Neues Mobilitäts-Ökosystem bringt Carsharing auf Blockchain-Basis | ❤ t3n

(Foto: Tomas Picka / Shutterstock)

Nicht weniger als die Zukunft des Transportwesens revolutionieren soll eine Mobilitätsplattform auf Blockchain-Basis. Hierdurch sollen echte Peer-to-Peer-Interaktionen zwischen Eigentümern möglich werden.

Das in der Autobranche bekannte Sharing-Konzept mit der Blockchain-Technologie verknüpfen möchte das weltweit tätige Beratungsunternehmen EY mit der nun vorgestellten Mobilitätsplattform Tesseract.

Auf dieser sollen schon bald sowohl einzelne Fahrzeuge als auch Flotten und andere Transportdienste verfügbar sein. Fahrten würden digital auf der Blockchain protokolliert, die Transaktionen dann automatisch zwischen den Eigentümern, Betreibern und dritten Serviceanbietern über ein nutzungsbasiertes Single-Source-Zahlungssystem abgewickelt, heißt es.

Grundsätzlich, sagt EY, solle Tesseract auf diese Weise Kernprobleme der Mobilität lösen, indem es etwa Grundlagen für den künftigen Besitz autonomer Fahrzeugflotten schaffe und genannte Mobilitätsoptionen auf Abruf biete. Als Teilnehmer einer solchen Plattform könnten etwa Fahrzeughersteller, Mobilitäts- und Transportunternehmen sowie Städte und Infrastrukturanbieter neue Einnahmequellen schaffen, macht EY sein Produkt schon jetzt schmackhaft.

Und den Verbrauchern würde der Wunsch nach erweiterten Mobilitätsdiensten erfüllt werden, sie bekämen „das richtige Fahrzeug für die ideale Fahrt, und das auf Abruf“.

Transportmittel als Service

„Wir möchten, dass Tesseract die Einstiegsbarrieren für alle Stakeholder beseitigt, Transportmittel als Service anbietet und ein vollständig integriertes Ökosystem schafft, in dem der Verbraucher auf dem künftigen Mobilitätsmarkt Vorrang hat“, sagt dann auch Randy Miller, Chef des Bereichs Global Automotive & Transportation von EY.

Mithilfe von Tesseract könnten Betreiber neue Mobilitätsunternehmen und Gewinnkonzepte vermarkten und größenmäßig anpassen. Die Fahrzeugnutzung werde steigen, prophezeit das Unternehmen, Verschwendung werde reduziert und im Endeffekt schaffe man „ein grüneres, nachhaltigeres Transportwesen“.

Durch die angestrebte Etablierung neuer Geschäftsmodelle und Einnahmequellen werde die Finanzierung von zum Beispiel Batterien und Ladeinfrastruktur wesentlich einfacher. Investoren, Crowdfunder und durchschnittliche Nutzer könnten mithilfe ihrer Investition basierend auf der Fahrzeugnutzung anderer Geld verdienen, und Personen, die sich bisher kein eigenes Auto leisten konnten, könnten jetzt einen Anteil an einem Fahrzeug besitzen.

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Blockchain verändert Autoindustrie

Die Zeit für die Umstrukturierung der Automobilindustrie durch Blockchain sei nun gekommen, heißt es von EY. Die Nutzung der Technologie im Bereich Automobil-Dienstleistungen erlaube „echte Peer-to-Peer-Interaktionen zwischen Eigentümern“, und das mit „minimalen Anforderungen an die Infrastruktur“.

Daten könnten permanent gespeichert und sicher verwaltet werden, und die automatische Verarbeitung von Genehmigungen und Transaktionen werde wesentlich erleichtert.

Tesseract könnte im Lauf der nächsten Monate mit einem bislang unbekannten Partnerunternehmen erstmals genutzt werden, sagte John Simlett, Partner bei EY, vor Kurzem in einem Interview mit Reuters.

Ausgeschnitten aus: http://t3n.de/news/tesseract-mobilitaet-blockchain-853424/

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Zugangssystem zum Fahrzeug: Digitaler Autoschlüssel von Continental | Elektronik automotive


© Continental

Das Smartphone wird zum digitalen Autoschlüssel.

Continental präsentiert die Weiterentwicklung des digitalen Schlüssels für Kraftfahrzeuge. Der virtuelle, fälschungssichere Schlüssel ermöglicht den berührungslosen, digitalen Fahrzeugzugang mit Entriegelungsfunktion, sogar bei leerer Fahrzeugbatterie.

Konventionelle Autoschlüssel sind für künftige Mobilitätskonzeptewie Car-Sharing Dienste nicht geeignet. Continental erweitert daher den Smart-Access Zugang um zusätzliche Funktionen für das Smartphone.

Smart Access und der virtuelle Schlüssel

Smart Access ermöglicht den komfortablen Zugang per Smartphone. Der virtuelle Schlüssel wird auf einem mobilen Endgerät gespeichert. Nach einer einmaligen erfolgreichen Authentifizierung erhält der Schlüssel, der aus einem fälschungssicheren Datensatz besteht, den gewünschten Zugriff durch das Backend. Die weitere Kommunikation erfolgt ausschließlich zwischen Smartphone und Auto. Das System verwendet multiple Bluetooth-Low-Energy (BLE)- oder NFC-Transceiver-Module, die im Kraftfahrzeug verteilt sind. Wird ein berechtigter virtueller Schlüssel erkannt, erteilt das System die Erlaubnis das Auto zu öffnen und den Motor zu starten. Somit kann auf den mechanischen Schlüssel verzichtet werden.

Zugang zum Fahrzeug – auch bei leerer Autobatterie

Die Notentriegelung ermöglicht auch dann Zutritt zum Kraftfahrzeug, wenn die Autobatterie leer ist – und das digital, ohne auf den mechanischen Notschlüssel zurückzugreifen. Bei leerer Batterie wird auf eine gespeicherte Restenergie im Türsteuergerät zurückgegriffen, die für eine einmalige Türentriegelung ausreicht. Aktiviert wird die Notentriegelung über Near-Field-Communication (NFC), beispielsweise über das Smartphone. Nach erfolgreicher Sicherheitsprüfung wird ein Signal übertragen und die Tür automatisch entriegelt.

In Verbindung mit Smart-Access wird die Tür automatisiert, sodass sie eigenständig öffnet und schließt. Daher kann auf den Türgriff verzichtetwerden, so dass mehr Möglichkeiten für das Design und ein verbesserter Luftwiderstand des Autos die Folge sind. Eine Assistenz-Funktion in der Tür ermöglicht die komfortable, freihändige Bedienung. Sicherungs- und Kontrollalgorithmen gewährleisten ein sicheres und leichtgängiges Öffnen und Schließen der Fahrzeugtür.

Ausgeschnitten aus: http://www.elektroniknet.de/elektronik-automotive/sonstiges/digitaler-autoschluessel-von-continental-145054.html

Über BMW-Cardata lassen sich die Fahrzeugdaten einsehen und verwalten


Über BMW-Cardata lassen sich die Fahrzeugdaten einsehen und verwalten. (Bild: BMW)

Die Autoindustrie will selbst zum Gatekeeper der Fahrzeugdaten werden. Um die Sicherheit der vernetzten Autos zu gewährleisten, stellt BMW nun eine eigene Cloud für externe Dienste bereit.

Der Münchner Autohersteller BMW stellt die Fahrzeugdaten seiner Kunden künftig über seinen eigenen Server für externe Anbieter bereit. „Ein Zugriff auf das Fahrzeug durch Dritte, der die Gefahr von Hacker-Angriffen stark erhöht, wird so verhindert“teilte das Unternehmen mit. Wie es im Angebot heißt, sollen die Kunden mithilfe von Cadata zudem einen transparenten Überblick bekommen, welche Daten übertragen werden und wie sie auf einfache Weise die Datenweiterleitung kontrollieren können.

Der Autokonzern stand in der Vergangenheit wegen des intransparenten Umgangs mit Fahrzeugdaten in der Kritik. Das neue Angebot betrifft nicht nur die BMW-eigene Auswertung von Fahrzeugdaten, sondern deren Ausleitung an andere Anbieter. Diese sind bislang darauf angewiesen, beispielsweise über die OBDII-Schnittstelle selbst die Daten auszulesen und dann mit Hilfe einer eigenen Mobilfunkverbindung abzurufen.

Anfragen von Drittanbietern

Um das neue Cloud-Angebot nutzen zu können, müssen Fahrer den BMW-Dienst Connected-Drive aktivieren. Das soll bereits bei 8,5 Millionen Fahrzeugen möglich sein, die über eine eingebaute SIM-Karte verfügen. Anschließend lässt sich über das Connected-Drive-Portal auf das neue Angebot Cardata zugreifen. Dabei ist es beispielsweise möglich, sich eine Auswertung der vom Fahrzeug an BMW übertragenen Daten erstellen zu lassen.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Datenfreigabe für Drittanbieter zu verwalten. „Um eine Datenfreigabe zu erteilen, abzulehnen oder auch eine bereits erteilte Datenfreigabe zurückzuziehen, genügt ein Mausklick. Damit entscheidet der Kunde allein, welches Unternehmen seine Daten bekommt – oder eben nicht“, heißt es in der Mitteilung. BMW wirbt damit, schon heute im Sinne der EU-Datenschutzverordnung zu handeln, die im Mai 2018 in Kraft treten wird. Bei BMW erhält der Kunde über das Webportal eine Anfrage von einem Drittanbieter, ob er bestimmte Daten bereitstellen möchte. Dies können beispielsweise Werkstätten, Versicherungen oder Flottenmanager sein.

Alles oder nichts

Allerdings hat der Kunde weiterhin keinen Einfluss darauf, welche Daten BMW aus dem Fahrzeug abruft. Hier gilt das Motto: Alles oder nichts. Der Halter kann lediglich die eingebaute SIM-Karte bei einem BMW-Händler komplett deaktivieren lassen. Dann funktionieren weder der Notrufdienst noch die sogenannten Teleservices von BMW.

Das Unternehmen ist damit der erste deutsche Autohersteller, der das vom Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelte Konzept eines neutralen Servers umsetzt. Hierbei sollen die Daten vom Backend der Hersteller über eine ISO-Schnittstelle in einem gemeinsamen Pool bereitgestellt werden, wie der Verband am Donnerstag auf einer Datenschutztagung in Berlin erläuterte. Externe Anbieter wie Versicherungen, Telematik-Dienste oder Zulieferer sollen die Daten dabei direkt von dem neutralen Server abrufen, ohne dass die Nutzung von den Herstellern kontrolliert wird. Dem VDA zufolge wollen auch andere deutsche Hersteller das Konzept umsetzen.

Ausschaltknopf für Datentransfer fehlt immer noch

Verbraucherschützer bemängeln jedoch, dass die Hersteller damit weiterhin die Kontrolle über die Daten behalten. So schlägt der VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) unter anderem vor, die Daten an ein unabhängiges Trustcenter zu übermitteln. Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff forderte in einem am Freitag vorgestellten Papier (PDF) unter anderem, dass Fahrzeugnutzer technische Möglichkeiten benötigen, „um den Zugriff auf einzelne Datenkategorien im Fahrzeug selektiv zu gewähren oder zu entziehen, soweit keine rechtliche Bestimmung entgegensteht“. Zudem sollen sie bereits im Fahrzeug „sämtliche Informationen über die Verarbeitung personenbezogener Daten einsehen können, etwa über das Display des Armaturenbretts“.

Von diesen Empfehlungen ist das Cardata-Angebot noch weit entfernt. Allerdings ermöglicht es zumindest eine größere Transparenz und einen sichereren Zugriff für externe Anbieter. Völlig impraktikabel ist die Notwendigkeit, dass die Datenübertragung beim Händler deaktiviert werden muss. Der Ausschaltknopf für Datentransfers, wie vom ADAC gefordert, lässt weiter auf sich warten.

https://www.golem.de/news/cardata-bmw-ermoeglicht-externen-zugriff-auf-fahrzeugdaten-1706-128188.html

BMW setzt auf das Mietwagen-Startup Skurt


Der BMW-Turm in München. Der bayerische Autobauer engagiert sich mittlerweile auch stark in den USA. (Foto: Sven Hoppe / dpa)

Der deutsche Autobauer BMW beteiligt sich an einem Autolieferdienst namens Skurt. Es ist nicht das erste große Investment des Dax-Konzerns in den USA.

Ob Pizza, das neue Smartphone, den Schrank – fast alles können wir uns heute schon bis an die Haustür liefern lassen. Ein Startup aus den USA will diesen Service nun auch für Autos anbieten. Anders als bei gewöhnlichen Autovermietungen müssen die User nicht zu einem bestimmten Ort kommen, um den Leihwagen abzuholen. Das 2014 in Los Angeles gegründete Unternehmen Skurt bringt sie bis zum Standort des Nutzers.

Bestellen können Interessierte das Auto per Smartphone-App. Binnen 60 Minuten, so verspricht es Skurt, fährt ein Fahrer mit einem Auto vor. Dieser verschwindet, der User kann das Fahrzeug nutzen und wenn er fertig ist, meldet er sich wieder bei dem Unternehmen und das Auto wird von einem Fahrer abgeholt.


Das US-Startup Skurt hat sich den deutschen Autobauer BMW als Unterstützer gesichert. (Screenshot: Skurt)

Der Dienst ist bisher nur in den USA – in Los Angeles, San Diego und Miami – verfügbar. Das Unternehmen will das Angebot aber in den kommenden Monaten in weiteren Märkten ausrollen. Bisher habe das Unternehmen Zehntausende Autos vermietet, heißt es. Je nach Auto zahlen Interessierte 21 bis hin zu 59 US-Dollar am Tag. Die Summe beinhaltet eine freie Anzahl an Kilometern. Vier von fünf Skurt-Usern sind nach Firmenangaben Millennials. Die Autos stammen von Flottenbesitzern – von Herstellern bis hin zu traditionellen Mietwagen-Verleihern.

Mit seiner Idee hat das US-Startup nun auch den deutschen Autobauer BMW überzeugt. In einer Series-A-Runde, die am Dienstag bekannt wurde, sammelte das Jungunternehmen zehn Millionen Dollar ein. Angeführt wurde die Finanzierung vom Investor Upfront Ventures. BMW beteiligte sich im Rahmen eines strategischen Investments an dem Startup.

Skurt konkurriert mit Audi-Startup Silvercar

Für den bayerischen Autokonzern ist es nicht das erste Investment dieser Art. BMW hat sich bereits am Startup Nauto, das auf selbstfahrende Fahrzeuge setzt, am Flottenmanagementunternehmen Ridecell und an der Kollisionserkennungsfirma Zendrive beteiligt. Der Dax-Konzern hat zudem sein Investmentvehikel iVentures 2016 mit 500 Millionen Dollar ausgestattet. Das Geld soll in den kommenden zehn Jahren ebenfalls unter anderem in Beteiligungen fließen.

Mit seinem Investment in Skurt legt sich BMW übrigens indirekt mit dem Konkurrenten Audi an: Der zu Volkswagen gehörende Konzern hat 2016 ein ähnliches Startup finanziert, den On-Demand-Verleiher Silvercar. Bei diesem Unternehmen stammen alle Autos von einem Hersteller – Audi selbst. Ob BMW bei Skurt Ähnliches plant, ist nicht bekannt.

Wenn der Porsche die Tür für den Hacker öffnet – WELT

Ausgeschnitten aus: https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article162215265/Wenn-der-Porsche-die-Tuer-fuer-den-Hacker-oeffnet.html

 

Viele Autos der neuesten Generation, die über Mobilfunk permanent mit dem Internet verbunden sind, erlauben ihren Besitzern den Fahrzeugzugriff per App. Die Besitzer können nachsehen, wo der Wagen steht, können die Tankfüllung prüfen oder die Standheizung starten. Vor allem aber können sie die Autos per Smartphone öffnen.

Oftmals wird der Schlüssel nur noch für den Start des Motors benötigt – die Zentralverriegelung ist über die Online-Anbindung fernbedienbar. Die Hersteller nutzen das für intelligente Projekte wie etwa die Zusammenarbeit mit Paketdiensten – Audi erlaubt Paketzustellern der DHL den Zugriff auf den Kofferraum, um Pakete auszuliefern.

Doch ausgerechnet die Smartphone-Apps, die den Schlüssel der Fahrzeuge diverser Premiumhersteller ersetzen, sind nicht sicher vor Hackern, warnen Forscher des IT-Sicherheitsanbieters Kaspersky. In einer aktuellen Studie untersuchten sie, ob Hacker mit dem Smartphone auch gleich das gekoppelte Auto übernehmen können – und wurden überrascht. Sieben verschiedene Apps von Autoherstellern für das Mobil-Betriebssystem Android erwiesen sich im Test als nicht sicher. Im Extremfall konnten Hacker aus der Ferne die notwendigen Schlüsselcodes zum Öffnen des Fahrzeugs kopieren und auf ein eigenes Android-Gerät übertragen. Kaspersky nennt in seiner Studie keine Namen von Herstellern. Dank unzureichend verschleierter Screenshots wird jedoch sichtbar, dass unter anderen die Apps von Kia, Volvo und Porsche Gegenstand der Analyse waren.

Die Kaspersky-Forscher waren entsetzt, dass die App-Entwickler der Autokonzerne selbst einfache Regeln der Absicherung von Apps auf den Geräten nicht eingehalten hatten. Die Apps waren meist nicht gegen die sogenannte Dekompilierung geschützt. Hacker können den Programmcode also frei einsehen und Schwachstellen suchen. In allen Apps waren – von einer abgesehen – die Login-Daten der Nutzer nicht verschlüsselt abgelegt, so dass Angreifer die Daten einfach kopieren konnten. Fast alle Apps überprüften sich zudem nicht selbst auf Manipulationen. Täter konnten einfach einen eigenen Programmcode einfügen, um mit einer manipulierten Version der Apps auf Fahrzeuge zuzugreifen.

Die Folgen für die Besitzer sind nicht zu unterschätzen. Autoknacker können Fahrzeuge ohne Spuren und ungestört vom Lärm der Alarmanlage öffnen und haben dann Zugriff auf die Fahrzeugelektronik wie etwa Motorsteuergeräte. Versierte Knacker können dann etwa die Wegfahrsperre umgehen oder mit geklauten Diagnosegeräten der Hersteller neue Schlüssel anlernen.

Die Kaspersky-Forscher haben die Autohersteller über ihre Ergebnisse informiert und fordern dazu auf, die Apps besser gegen Manipulationen abzusichern. Insbesondere in der Android-Mobilumgebung sind Angriffe auf Smartphones relativ leicht. Viele Geräte werden nicht regelmäßig mit Updates versorgt, Sicherheitslücken bleiben lange bestehen. Kaspersky verweist die Autohersteller auf die Online-Banking-Apps. Banken und Finanzdienstleister mussten schon vor Jahren lernen, dass Smartphones keine sichere Programmumgebung bieten, und haben ihre Apps mit entsprechenden Programmiertechniken gegen Angreifer auf dem Smartphone gehärtet. „Für Auto-Connect-Apps müssen die selben hohen Sicherheitsstandards gelten“, fordern die Kaspersky-Wissenschaftler.

Mega-Deal: Intel beteiligt sich an HERE

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/news/intel-here-auotonome-autos/


Der US-amerikanische Chip-Hersteller Intel beteiligt sich mit einem Anteil von 15% am Dienst HERE. Damit holt das Unternehmen – eine Kooperation von Audi, BMW und Daimler – innerhalb von nur wenigen Tagen erneut einen wichtigen Kooperationspartner für die weitere Entwicklung an Bord. In der vergangenen Woche hatte man verkündet, dass sich mit NavInfo und Tencent zwei strategisch wichtige Partner für den chinesischen Markt bei HERE engagieren werden.

Intel soll bei HERE nicht nur als Investor einsteigen, sondern die weitere Entwicklung der Software-Architektur maßgeblich beeinflussen. Die Plattform für zukünftige autonome Fahrzeuge wird über Kameras und Sensoren die Umgebung eines Fahrzeugs in Echtzeit erfassen und die relevanten Daten an andere Autos und die Cloud übertragen. Dies erfordert nicht nur Rechenleistung, sondern auch eine reibungslose Kommunikation und Standardisierung der Architektur bei allen beteiligten Herstellern.

Ultimatives Ziel ist es, so früh wie möglich jede erdenkliche Verkehrssituation mit allen Parametern zu erkennen oder ggfls. sogar vorherzusagen. Auch Peugeot und Citroën hatten angekündigt, einen Teil ihrer autonomen Testflotte mit der Technologie von HERE zu bestücken.

Mit Intel gewinnt HERE einen mittlerweile sehr umtriebigen Partner. Im vergangenen Jahr hatten die Kalifornier eine Kooperation mit BMW und dem ehemaligen Tesla-Lieferanten Mobileye bekannt gegeben. Die Israelis hatten sich nach einem öffentlich ausgetragenen Streit und vielen gegenseitigen Schuldzuweisungen von Elon Musks Auto-Investment distanziert und angekündigt, keine neuen Kameras bzw. Sensoren für die kommenden Teslas liefern zu wollen.

Intel und BMW kennen sich zudem über die Zusammenarbeit beim DFKI, dem weltweit größten Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Dem Fachbereich wird bei der Technologie eine tragende Rolle zukommen, immerhin müssen die zugrundeliegenden Systeme „intelligente“ Entscheidungsprozesse absolvieren.

 

HERE Maps – HD Live Map für autonome Fahrzeuge

In puncto Hardware scheint sich Intels Engagement bei HERE noch zu beschränken. Der Chiphersteller investiert aber massiv in den Bereich Internet of Things #IoT, der auch bei vollvernetzten Autos eine tragende Rolle spielen wird. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, zusätzliche Dienste für ein Flottenmanagement oder sogenannte Location Based Services bereitzustellen. Auch hieran dürfte Intel enormes Interesse haben.

Der Abschluss der Transaktion der Eigentumsanteile ist für das erste Quartal 2017 geplant, sofern die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen. Über die Höhe des Kaufpreises ist nichts bekannt, rein rechnerisch müsste es sich um einen mittleren dreistelligen Millionebetrag handeln. Doug Davis, Senior Vice President und Leiter der Automated Driving Group (ADG) soll einen Platz im Aufsichtsrat von Here erhalten und die Maßnahmen leiten, die bei Intel den Bereich Autonome Autos betreffen.

Quelle: here.com

Marktübersicht connected car betriebssysteme aus DrWindows

Ausgeschnitten aus: http://www.drwindows.de/content/11641-unsichtbare-dritte-marktueberblick-ueber-connected-car-betriebssysteme.html

Ein Gastbeitrag von Claus Ludewig.
Bevor der eigentliche Beitrag startet, ein paar Anmerkungen zu meiner Person. Von Kindesbeinen an verfolge ich die Entwicklungen der Automobilindustrie und nutze Microsoft-Produkte. Seit dem Start des Windows Insider Programms teste ich Insider-Previews von Windows 10. Mein täglicher Begleiter ist ein Surface. Und natürlich bin ich auch im Dr. Windows-Forum aktiv. Und nun auf geht’s:

Im Jahr 2001 ging ein Aufschrei durch die automobile Welt. Der 7er BMW polarisierte nicht nur mit seinem eigenwilligem Äußeren, sondern auch mit einer neuartigen Bedienlogik im Innenraum: Dem iDrive-System. Über einen im Mitteltunnel zwischen Fahrer und Beifahrer angebrachten Dreh-Drück-Steller konnte man verschiedene Funktionen auf einem Display steuern. Bislang war es üblich, alles über stationäre Tasten zu bedienen, BMW brach mit dieser Gewohnheit. Egal, ob es um den Radiosender, die Klimaanlage oder das nächste Reiseziel geht, alles soll über ein zentrales Bedienelement erreichbar sein.

Die Etablierten
Aktuell weit verbreitet in Sachen Betriebssystem für Navigationssysteme ist QNX. 1982 erblickte das OS für embedded systems unter dem Namen QUNIX das Licht der Welt. Zwei Jahre später wurde es in QNX umbenannt. Im Jahr 2004 kaufte Harman International Industries die Firma samt Software auf. Am 9. April 2010 wird öffentlich bekannt gegeben, dass das kanadische Unternehmen Research in Motion – heute heißt es schlicht BlackBerry – QNX aufkauft.

Die QNX Car Application Platform lief Mitte 2011 in mehr als 20 Millionen Fahrzeugen weltweit. Daneben bildet QNX die Grundlage für das eigene Betriebssystem des Tablet-PCs BlackBerry PlayBook, welches im September 2010 auf den Markt gekommen war. 

Aktuell läuft die QNX Car Platform in mehr als 60 Millionen PKW. Neben dem VW-Konzern setzt auch BMW – mittlerweile – auf die kanadische Software. Ein Grund für die Beliebtheit ist die Flexibilität. Die Benutzeroberfläche kann von den Automobilherstellern angepasst und mit einer eigenen Bedienlogik versehen werden. Je nach Hersteller gibt es die Möglichkeit, das QNX-basierte System via Over-the-Air-Update auf den neuesten Stand zu bringen. 

Verpasst Microsoft wieder einen wichtigen Markt?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir wieder eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Der Redmonder Softwarekonzern hat sein eigenes Betriebssystem Windows Embedded Automotive am 4. Dezember 1998 auf den Markt gebracht. Technische Basis war Windows CE 2.0. Nicht mal zwei Jahre später kam der Nachfolger, der nun Windows CE for Automotive hieß, in die Autos. 

Neu mit dabei waren Apps, wie ein Datei-Explorer. 2002 dann erneut eine neue Version und wieder ein neuer Name: Windows Automotive. Diesmal gab es erstmals Unterstützung für das .NET-Framework.

Als BMW das iDrive-System veröffentlicht, läuft es mit einer Embedded-Variante von Windows. Das war im Jahr 2001. Die erste Version litt jedoch unter der hohen Komplexität der Benutzeroberfläche, die BMW selbst entwickelte, und unter einer schwachen Performance, die dem technischen Unterbau geschuldet war. Denn Windows CE konnte nur mit gemächlicher Hardware arbeiten. Für die zweite iDrive-Generation, die im Jahr 2008 ihr Debüt feierte, wechselte das Münchner Unternehmen zu BlackBerrys QNX-System. Bis heute ist man dabeigeblieben. Und hat nebenbei auch noch eine intuitive UI integriert.

Fiat greift seit 2006 auf die Hilfe von Microsoft zurück. Das Blue&Me-System wurde in Kooperation von Magneti Marelli (Automobilzulieferer, der zum Fiat-Konzern gehört) und Microsoft entwickelt. Der prinzipielle Gedanke ist, dass der Fahrer in Kombination mit einem Bluetooth-gekoppeltem Telefon, via Sprachsteuerung Befehle geben kann, um z.B. Telefonnummern eingeben zu können. Außerdem ist die Blue&Me-Plattform offen für andere Anwendungen, so dass es beispielsweise um eine Navigationssoftware ergänzt wurde. Der italienische Autokonzern hat 2007 mit dem Navigationsgerät Blue&Me Map sogar eine mobile Lösung entwickelt, die man aus dem Auto ausbauen und bei Bedarf wieder in die Halterung stecken kann. Mit den neuen Navigationssystemen in der in 2016 vorgestellten Limousine Giulia, wechselt auch Alfa Romeo von Microsoft zu BlackBerry.

Im Januar 2007 wurde das Ford SYNC-Navigationssystem auf der NAIAS Automesse in New York vorgestellt. Die Basis lieferte Microsoft mit Windows Automotive beziehungsweise Microsoft Auto, wie man das Embedded-Betriebssystem nun nannte. Ford sicherte sich zudem ein Exklusivrecht, das den anderen Automobilkunden von Microsoft verboten hatte, die Benutzeroberfläche von Ford SYNC oder die Ford-Apps zu nutzen. Die Vereinbarung lief Ende 2008 aus. Das Navigations- und Infotainmentsystem basiert immer noch auf Windows CE. Die veraltete Hardware und Abstürze des Systems führten zu massiven Protesten der Kunden und auch die Entwickler bei der Ford Motor Company waren unzufrieden. Daher kehrte man 2014 Microsoft den Rücken und wechselte zu BlackBerrys QNX. Seit Ford SYNC 3 wird nun die kanadische Software verwendet. Diese bietet auch die Möglichkeit, Android Auto oder Apple Carplay zu nutzen. Das Betriebssystem lässt sich via Over-the-Air-Update aktualisieren. Um die Datenmenge nicht über Mobilfunknetzwerke laufen zulassen, läuft das Ford Service Delivery Network über Microsoft Azure-Server ab, die den Datenstrom via Wi-Fi verteilen.

Der vierte Hersteller, der Windows im Auto genutzt hatte, war Kia. Seit 2011 wurden die UVO-System ausgeliefert – in den USA. Dort bekam man allerdings keine Navigationsfunktion. Und seit einiger Zeit nutzt auch Kia, genauso wie die Konzernschwester Hyundai, QNX-basierte Navigationsgeräte.

Microsoft ist also erstmal raus aus dem Markt für Connected Car-Betriebssysteme.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass QNX eine Marktmacht innehat, was Betriebssysteme in Fahrzeugen angeht. Folgende Konzerne/Marken nutzen das BlackBerry-System:

– BMW-Konzern: BMW, MINI, Rolls-Royce
– FCA (Fiat Chrysler Automobile): Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Ferrari, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, RAM Trucks, SRT
– Ford, Lincoln
– GM: Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Holden, Opel, Vauxhall
– Jaguar-Land-Rover
– Kia-Hyundai -> ein eigenes OS für Connected Cars befindet sich in Entwicklung (genannt ccOS) und soll bis 2020 fertig sein
– Mercedes
– Toyota
– VW-Konzern: Audi, Lamborghini, Seat, Skoda, Porsche, VW
– Und ein paar weitere Hersteller

Insgesamt nutzen mehr als 40 OEM-Partner die QNX-Systeme für Navigationsgeräte bzw. für andere Komponenten. Dazu zählen beispielsweise: Steuerungssoftware für Fahrerassistenzsysteme oder auch Software für die Darstellung von digitalen Instrumenten.

Konkurrenz aus der IT-Branche
BlackBerry ist natürlich nicht alleine auf dem Markt der Automobilindustrie. Das US-amerikanische Unternehmen Inrix hat im März OpenCar Inc. aufgekauft. Diese hat eine Navigationslösung entwickelt, die in Modellen von Mazda zum Einsatz kommt. Das Betriebssystem lässt sich via Over-the-air-Update auf den neuesten Stand bringen und bietet den Automobilherstellern die Möglichkeit, eine eigene Benutzeroberfläche zu schreiben, damit das Look-and-Feel des Infotainmentsystems auch zur Marke passt. Inrix Inc. selbst ist seit einigen Jahren als Zulieferer aktiv, denn sie haben die Technologie und den Service für die Echtzeitverkehrsinfo entwickelt. Mit einem Ampelsystem wird auf der Navigationskarte angezeigt, ob der Verkehr flüssig fließt (grüne Farbe), es etwas zäh ist (gelb) oder ein Stau vorhanden ist (rot). Neben den deutschen Premium-Autobauern nutzt beispielsweise auch Volvo die Infos des Unternehmens aus Seattle. Und auch Microsoft setzt bei der eigenen Karten-App auf die Daten von Inrix. 

Daneben ist Google ein Konkurrent auf dem Automotive-Markt. Hierbei werden zwei verschiedene Lösungen angeboten. Zum einen Android Auto. Damit kann man ausgewählte Apps von einem im Fahrzeug angeschlossenen Android-Smartphone auf das Display im Armaturenbrett spiegeln. Allerdings sind nur speziell zugelassene Applikationen verfügbar, kein Vergleich also zum „normalen“ Betrieb des Smartphones. Android Auto wird ausschließlich in Verbindung mit einem Festeinbau-Navigationsgerät verkauft. Es ist also nur eine Ergänzung der eigentlichen Navigationslösung. Zum anderen vertreibt Google Android auch direkt an Automobilhersteller. Honda nutzt das System aus Mountain View.

Die große Unbekannte ist da noch Apple. Aktuell bietet man mit Carplay ein Äquivalent zu Android Auto für iPhone-Nutzer an. Laut Gerüchten wird bei Apple an einer Softwarelösung für Connected Cars gearbeitet.

Der Elektroauto-Spezialist Tesla setzt beim serienmäßigen Touchscreen auf eine eigens angepasste Linux-Version von Ubuntu. Als Hardware werden Prozessoren von Nvidia verbaut.

Doch auch Microsoft ist nicht untätig. Mit Renault-Nissan ist eine Partnerschaft geschlossen worden, so dass Azure-Dienste für den Aufbau und die Betreuung von Dienstleistungen rund um das eigene Fahrzeug genutzt werden. Beispielsweise für Apps, die Informationen liefern, wo das Auto geparkt wurde. Toyota hat ein Joint-Venture angekündigt, um gemeinsam mit Microsoft an Systemen für autonome Fahrzeuge zu arbeiten. Außerdem setzen die Japaner auf Azure-Cloudtechnologie. Mit BMW kooperiert Microsoft ebenfalls und hat den ConnectedDrive-Dienst auf Microsoft Azure aufgebaut. Zusätzlich bietet man eine Office 365-Integration in den BMW Navigationssystemen an. Und im neuen 5er BMW (intern G30 genannt) gibt es sogar ein Hauptmenü in Kacheloptik mit Live-Status (Video). Mercedes offeriert auch eine Integration von Office 365. Dabei werden E-Mails, der Outlook-Kalender und die Kontakte mit dem Fahrzeug synchronisiert. Volvo hat nun (am 28. Dezember) angekündigt, eine Skype for Business-App in seinem Navigationssystem vorzuinstallieren. Microsoft will mit Services seinen Platz hinter dem Lenkrad finden. Der unsichtbare Dritte?!

Was man in Zukunft in Redmond in Sachen Connected Car anstellen könnte, erfahrt Ihr in Teil 2, der demnächst an dieser Stelle folgt

Quellenverzeichnis und weitere Informationen:

DAVIES, JAMIE: Toyota and Microsoft launch connected car initiative.[05.04.2016].

JELICA, ALBERT: Skype for Business zukünftig auf Volvo XC90, V90 & S90 vorinstalliert. [28.12.2016].

MICROSOFT: Renault-Nissan and Microsoft partner to deliver the future of connected driving. [26.09.2016].

MEARIAN, LUCAS: Why Ford is dumping Microsoft for Blackberry’s QNX OS. [26.02.2014].

QNX

RAVI, SANJAY: BMW partners with Microsoft to build a new kind of car intelligence. [01.04.2016].

SHAPIRO, DANNY: City of Angels – NVIDIA-Powered Cars Unveiled at Los Angeles Auto Show. [19.11.2016].

Neue Volkswagen-Marke VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen

Ausgeschnitten aus: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/neue-volkswagen-marke-vw-will-aus-moia-ein-einhorn-machen/14934318.html

:LondonVolkswagen gehört in der internationalen Auto-Szene nicht gerade zu den Trendsettern. Andere Hersteller hatten längst viele Kunden für Minivans oder Geländewagen begeistert, ohne dass man bei VW ein vergleichbares Angebot fand. Um so spektakulärer fielen dann die Erfolge mit Modellen wie dem VW Touran aus, als Volkswagen Jahre später endlich auf den Trend reagierte. Auch bei modernen Mobilitätsdienstleistungen will Volkswagen nun den Markt von hinten aufrollen.

Auf der Technologiekonferenz „TechCrunch Disrupt“ präsentierte Volkswagen nun die 13. Konzerntochter, die langfristig weltweit zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister gehören soll. „Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten“, erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann.“

Im ersten Jahr geht es zunächst darum, die Firma aufzubauen. Derzeit arbeiten 50 Beschäftigte für Moia, Ende 2017 sollen es rund 200 sein. Bei der Suche nach den Entwicklern, die die Mobilitätslösungen der Zukunft programmieren sollen, setzt Moia-Chef Ole Harms nicht unbedingt auf die Begeisterung für Autos, sondern auf höhere Ziele. „Wir suchen Wege, das Leben insbesondere in den Städten besser zu machen. Unsere Lösungen werden einen positiven Effekt auf die Umwelt haben und Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.“

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia „Pooling“. Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.

Nie mehr durch das überfüllte Kaufhaus?

Wenn es bei der Zustellung schnell und günstig zugehen soll, stehen die Transportunternehmen oft vor logistischen Herausforderungen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, wie die Pakete künftig zum Kunden kommen. 

Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.

Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft

Als eine Art Blaupause für die Kooperation mit den Behörden dient dabei die „strategische Mobilitätspartnerschaft“, die Volkswagen und die Hansestadt Hamburg vereinbart haben. Ziel sei es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Mobilität in der Stadt umweltschonender, sicherer und effizienter zu gestalten, heißt es in der Grundsatzvereinbarung, die im vergangenen Sommer von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und VW-Vorstandschef Müller unterzeichnet wurde.

Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt zeigt aber auch, wie beschwerlich der Weg in die Mobilitätszukunft sein kann. Beim grünen Koalitionspartner von Scholz stieß die Vereinbarung auf wenig Beifall. In dem Memorandum stehe „nichts, was wirklich wirksam in Richtung Lärm- und Luftschadstoff-Reduzierung gehen würde“, hieß es aus der Behörde von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Ob es der Volkswagen-Tochter Moia gelingen wird, solche Vorbehalte von Umweltschützern und Städteplanern auszuräumen, muss sich noch zeigen. Auf der „TechCrunch“-Konferenz in London jedenfalls wurde Moia-Chef Harms ständig nach den Folgen des Diesel-Skandals gefragt und „ob man diesen Typen, die bei den Tests betrogen haben, überhaupt trauen kann“. „Wir werden uns das Vertrauen mit unseren Diensten verdienen müssen“, entgegnet Harms. Dabei spiele auch die Qualität der Dienste und die Sicherheit der Fahrzeuge eine wichtig Rolle.

Mit Argusaugen wird auch das Taxi-Gewerbe die Aktivitäten von Moia betrachten. Doch auch hier setzt Moia eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation. „Die Taxi-Unternehmen haben längst den Veränderungsbedarf selbst erkennt“, sagt Harms. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass menschliche Fahrer noch für eine lange Zeit gebraucht werden und nicht schon in den kommenden Jahren von autonom fahrenden Vehikeln abgelöst werden. „Die Fahrer nehmen eine Schlüsselposition bei der Qualität der Dienste ein.“

Vodafone und Daimler machen das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel

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Der digitale Autoschlüssel ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bei Vodafone bereits Realität. Per Smartphone ein Fahrzeug öffnen oder starten ist auf diese Weise möglich. Leider noch etwas eingeschränkt, Vodafone macht diese Funktion erst einmal für Besitzer einer neuen E-Klasse möglich. Durch eine Zusammenarbeit von Vodafone und der Daimler AG werden die Schlüsseldaten auf eine NFC-SIM von Vodafone übertragen, sodass im Anschluss öffnen, starten und schließen des Fahrzeugs möglich ist. Gespeichert werden die Informationen auf dem Secure Element der NFC-SIM, sie sind so nicht ohne weiteres für andere auslesbar.


Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, muss dafür die Wallet-App von Vodafone installieren. Diese bietet auch gleich noch weitere Vorteile, so kann man beispielsweise an vielen Kassenterminals kontaktlos bezahlen. Voraussetzung ist zudem ein unterstütztes Smartphone und die Aktivierung des Dienstes im „Mercedes me“-Portal. Die Funktion kann auch jederzeit via App oder Portal wieder deaktiviert werden. Einmal eingerichtet, funktioniert die Geschichte auch ohne Internetverbindung.

Sollten wir zufällig E-Klasse fahrende Vodafone-Nutzer unter den Lesern haben, die das auch einmal ausprobieren, gerne in die Kommentare damit. Ich kann den Vorteil aus der theoretischen Beschreibung des Ganzen nicht so ganz herauslesen. Lässt man den Fahrzeugschlüssel dann komplett zu Hause?

Autoflotte online – Kartendienst: Here vernetzt Fahrzeug-Sensoren

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Here vernetzt Fahrzeug-Sensoren


Here will die Fahrzeug-Sensoren deutscher Autobauer vernetzen.

Der Kartendienst Here der Autobauer Audi, BMW und Daimler will vernetzte Fahrzeuge Daten ihrer Sensoren austauschen lassen. Dabei geht es unter anderem um Informationen zu Verkehrsfluss und Staus, Unfallstellen und Glatteis sowie Straßenschildern, wie das Unternehmen am Montag ankündigte. Der Service soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres zunächst mit Daten von Audi, BMW und Mercedes-Benz an den Start gehen. Die Informationen würden anonymisiert ausgewertet, hieß es.

Die Daten aus den Fahrzeugsensoren sollen auch für andere Hersteller und Diensteanbieter zugänglich sein. Zudem könnten auch diese ihre Informationen in die Plattform einbringen. Geplant sei ein Modell mit einer Kompensation für deren Beitrag, sagte Here-Manager Christof Hellmis. Unter anderem Volvo führte bereits einen ähnlichen Cloud-Dienst für Fahrer seiner Autos ein. Die Daten kommen in die Here-Plattform aus Cloud-Services der einzelnen Hersteller. Sie seien recht gut miteinander kompatibel, auch wenn es im Detail Unterschiede gebe.

Die drei deutschen Autokonzerne hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Es ist eine für bisherige Verhältnisse relativ ungewöhnliche Kooperation konkurrierender Hersteller.

Vermehrter Smartphoneeinsatz setzt Autoindustrie unter Druck

Doch das Vordringen der Smartphones ins Auto setzt die Industrie unter Druck. Verbraucher wollen die gewohnten Dienste und Apps auch in den Fahrzeugen nutzen. „Sie kaufen kein Auto mehr, wenn sie ihr Smartphone nicht vernetzen können“, betont Branchenexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Laut einer Studie des Unternehmens sei für zwei Drittel der Verbraucher die Einbindung des Smartphones mittlerweile wichtiger als die Fahrleistung.

Apple bietet Herstellern für die Integration von iPhones im Auto die Plattform Carplay an und Google hat das Pendant Android Auto für Smartphones mit seinem Betriebssystem. Beide Anbieter haben auch eigene Kartendienste, die mit der eingebauten Software der Autos konkurrieren. „Die Frage ist, werden zwei Ökosysteme nebeneinander im Auto überleben? Ich glaube: Nein“, sagte Schmidt. „Dieses Spiel ist aber noch nicht entschieden.“

Here erklärt, die Daten des neuen Angebots könnten auch in verschiedene Smartphone-Apps integriert werden. Diese könnten dann zum Beispiel auch über Android Auto oder CarPlay im Fahrzeug laufen.

Dienst startet zunächst in Europa

Zum Start mit Autos der drei Hersteller würden einige hunderttausend Fahrzeuge an dem Datenaustausch teilnehmen, sagte Hellmis. „Damit wird der Service von Beginn an relevant sein.“ Da immer mehr aktuelle Modelle vernetzt seien, dürfte die Millionen-Marke schnell erreicht werden. Der Dienst solle zunächst in Europa starten und dann relativ schnell auch in Nordamerika eingeführt werden.

Für den Informationsaustausch werden Daten unter anderem von Regen- und Beschleunigungssensoren hinzugezogen, Straßenschilder werden von Kameras erfasst. Neben der Warnung vor Stauenden sollen die Fahrer auch Empfehlungen zu Parkmöglichkeiten erhalten, die zunächst aber eher auf Basis von früheren Daten und Parkhaus-Informationen berechnet werden.

Nach Einschätzung von Experten kann man das Verkehrsgeschehen schon mit Daten von rund zehn Prozent der Fahrzeuge recht gut abbilden. Zugleich könne der Austausch über eine Plattform wie die von Here Herstellern helfen, auch in Regionen, in denen sie schwächer auf der Straße vertreten seien, ortsbezogene Dienste in ihre Autos zu bringen.

Die drei deutschen Autobauer hatten von Beginn an erklärt, dass Here auch für weitere Partner offenstehe. Bisher wurden keine bekannt. Hellmis rechnet damit, dass es weitere Plattformen zum Datenaustausch geben werde. „Wir hoffen, mit unserem Angebot eine führende Position einnehmen zu können.“ (dpa)