smartphone as a Car Key Solution (englisch).

Ausgeschnitten aus: https://www.drwindows.de/news/standard-smartphone-schluessel

Turo öffnet sich für kommerzielle Autovermietungen, die über die Plattform als „Commercial Hosts“ weltweit Fahrzeuge anbieten können.


Foto: Turo

Das ging schnell! Erst vor wenigen Monaten verkündete der Peer-to-Peer Carsharing-Anbieter „Turo“ seinen Deutschlandstart. Nun gibt es schon wieder Neuigkeiten: Ab sofort dürfen auch kommerzielle Autovermieter die Plattform nutzen. Ist das schlaue Expansion oder ein Verrat am Peer-to-Peer-Gedanken?

Denn einerseits kann Turo nun mit dem neuen erweiterten Angebot für kommerzielle Autovermieter seinen Service nun auf der ganzen Welt anbieten. Andererseits ist die Plattform, die bisher mit dem Label „reines P2P-Carsharing“ warb, … nun ja, kein reines P2P-Angebot mehr.

Was hat sich geändert?

Turos Geschäftsmodell war bisher eine Mischung zwischen Autovermietung und Carsharing. Private Autobesitzer stellen ihre Fahrzeuge kurz- oder langfristig für andere Nutzer zur Verfügung.

Wie beim Carsharing, konnte man so als Autobesitzer so zusätzlich Geld verdienen, während man sein Auto nicht fuhr – weil es zum Beispiel zwei Wochen lang ungenutzt am Flughafen stand. Vermieter wiederum bekamen kostengünstigere Angebote mit mehr Flexibilität. Autos standen nicht unnütz in der Gegend herum.

Zudem besteht Turo darauf, dass Autobesitzer und Autovermieter sich persönlich kennenlernen. Schlüsselboxen oder automatische Autoöffnungssysteme gibt es nicht. So will Turo sich von klassischen Autovermietern unterscheiden und den direkten Austausch seiner Nutzer sowie den Aufbau einer Community fördern.

Das Konzept kam so gut an, dass das Unternehmen seit seiner Gründung 2009 rasch gewachsen ist und seit diesem Jahr auch in Deutschland verfügbar ist.

Nun hat Turo angekündigt, dass ab sofort unter dem „Commercial Host Program“ auch kommerzielle Autovermieter auf der Plattform zugelassen sind – was bisher nicht erlaubt war. Allerdings gibt es Einschränkungen.

Zum einen müssen die kommerziellen Anbieter Vermietern ihr eigenes, komplettes Versicherungspaket anbieten, sagt Deutschland-Chef Marcus Riecke: „Für Turo sind kommerzielle Anbieter die Autovermieter, die ihren Gästen eine eigene Versicherung anbieten, anstatt sich für eine Turo-Versicherung zu entscheiden. Sie müssen wenigstens die für ihr Fahrzeug, ihren Gast und den autorisierten Fahrer geltende Haftpflicht- und/oder Sachschadenversicherung anbieten. Alle kommerziellen Anbieter, die diese Anforderungen erfüllen, können sich bei Turo unter Commercial Host registrieren.“

Neues Angebot soll kleinen Autovermietern helfen

Darüber hinaus will Turo die kommerziellen Anbieter auch auf Kundenfreundlichkeit hin prüfen.

Daher glaubt Riecke auch nicht, dass die Öffnung der Plattform für kommerzielle Anbieter die klassischen großen Autovermieter anzieht: „Für Turo geht es bei den Commercial Hosts aber weniger um die großen Autovermieter wie Sixt, sondern eher um kleinere, lokale Autovermieter, die günstig und kundenfreundlich sind und mitunter auch besondere Autos haben, die man bei Sixt & Co. nicht bekommt.“

Die neue Taktik erinnert an wenig an die Anfänge von Airbnb, als die Plattform für die Vermittlung von rein privaten Unterkünften sich auch kommerziellen Anbietern öffnete, aber stets betonte, dass es dabei um kleine, kundenorientierte Bed & Breakfasts ging und nicht um große Hotelketten.

Das muss nicht unbedingt schlecht sein, wenn das Ergebnis ein größeres Angebot für Kunden ist und den kleinen Autovermietern einen einfacheren Zugang zu Reisenden bietet, die sonst von den großen Firmen abgegriffen werden.

Kurs steht auf Expansion

Vom Verrat am Peer-to-Peer-Modell will Marcus Riecke denn auch nichts wissen: „Die Einführung des Commercial Hosts Programms ist keine Abkehr vom Peer-to-Peer Kerngeschäft. Es ist der logische Weg, um Reisenden das Turo-Angebot schnellmöglichst weltweit verfügbar zu machen.“

Womit wir auch schon bei den Expansionsplänen von Turo wären. Denn das neue Vermietungsmodell erlaubt es dem Unternehmen weltweit zu agieren. Das liegt vor allem daran, dass das P2P-Angebot spezielle Versicherungspakete erfordert, die man von Land zu Land mit verschiedenen Versicherungspartnern mühsam ausarbeiten muss.

Deshalb gibt es das Modell bisher auch nur in den USA, Kanada und Deutschland. Für das kommerzielle Programm haben sich dagegen schon Fahrzeugvermieter in 56 Ländern registriert.

Denn das kommerzielle System deckt alle Beteiligten versicherungstechnisch ab und ermöglicht Turo so recht schnell und ganz risikofrei herauszufinden, wo ihr Peer-to-Peer-Angebot wirklich gefragt ist, sagt Riecke: „Die Erfahrungen werden uns dabei helfen herauszufinden, in welchen Ländern die Nachfrage nach Carsharing am größten ist, damit wir unser P2P-Angebot dort ausweiten können.“

Der Kurs bei Turo steht also klar auf Expansion, auch wenn das reine P2P-Modell dran glauben muss. Die Investoren sind auf jeden Fall begeistert. American Express Ventures und die japanische Sumitomo-Group erhöhten die Serie D Finanzierung von auf 104 Millionen US-Dollar.

Turo verspricht sich durch die Expansion aber nicht nur mehr Investorengelder, sondern auch ein besseres Angebot für seine Kunden.

 

Ausgeschnitten aus: https://mobilitymag.de/turo-kommerzielle-anbieter/

Anleitung: Mercedes Me – So verleiht ihr eure A-Klasse


Die brandneue Mercedes Benz A-Klasse steht in den Startlöchern und sie verfügt über ein praktisches neues Feature namens „Mercedes Me“, mit dessen Hilfe ihr euer Auto ganz einfach an Freunde, eure Familie und andere Leuten verleihen könnt.

Das Ganze funktioniert direkt über die Mercedes Me-App, das Feature soll ab August 2018 verfügbar sein. Mit MBUX präsentierten die Stuttgarter zudem ein neues Design- und Funktionskonzept für die Infotainment-Systeme: Große Touchscreen-Bildschirme, eine Gesten- und Sprachsteuerung und OTA-Updates sollen zuerst in der A-Klasse 2018 und später in allen anderen Modellen eingesetzt werden.

 

Öffnet die Mercedes Me-App.

Bucht ein Auto.

Wartet darauf, dass der Besitzer die Buchung bestätigt und euch das Auto leiht.

Hurra! Zeit, eine brandneue A-Klasse auszuleihen!

Findet das Auto!

Bestätigt die Buchung.

Verwendet die Mercedes Me-App, um das Auto zu entriegeln!

 

Der Schlüssel wird automatisch über die App aktiviert. Platziert ihn in der Ablage.

Startet das Auto.

Genießt die Zeit mit „eurer“ neuen A-Klasse.

Wenn ihr fertig seid, müsst ihr nur noch die Automietung beenden. Daraufhin wird der Schlüssel deaktiviert und der Besitzer erhält eine Benachrichtigung

Car Sharing erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Außerdem ist es keine schlechte Idee, seinen Freunden das eigene Auto zu leihen. Schließlich könnt ihr dafür ein kleines Dankeschön verlangen – zum Beispiel eine Tankfüllung oder einen selbstgebackenen Kuchen. Dem Bundesverband CarSharing zufolge haben sich bereits 1,7 Millionen Deutsche bei Anbietern wie dem Marktführer „car2go“ registriert. Mercedes Me richtet sich jedoch gezielt an Privatpersonen. Mit der App könnt ihr eure A-Klasse mit einer bestimmten Gruppe von Leuten teilen. Nur Personen, die Teil dieser Gruppe sind, können euer Auto mieten. Außerdem entscheidet ihr, ob ihr die Anfragen ablehnen oder annehmen möchtet.

Sobald ihr grünes Licht gebt, kann der autorisierte Fahrer das Auto mithilfe der App entriegeln. Das funktioniert dank des Mercedes Me-Kommunikationsmoduls, das von Mercedes im Fahrzeug integriert wurde. Die A-Klasse lässt sich anschließend mit dem Schlüssel starten, der von euch zuvor im Auto platziert wurde. Der Autoschlüssel wird per Drahtlosverbindung temporär aktiviert. Wenn der Fahrer das Auto wieder zurückbringt, lässt er den Schlüssel einfach im Auto liegen und schließt es mithilfe der App wieder ab. Er wird anschließend wieder deaktiviert, bis ihr eine neue Buchung autorisiert habt.

 

Es gibt jedoch noch eine Reihe von anderen Features, die Teil des Mercedes Me-Angebots sind. Beispielsweise einen Remote-Parkassistenten, mit dem ihr euer Auto auf Knopfdruck parken könnt; einen Concierge-Service, der gleichzeitig der günstigste persönliche Assistent auf dem Markt ist; „Remote Online“, mit dem ihr euer Auto jederzeit und überall überwachen könnt; „In Car Office“, mit dem ihr auf eure Microsoft-Konten zugreifen und unterwegs euren Kalender und eure anderen Planungstools nutzen könnt; B2B-Flottenmanagement-Dienste; und zu guter Letzt auch Verkehrsinformationen in Echtzeit sowie Car-to-X-Kommunikation, mit deren Hilfe ihr Verkehrsstaus vermeiden könnt.

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/artikel/mercedes-me/

  

Smartphone als Autoschlüssel?


Smartphone als Autoschlüssel? – Die Allianz erwartet, dass das in einigen Jahren Standard sein wird. Foto: Franziska Gabbert

Ismaning –

Europas größter Versicherer Allianz fordert einen einheitlichen Sicherheitsstandard für die erwartete Ablösung des Autoschlüssels durch das Handy.

In den nächsten drei bis fünf Jahren werde sich die Verwendung des Handys als „virtueller Autoschlüssel“ durchsetzen, prophezeiten Fachleute des Unternehmens im Münchner Vorort Ismaning. Damit davon nicht Autodiebe profitieren, plädiert der Konzern dafür, die Sicherheitsanforderungen für die Autoindustrie festzuschreiben.

Als erster Hersteller bietet derzeit Mercedes die Verwendung des Smartphones als Autoschlüssel an. „Wir glauben, dass das in drei, vier, fünf Jahren auf breiter Basis angeboten wird“, sagte Christoph Lauterwasser, der Leiter des Allianz-Zentrums für Technik.

Zu den Forderungen der Allianz gehört, dass der virtuelle Fahrzeugschlüssel nicht kopierbar sein soll. Nur der Halter oder eine andere verantwortliche Instanz sollen Fahrberechtigungen für weitere Handys erteilen können – und diese auch wieder einkassieren können. Datenübertragung zwischen Handy und Auto soll durch besonders starke Verschlüsselung geschützt werden. Das System soll nach Allianz-Vorstellungen außerdem eine Protokollfunktion haben, mit der nachgewiesen werden kann, wer das Auto wann fuhr.

Die Allianz hatte bereits Anfang der 1990er Jahre ihr Gewicht in die Waagschale geworden, um wegen der damals rasant gestiegenen Zahl von Autodiebstählen die heute übliche elektronische Wegfahrsperre durchzusetzen. „In einer ganz ähnlichen Dimension schauen wir auf den virtuellen Schlüssel“, sagte Jochen Haug, Vorstandsmitglied bei der Allianz Versicherungs-AG. (dpa)

Ausgeschnitten aus: https://www.berliner-zeitung.de/digital/handy-als-autoschluessel–allianz-fordert-sicherheitsstandard-30025586