Der japanische Autobauer Toyota gründet eine neue Plattform für Mobilitätsdienste, die Flottenmanagement, Autoleasing, Car-Sharing und Versicherungen zusammenbringt.Kommentare

Ausgeschnitten aus: http://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/toyota-vereinfacht-car-sharing-private-autovermietung-leicht-gemacht-ld.132569

von Herbie Schmidt 5.12.2016, 09:32 Uhr

Wäre es nicht so kompliziert, liesse sich das Privatauto doch auch von anderen nützen, anstatt nur herumzustehen. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

Es tönt wie eine gute Idee: Während der Arbeitszeit steht das Auto meist auf dem Parkplatz und könnte von anderen genützt werden. Warum nicht den eigenen Wagen für diese Zeit anderen Autofahrern vermieten? Bisher scheiterte die bessere Nutzung des Fahrzeugs an praktischen Dingen wie Schlüsselübergabe, Versicherung und Papierkrieg. 

Nahfeldkommunikation

Toyota bereitet nun eine mögliche Lösung des Problems vor. Dank einer Smartphone-App und einer sogenannten Smart Key Box soll alles einfacher werden. Die Box wird im Auto placiert und ersetzt den Autoschlüssel. Per App werden die Fahrzeugtüren geöffnet und der Wagen gestartet. An solchen Zugangssystemen arbeiten auch andere Hersteller wie Volvo und Mercedes, nicht zuletzt auch an der diebstahlsicheren Verschlüsselung der Übertragungsdaten.

Die Smart Key Box von Toyota erlaubt den Zutritt und Betrieb des Autos per Smartphone-App und Nahfeldkommunikation. (Bild: PD)

Die Versicherung für die Fahrt wird ebenfalls über die App abgewickelt, der Eigentümer muss sich keine Gedanken zu Selbstbehalten und Verantwortlichkeiten machen. Dies ist ein erster Schritt in Richtung Autoversicherung nach dem «Pay per Drive»-Prinzip, das sich in den kommenden Jahren immer stärker entwickeln dürfte. 

Zudem arbeitet Toyota an einem neuen Finanzierungsmodell, mit dem beispielsweise ein Autobesitzer, der seinen Wagen geleast hat, die per Car-Sharing erzielten Einnahmen an die monatliche Leasingrate anrechnen lassen kann. 

Pilotphase beginnt in Kalifornien

Mit dem neuen System, das Toyota in einem Pilotprojekt mit dem US-Unternehmen Getaround ab Januar 2017 in San Francisco ausprobiert, sollen laut Hersteller die Zahl der «geteilten» Fahrzeuge erhöht und die Bevölkerung auf das Thema Car-Sharing und moderne Mobilitätsdienstleistungen eingestimmt werden.

Die Kehrseite der disruptiven Medaille: Professionelle Anbieter bekommen unliebsame Konkurrenz. Autovermietungsfirmen dürften über das Toyota Car-Sharing ähnlich denken wie Taxiunternehmer über Privatlösungen à la Uber.

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Neue Volkswagen-Marke VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen

Ausgeschnitten aus: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/neue-volkswagen-marke-vw-will-aus-moia-ein-einhorn-machen/14934318.html

:LondonVolkswagen gehört in der internationalen Auto-Szene nicht gerade zu den Trendsettern. Andere Hersteller hatten längst viele Kunden für Minivans oder Geländewagen begeistert, ohne dass man bei VW ein vergleichbares Angebot fand. Um so spektakulärer fielen dann die Erfolge mit Modellen wie dem VW Touran aus, als Volkswagen Jahre später endlich auf den Trend reagierte. Auch bei modernen Mobilitätsdienstleistungen will Volkswagen nun den Markt von hinten aufrollen.

Auf der Technologiekonferenz „TechCrunch Disrupt“ präsentierte Volkswagen nun die 13. Konzerntochter, die langfristig weltweit zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister gehören soll. „Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten“, erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann.“

Im ersten Jahr geht es zunächst darum, die Firma aufzubauen. Derzeit arbeiten 50 Beschäftigte für Moia, Ende 2017 sollen es rund 200 sein. Bei der Suche nach den Entwicklern, die die Mobilitätslösungen der Zukunft programmieren sollen, setzt Moia-Chef Ole Harms nicht unbedingt auf die Begeisterung für Autos, sondern auf höhere Ziele. „Wir suchen Wege, das Leben insbesondere in den Städten besser zu machen. Unsere Lösungen werden einen positiven Effekt auf die Umwelt haben und Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.“

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia „Pooling“. Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.

Nie mehr durch das überfüllte Kaufhaus?

Wenn es bei der Zustellung schnell und günstig zugehen soll, stehen die Transportunternehmen oft vor logistischen Herausforderungen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, wie die Pakete künftig zum Kunden kommen. 

Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.

Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft

Als eine Art Blaupause für die Kooperation mit den Behörden dient dabei die „strategische Mobilitätspartnerschaft“, die Volkswagen und die Hansestadt Hamburg vereinbart haben. Ziel sei es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Mobilität in der Stadt umweltschonender, sicherer und effizienter zu gestalten, heißt es in der Grundsatzvereinbarung, die im vergangenen Sommer von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und VW-Vorstandschef Müller unterzeichnet wurde.

Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt zeigt aber auch, wie beschwerlich der Weg in die Mobilitätszukunft sein kann. Beim grünen Koalitionspartner von Scholz stieß die Vereinbarung auf wenig Beifall. In dem Memorandum stehe „nichts, was wirklich wirksam in Richtung Lärm- und Luftschadstoff-Reduzierung gehen würde“, hieß es aus der Behörde von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Ob es der Volkswagen-Tochter Moia gelingen wird, solche Vorbehalte von Umweltschützern und Städteplanern auszuräumen, muss sich noch zeigen. Auf der „TechCrunch“-Konferenz in London jedenfalls wurde Moia-Chef Harms ständig nach den Folgen des Diesel-Skandals gefragt und „ob man diesen Typen, die bei den Tests betrogen haben, überhaupt trauen kann“. „Wir werden uns das Vertrauen mit unseren Diensten verdienen müssen“, entgegnet Harms. Dabei spiele auch die Qualität der Dienste und die Sicherheit der Fahrzeuge eine wichtig Rolle.

Mit Argusaugen wird auch das Taxi-Gewerbe die Aktivitäten von Moia betrachten. Doch auch hier setzt Moia eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation. „Die Taxi-Unternehmen haben längst den Veränderungsbedarf selbst erkennt“, sagt Harms. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass menschliche Fahrer noch für eine lange Zeit gebraucht werden und nicht schon in den kommenden Jahren von autonom fahrenden Vehikeln abgelöst werden. „Die Fahrer nehmen eine Schlüsselposition bei der Qualität der Dienste ein.“

Vodafone und Daimler machen das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel

Ausgeschnitten aus: http://stadt-bremerhaven.de/vodafone-und-daimler-machen-das-smartphone-zum-fahrzeugschluessel/?

Der digitale Autoschlüssel ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bei Vodafone bereits Realität. Per Smartphone ein Fahrzeug öffnen oder starten ist auf diese Weise möglich. Leider noch etwas eingeschränkt, Vodafone macht diese Funktion erst einmal für Besitzer einer neuen E-Klasse möglich. Durch eine Zusammenarbeit von Vodafone und der Daimler AG werden die Schlüsseldaten auf eine NFC-SIM von Vodafone übertragen, sodass im Anschluss öffnen, starten und schließen des Fahrzeugs möglich ist. Gespeichert werden die Informationen auf dem Secure Element der NFC-SIM, sie sind so nicht ohne weiteres für andere auslesbar.


Wer den Service in Anspruch nehmen möchte, muss dafür die Wallet-App von Vodafone installieren. Diese bietet auch gleich noch weitere Vorteile, so kann man beispielsweise an vielen Kassenterminals kontaktlos bezahlen. Voraussetzung ist zudem ein unterstütztes Smartphone und die Aktivierung des Dienstes im „Mercedes me“-Portal. Die Funktion kann auch jederzeit via App oder Portal wieder deaktiviert werden. Einmal eingerichtet, funktioniert die Geschichte auch ohne Internetverbindung.

Sollten wir zufällig E-Klasse fahrende Vodafone-Nutzer unter den Lesern haben, die das auch einmal ausprobieren, gerne in die Kommentare damit. Ich kann den Vorteil aus der theoretischen Beschreibung des Ganzen nicht so ganz herauslesen. Lässt man den Fahrzeugschlüssel dann komplett zu Hause?

Autoflotte online – Kartendienst: Here vernetzt Fahrzeug-Sensoren

Ausgeschnitten aus: http://www.autoflotte.de/kartendienst-here-vernetzt-fahrzeug-sensoren-1835030.html?utm_source=Newsletter&utm_campaign=Newsletter-Einstieg&utm_medium=Newsletter-Autoflotte

Here vernetzt Fahrzeug-Sensoren


Here will die Fahrzeug-Sensoren deutscher Autobauer vernetzen.

Der Kartendienst Here der Autobauer Audi, BMW und Daimler will vernetzte Fahrzeuge Daten ihrer Sensoren austauschen lassen. Dabei geht es unter anderem um Informationen zu Verkehrsfluss und Staus, Unfallstellen und Glatteis sowie Straßenschildern, wie das Unternehmen am Montag ankündigte. Der Service soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres zunächst mit Daten von Audi, BMW und Mercedes-Benz an den Start gehen. Die Informationen würden anonymisiert ausgewertet, hieß es.

Die Daten aus den Fahrzeugsensoren sollen auch für andere Hersteller und Diensteanbieter zugänglich sein. Zudem könnten auch diese ihre Informationen in die Plattform einbringen. Geplant sei ein Modell mit einer Kompensation für deren Beitrag, sagte Here-Manager Christof Hellmis. Unter anderem Volvo führte bereits einen ähnlichen Cloud-Dienst für Fahrer seiner Autos ein. Die Daten kommen in die Here-Plattform aus Cloud-Services der einzelnen Hersteller. Sie seien recht gut miteinander kompatibel, auch wenn es im Detail Unterschiede gebe.

Die drei deutschen Autokonzerne hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Es ist eine für bisherige Verhältnisse relativ ungewöhnliche Kooperation konkurrierender Hersteller.

Vermehrter Smartphoneeinsatz setzt Autoindustrie unter Druck

Doch das Vordringen der Smartphones ins Auto setzt die Industrie unter Druck. Verbraucher wollen die gewohnten Dienste und Apps auch in den Fahrzeugen nutzen. „Sie kaufen kein Auto mehr, wenn sie ihr Smartphone nicht vernetzen können“, betont Branchenexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Laut einer Studie des Unternehmens sei für zwei Drittel der Verbraucher die Einbindung des Smartphones mittlerweile wichtiger als die Fahrleistung.

Apple bietet Herstellern für die Integration von iPhones im Auto die Plattform Carplay an und Google hat das Pendant Android Auto für Smartphones mit seinem Betriebssystem. Beide Anbieter haben auch eigene Kartendienste, die mit der eingebauten Software der Autos konkurrieren. „Die Frage ist, werden zwei Ökosysteme nebeneinander im Auto überleben? Ich glaube: Nein“, sagte Schmidt. „Dieses Spiel ist aber noch nicht entschieden.“

Here erklärt, die Daten des neuen Angebots könnten auch in verschiedene Smartphone-Apps integriert werden. Diese könnten dann zum Beispiel auch über Android Auto oder CarPlay im Fahrzeug laufen.

Dienst startet zunächst in Europa

Zum Start mit Autos der drei Hersteller würden einige hunderttausend Fahrzeuge an dem Datenaustausch teilnehmen, sagte Hellmis. „Damit wird der Service von Beginn an relevant sein.“ Da immer mehr aktuelle Modelle vernetzt seien, dürfte die Millionen-Marke schnell erreicht werden. Der Dienst solle zunächst in Europa starten und dann relativ schnell auch in Nordamerika eingeführt werden.

Für den Informationsaustausch werden Daten unter anderem von Regen- und Beschleunigungssensoren hinzugezogen, Straßenschilder werden von Kameras erfasst. Neben der Warnung vor Stauenden sollen die Fahrer auch Empfehlungen zu Parkmöglichkeiten erhalten, die zunächst aber eher auf Basis von früheren Daten und Parkhaus-Informationen berechnet werden.

Nach Einschätzung von Experten kann man das Verkehrsgeschehen schon mit Daten von rund zehn Prozent der Fahrzeuge recht gut abbilden. Zugleich könne der Austausch über eine Plattform wie die von Here Herstellern helfen, auch in Regionen, in denen sie schwächer auf der Straße vertreten seien, ortsbezogene Dienste in ihre Autos zu bringen.

Die drei deutschen Autobauer hatten von Beginn an erklärt, dass Here auch für weitere Partner offenstehe. Bisher wurden keine bekannt. Hellmis rechnet damit, dass es weitere Plattformen zum Datenaustausch geben werde. „Wir hoffen, mit unserem Angebot eine führende Position einnehmen zu können.“ (dpa)

Model S: Hacker übernehmen Tesla per Funk | t3n

Ausgeschnitten aus: http://t3n.de/news/model-s-hacker-uebernehmen-tesla-747664/

Model S: Hacker übernehmen Tesla per Funk


(Foto: Tesla Motors)

Chinesische Sicherheitsforscher haben ein Model S von Tesla gehackt. Sie konnten den Wagen per Funk im Park- und sogar im Fahrmodus kontrollieren. UnsereThemenwoche Automotive-IT.

Model S gehackt: Chinesische Sicherheitsexperten steuern Tesla per Funk

Mehr Computer-Technik im Auto bedeutet leider auch, dass es mehr Angriffsfläche für Hacker gibt. Das hat die chinesische Firma Keen Security Lab jetzt am Beispiel des Model S von Tesla bewiesen. Den Sicherheitsexperten gelang es, Funktionen des Wagens per Funk zu übernehmen. Dabei konnten sie sich auch Zugriff auf sicherheitsrelevante Funktionen wie Bremse verschaffen. Außerdem konnten sie den Seitenspiegel während der Fahrt einklappen.


Tesla: Chinesische Sicherheitsexperten haben ein Model S gehackt. (Foto: Tesla Motors)

Auch die Tür eines geparkten Wagens konnten die Hacker öffnen und den eingebauten Touchscreen lahmlegen, wodurch der Fahrer kaum eine Möglichkeit hätte, gegen eine Änderung der Einstellungen vorzugehen. Die Forscher demonstrierten ihren Hack an einem Model S P85 und einem Model S 75D. Beide Modelle wurden nach Angaben der Sicherheitsprofis vorab in keinster Weise manipuliert. Aufgrund der ähnlichen Firmware könnte der Hack auch bei anderen Tesla-Modellen funktionieren, allerdings haben sie das nicht testen können.

Model S: Hacker haben Sicherheitslücken an Tesla gemeldet

Die Experten vom Keen Security Lab haben keine genauen Details zur funktionsweise ihres Hacks veröffentlicht. Allerdings haben sie Tesla nach eigenen Angaben kontaktiert und dem Unternehmen beim Stopfen der Sicherheitslücken geholfen. Sie fordern alle Tesla-Besitzer daher dazu auf, die Firmware des Wagens unbedingt auf dem neusten Stand zu halten.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Auto von Hackern aus der Ferne übernommen wurde. Auf der Hacker-Konferenz Black Hat 2015 zeigten zwei Sicherheitsexperten beispielsweise, wie sie aus der Ferne einen Jeep Cherokee übernehmen konnten. Anderen Hackern gelang es wiederum, die Klimaanlage eines Nissan Leaf von einem anderen Kontinent aus zu steuern. Je mehr unsere Fahrzeuge mit Computern ausgestattet werden, desto häufiger wird es wohl auch zu solchen Attacken auf die Autos kommen. Es bleibt zu hoffen, dass alle Autobauer ihr Möglichstes tun, um Sicherheitslücken aufzudecken und schließen.

Carsharing in Bildern – aus Handelsblatt

Tesla und Mobileye: Streit der Autopilot-Partner eskaliert

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/artikel/tesla-mobileye-trennung/


Update 19. September 2016
Der Co-Founder and CEO von Mobileye hat sich in der Zwischenzeit noch einmal zum Ende der der Kooperation mit Tesla geäussert. Teslas „Autopilot“ sei nicht für den momentanen Einsatzzweck geeignet, egal wie man es drehe, sagte Amnon Shashua und kritisierte Tesla damit scharf. Aus diesem Graund habe sich Mobileye von Tesla getrennt.

Tesla entgegnete in einem umgehend verbreiteten Statement, dass man die beschränkten Fähigkeiten des „Autopiloten“ stets gegenüber den Kunden kommuniziert habe. Man habe das System nie als „autonom“ oder „selbstfahrend“ beschrieben, zitiert arstechnica.com den kalifornischen Fahrzeughersteller. Dies widerspricht allerdings den Darstellungen auf der offiziellen Tesla-Website und dem, was Elon Musk regelmäßig gegenüber Investoren und Journalisten verlautbaren liess.

Der Tesla nahestehende Frederic Lambert von electrek.co zeichnet unterdessen ein anderes Bild. Ein Tesla-Sprecher habe bestätigt, dass Mobileye die kommende Generation des Autopiloten mit seinen Chips und der entsprechenden Software habe ausstatten wollen. Doch Tesla habe in der Zwischenzeit – parallel zur bestehenden Partnerschaft – ein „Tesla Vision“ getauftes System entwickelt.

Mobileye habe versucht, die Preise für seine Chips rückwirkend zu erhöhen. Zudem habe man Tesla auferlegen wollen, die erfassten Kameradaten exklusiv mit Mobileye zu teilen und die Entwicklung eines eigenen Systems einzustellen.

Original-Artikel vom 01. August 2016

Mobileye – Trennt sich der Zulieferer aus Imagegründen von Tesla?


Tesla verliert einen der bisher wichtigsten Technologiepartner im Unternehmensbereich „Autonomes Fahren“. Die israelische Softwareschmiede Mobileye wird die Partnerschaft mit dem Unternehmen von Elon Musk nicht über das bisherige Maß hinaus erweitern. Man werde Tesla zwar auf absehbare Zeit beim „Autopiloten“ und den verwendeten EyeQ3-Chips unterstützen und die Software aktualisieren. Aber die bereits für ~2018 angekündigte Hardware-Generation EyeQ4 wird es somit für Tesla wohl nicht mehr geben.

In einer Erklärung im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse äusserte sich der Chief Technology Officer von Mobileye, Ammon Sashua, recht deutlich. Die Reputation des Unternehmens und der gesamten Industrie stehe bei einer weiteren Zusammenarbeit mit Tesla auf dem Spiel. Die Komplexität der autonomen Systeme erfordere einen Paradigmenwechsel, der Fokus müsse nun auf höchstmöglicher Sicherheit liegen. Zudem erstrebe man sinnvollerweise herstellerübergreifende Partnerschaften, die über die Funktion eines Zubehörlieferanten hinausgehen.

„Nevertheless, in our view, moving toward more advanced autonomy is a paradigm shift both in terms of function complexity and the need to ensure an extremely high level of safety. There is much at stake here, to Mobileye’s reputation and to the industry at large. Mobileye believes that achieving this objective requires partnerships that go beyond the typical OEM / supplier relationship, such as our recently announced collaboration with BMW and Intel. Mobileye will continue to pursue similar such relationships.“ Ammon Sashua, CTO Mobileye

Noch im Dezember hatte Tesla Gerüchte dementiert, dass man zukünftig mit dem iPhone-Hacker George Hotz (geohot) zusammenarbeiten werde. Der hatte sich in DIY-Manier ein eigenes selbstfahrendes Auto gebastelt und in diesem Zusammenhang E-Mails zitiert, in denen Elon Musk ihm angeblich einen Multi-Millionen-Dollar Bonus offerierte, sobald Tesla die Partnerschaft mit Mobileye beendet habe.

Solche Behauptungen und Dementis (und die nachfolgenden Reaktionen an der Börse) stehen exemplarisch für die Missverständnisse, denen viele weniger versierte Beobachter unterliegen. Während Mobileye von den meisten mit Tesla assoziiert wird, liest sich die Liste der Kunden und Partner mittlerweile wie das Who’s Who der Automobilindustrie.


Chip-Konkurrenz: NVIDIA Drive PX 2

Im Februar hatte Nissan bekanntgegeben, dass sie zukünftig auf Mobileye als Technologiepartner setzen, zuvor wurden entsprechende Verträge bereits von General Motors (GM) und Volkswagen (VW) unterzeichnet. Ende Juni – kurz nach dem Bekanntwerden eines tödlichen Unfalls mit dem „Autopiloten“ von Tesla – hatten sich BMW und Intel in die mittlerweile stattliche Liste der Partner eingereiht. BMW wiederum ist gemeinsam mit Audi und Daimler einer der neuen Eigentümer von HERE Maps, deren Technologie eine wesentliche Grundlage für cloud-unterstützte vollautonome Fahrzeuge spielen soll.

Hier wiederum schliesst sich der Kreis: Mobileye setzt bei der weiteren Entwicklung seiner Hard- und Software auf eine REM (Road Experience Management) getaufte Technologie. Diese soll eine detaillierte Interpretation des Sichtfelds eines Fahrzeugs ermöglichen und daraus z.B. mögliche Kollisionsgefahren mit anderen Fahrzeugen, Fahrrädern, Fußgängern oder anderen Hindernissen ableiten. Ganz „nebenbei“ erfasst ein Fahrzeug dabei die Straßendaten und Verkehrsparameter und ergänzt damit in Crowdsource-Manier das bereits vorliegende Kartenmaterial für alle anderen Fahrzeuge im relevanten Radius.


Beta-System: Teslas „Autopilot“ sollte verboten werden

Ein Ende der Partnerschaft mit Tesla bedeutet somit letztendlich auch, dass Tesla in dieser herstellerübergreifenden Kooperation nicht mehr berücksichtigt werden könnte und – entgegen dem Trend – noch mehr auf eigene Entwicklungen angewiesen ist.

Mobileye hatte sich nach tödlichen Unfall mit dem „Autopiloten“ von Tesla zu Wort gemeldet und verlautbaren lassen, dass die aktuelle Generation der AEB Systeme (Autonomous Emergency Braking) nicht auf das zu diesem Zeitpunkt vermutete Unfallszenario vorbereitet seien. Schon damals werteten Branchenexperten die Äußerungen der Israelis als Kritik an Teslas voreiliger Freigabe von unfertigen Assistenzfunktionen, die den Fahrer in einer trügerischen Sicherheit wiegen könnten.

„We have read the account of what happened in this case. Today’s collision avoidance technology, or Automatic Emergency Braking (AEB) is defined as rear-end collision avoidance, and is designed specifically for that. This incident involved a laterally crossing vehicle, which current-generation AEB systems are not designed to actuate upon. Mobileye systems will include Lateral Turn Across Path (LTAP) detection capabilities beginning in 2018, and the Euro NCAP safety ratings will include this beginning in 2020.“ Dan Galves, CCO Mobileye

Zwar ergänzten die Israelis wenig später ihre Aussage um den Hinweis, dass sie keinesfalls die Sicherheit des „Autopiloten“ im allgemeinen in Frage stellen wollten, doch spätestens seit diesem Zeitpunkt war das Verhältnis zwischen Tesla und Mobileye wohl nachhaltig gestört.

Experten gehen davon aus, dass Tesla nun wenig Optionen bleiben: entweder man entwickelt basierend auf den bisher gewonnen Erkenntnissen und mit den entsprechend hohen finanziellen Investitionen ein völlig eigenes vollautonomes System. Oder man sucht sich einen neuen Technologiepartner, der – anders als Mobileye – die Risiken eines Beta-Tests auf öffentlichen Straßen in der bisher gewohnten Weise eingehen möchte.

Zwischenbericht des NTSB


Unterdessen stehen bei Tesla weitere unangenehme Fragen an. Das National Transportation Safety Board (NTSB) hat seinen erstenZwischenbericht zum tödlichen Crash in Florida veröffentlicht. Aus diesem Bericht geht hervor, dass das zum Unfallzeitpunkt autonom fahrende Fahrzeug die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 65 mph (~105 km/h) um 9 mph (~14 km/h) überschritten habe, als es auf der schnurgeraden Strecke völlig ungebremst mit 74 mph (~119 km/h) unter den Sattelauflieger eines Trucks raste. Diese Geschwindigkeit überschreitet das generelle Limit, das auf Floridas Highways gilt, das sollte ein „Autopilot“ eigentlich wissen …

Zudem hätten die Auswertungen der „Blackbox“ ergeben, dass der Fahrer neben den Funktionen „Traffic-Aware Cruise Control“ and „Autosteer“ zum Halten der Fahrspur auch die „Automatic Emergency Braking (AEB)“ Funktion aktiviert habe – also den Notbremsassistenten, der lt. Mobileye zum jetzigen Zeitpunkt lediglich vorausfahrende, aber nicht zwingend die Fahrbahn kreuzende Hindernisse erkenne.

Opel Ampera-e: die Rüsselsheimer präsentieren den wahren Tesla-Killer

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/artikel/opel-ampera-e/


Es gilt unter Branchenkennern als ein offenes Geheimnis, dass die klassen- und modellübergreifenden Planungen für markttaugliche Elektrofahrzeuge bei fast alle größeren Automobilherstellern längst abgeschlossen sind. Details sind hier und da noch zu klären, Zulieferer benötigen noch ein wenig Vorlaufzeit, Produktionsstrassen umrüsten und – Go! Parallel zu einem wachsenden Markt werden die Anbieter für eine Lade-Infrastruktur auf den fahrenden Zug aufspringen, den Rest erledigt das Förderprogramm der Bundesregierung.

Wie schnell alles gehen kann demonstriert nun Opel. Die Rüsselsheimer präsentieren heute, in einer Art Vorpremiere zum Pariser Autosalon (vom 01. bis zum 16. Oktober 2016) den Opel Ampera-e. Die Batterie des Elektrofahrzeugs wird eine Kapazität von 60kWh besitzen und deklassiert damit den nächsten Mitbewerber mal eben locker um die beinahe doppelte Kapazität. Auch nach oben hin muss der Kleinwagen den Vergleich in diesem Bereich nicht scheuen: die rund 77.000 Euro teure Basisversion des Tesla Model S kann ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stellen.

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Bis zu 408 Kilometer weit will der sicherlich etwas schwerere Tesla damit kommen, und auch Opel zeigt sich hier abweichend vom üblichen Marketing-Blabla in der Branche zurückhaltend: der Ampera-e soll es auf „über 400 Kilometer“ Reichweite (NEFZ) bringen. Die Reichweite des Konkurrenten BMW i3 würde man damit um rund 25% übertreffen.

Aufmerksamen Beobachtern wird auffallen, dass der Ampera-e dem Chevrolet Bolt gleicht, den die US-Amerikaner für den boomenden Markt für Elektrofahrzeuge jenseits des Atlantiks reserviert haben. Der Opel bringt es auf eine Länge von 4,17 Metern, bei 1,77 Breite und 1,59 Höhe. Ein Stadtflitzer also, der im innerstädtischen Stop ’n Go wohl nach circa 300 Kilometer wieder die nächste Ladesäule ansteuern muss.


Zumindest bei den Kompaktwagen testen die Hersteller nun langsam aus, wie weit es mit der Akzeptanz der E-Autos beim Kunden her ist. Hyundai versucht es mit dem Ioniq electric, BMW hat erst kürzlich den i3 aktualisiert, Nissan gilt mit dem Leaf ohnehin als Vorreiter, den B 250 ed von Mercedes-Benz gibt es auch schon länger und Kia geht mit dem Soul EV in’s Rennen. Der Ampera-e wird die Konkurrenz in diesem Segment sicherlich noch erhöhen, sofern der Preis stimmt.

Zum Preis liegen aber noch keine Infos vor. Bei electrive.net zieht man den naheliegenden Vergleich zum Chevrolet Bolt und kommt auf eine unverbindliche Preisempfehlung von 39,900 Euro, minus der dann greifenden staatlichen Förderprämie. Damit wäre der Ampera-e nur halb so teuer wie die oben bereits erwähnte Einstiegsvariante des Model S und würde – nicht zuletzt wegen einem früheren Erscheinungsdatum – auch dem avisierten Model 3 der Kalifornier ernste Probleme bereiten.


Beschleunigung ist bei Elektroautos seltsamerweise nicht erst seit den Rekordmeldungen von Tesla ein Thema, so dass Opel auch in diesem Punkt Angaben macht: von 0 auf Tempo 50 soll es der Ampera-e in 3,2 Sekunden schaffen – für die nächste Ampel reicht das sicherlich aus. Von 80 auf 120 bringt es der Wagen mit seinem 150kw/204PS starken Elektromotor in 4,5 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, danach wird elektronisch abgeriegelt.

Auch in der Kompaktklasse gehören verschiedene Komfort-Modi für den Fahrer mittlerweile zum Standard. Opel will beim Ampera-e auf per Gaspedal, Bremse oder Lenkradschaltung wechselbare Fahr-Modi setzen, die mit einer sich ändernden Energierückgewinnung gekoppelt sind.


adVANce: Mercedes-Benz Vans werden intelligent, vernetzt und elektrisch

Ausgeschnitten aus: https://www.mobilegeeks.de/artikel/advance-mercedes-benz-vans-vollelektrisch/


Mercedes-Benz stellt die Transporter-Sparte neu auf. Die heute vorgestellte, adVANce getaufte Zukunftsinitiative konkretisiert die Pläne der Stuttgarter für das Transport-Business der Zukunft. Man werde, so Daimler, den sich verändernden Anforderungen der Kunden gerecht werden und insbesondere für die verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen passende Lösungen anbieten.

Die Logistikbranche steht nicht nur im Fernverkehr und bei derinnerstädtischen Warenlieferung mit LKW vor neuen Herausforderungen. Auch auf der sprichwörtlich „letzten Meile“ zum Kunden und bei der Auslieferung kleinerer Warensendungen gab und gibt es Entwicklungen, in denen neue Konzepte zur Problemlösung erforderlich sind. Hierzu zählen die Urbanisierung, das Wachstum im E-Commerce, die intelligente Vernetzung unterschiedlicher Technologien im Internet der Dinge (IoT) und die Verbreitung plattformbasierter Geschäftsmodelle.

Mercedes-Benz will mit den zur Verfügung stehenden Vans die technologischen Möglichkeiten und zukünftige Entwicklungen ausreizen. Sprich: statt einem Van erhält der Kunde neben den Basisfahrzeugen zukünftig Gesamtsysteme, die in puncto Digitalisierung, Automatisierung und Robotik auf die individuellen Anforderungen zugeschnitten sind.

„In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben wir die bislang besten Ergebnisse für Mercedes-Benz Vans eingefahren. Das ist eine hervorragende Basis, um unsere Transportersparte gerade jetzt konsequent auf die Zukunft auszurichten.“ Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans

Die Branche brummt, kleine Nutzfahrzeuge und Transporter für Güter und Personen sind bei Daimler gefragt wie nie. Nun will sich Mercedes-Benz innerhalb dieser ohnehin positiven Entwicklung wandeln und weit über das Fahrzeug hinaus zum Systemdienstleister werden. Die Stuttgarter haben die gesamte Wertschöpfungskette bzw. das tatsächliche Geschäftsumfeld der Kunden im Blick und wollen dementsprechend Transportlösungen entwickeln, in denen „Digital“ die zentrale Rolle spielt. Die Investitionen in den kommenden 5 Jahren liegen bei rund 500 Millionen Euro.

Ein Praxisbeispiel ist die rasant wachsende Lieferlogistik im Bereich täglich benötigter Güter und Lebensmittel. Nach einigen Verzögerungen haben sich die ersten Onlineshops und virtuellen Supermärkte in diesem Segment etabliert. Amazon testet die Lieferung von Frischwaren ebenfalls, in internationaler Start dürfte irgendwann anstehen. Im Zuge dieser Entwicklungen wünschen immer mehr Kunden die Warenlieferung am selben Tag, oftmals sogar innerhalb der nächsten Stunde(n). Gleichzeitig schreitet die Urbanisierung immer weiter voran, was wiederum zu neuen Herausforderungen führt.

Vollelektrisch und effizient: Mercedes-Benz Vision Van

Zwei dieser Herausforderungen sind die Umweltfreundlichkeit und die Effizienz. Der heute vorgestellte Vision Van soll als vollelektrischer und individuell konfigurierbarer Transporter beides vereinen und insbesondere im städtischen Raum zum Einsatz kommen.

Als erster Transporter der Welt soll der Vision Van digital alle Beteiligten und Prozesse, vom Warenverteilzentrum bis zum Empfänger, vernetzen. Zudem verfügt der Van über einen vollautomatisierten Laderaum und integrierte Lieferdrohnen. Wird das Fahrzeug beispielsweise vom Paketzusteller in einem Wohngebiet angehalten, können neben der manuellen Zustellung künftig mehrere Pakete gleichzeitig autonom über die Luft bei den Empfängern im Umfeld zugestellt werden – auch wenn diese nicht zu Hause sind.

Das soll nicht nur das Geschäft für den Transporteur vereinfachen, man verringert damit auch die Lieferzeit und bietet völlig neue Möglichkeiten für den Endkunden, beispielsweise für die direkte Zustellung von Waren noch am Tag der Bestellung zur vereinbarten Uhrzeit. Mercedes-Benz beim Einsatz des Fahrzeugs Effizienzsteigerungen von bis zu 50 Prozent auf der letzten Meile. Das Fahrzeug ist mit einem 75 kW starken Elektroantrieb ausgestattet und kommt – je nach Einsatzzweck – auf eine Reichweite von 80 km bis ca. 270 km. Die Zustellung erfolgt mit dem Vision Van lokal völlig emissionsfrei und zudem „lautlos“, was wiederum Spätzustellungen u.ä. Dinge erlauben soll.

Vans für Transporteure und Handwerker

Die zukünftigen Mercedes-Benz Vans sollen als vollvernetzte Fahrzeuge zum Einsatz kommen und somit vollständig in den digitalisierten Transport- und Logistikprozess einbezogen werden. So besitzen die Vans beispielsweise eine integrierte Telematik-Einheit, die Daten rund um den Status der Auslieferungstour, den aktuellen Standort und die Beladung sammelt, verarbeitet und an den Disponenten sendet. Auf diese Weise können kurzfristige Änderungen der Abläufe innerhalb einer Flotte effizient in Echtzeit überwacht und zentral gesteuert werden.

Eine weitere Anwendung ist das effiziente Teile- und Werkzeugmanagement von Servicefahrzeugen wie mobilen Werkstätten von Handwerkern. Die neuen Gesamtsystemlösungen ermöglichen künftig die voll automatisierte Nachbestellung von Teilen durch ein intelligentes Bestandsmanagement innerhalb des Fahrzeugs und die direkte Bestückung mit den fehlenden Teilen über Nacht – direkt in den Transporter. Zwischenschritte wie Bestandsaufnahme oder händische Nachbestellung von Teilen und Bestückung des Fahrzeugs durch den Handwerker entfallen.

Neben diesem digital@vans genannten Bereich will Daimler mit solutions@vans fertige Konzepte für die Transportbranche anbieten. Dazu gehören z.B. automatisierte Laderaumsystemen für Zustellfahrzeuge von Paketdiensten. Bislang muss ein Zusteller während der Auslieferung in einem Wohngebiet die durchschnittlich rund 180 Pakete seiner Ladung zehnmal neu sortieren und rund neun Minuten pro Empfänger einplanen. Die neuen, vernetzten Laderaumsysteme machen die Be- und Entladung deutlich schneller und steigern damit die Effizienz des Prozesses.

Die Beladung des Fahrzeugs mit allen bereits vorkommissionierten Paketen in einem einzigen Vorgang (One Shot Loading) spart deutlich Beladezeit und reduziert damit Standzeiten der Fahrzeuge in den Verteilzentren. Für die Entladung durch den Zusteller informieren die Systeme exakt über die Anordnung der Ladung und stellen ihm, abhängig von seinem Standort, das richtige Paket zur richtigen Zeit für die Auslieferung zur Verfügung. Auch die Integration von autonomen Liefersystemen wie Drohnen oder selbstfahrenden Robotern hat das Team von Mercedes-Benz Vans im Auge.

 

Im dritten Feld beschäftigt sich der Stuttgarter zusammen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern mit neuen Mobilitätskonzepten für den bedarfsgerechten Transport von Gütern und die Beförderung von Personen (mobility@vans). Diese Mobilitätskonzepte können künftig den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, beispielsweise durch eine schnelle, effiziente und individuelle Beförderung von Personen in Stoß- und Randzeiten über Mitfahrmodelle. Durch die Verknüpfung von Technologien könnte auch die Güterbeförderung der Zukunft effizienter und der Transport auf der letzten Meile maßgeblich verbessert werden.

 

Mieten statt Kaufen liegt im Trend.



Autovermieter machen weltweit Milliardenumsätze mit Vermietung, Carsharing und Leasing. Doch im ersten Halbjahr 2016 kämpften viele Branchengrößen mit Problemen. Woran liegt das?

Von Claudia Wiggenbröker, boerse.ARD.de

In der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. Vor allem die US-Autovermieter Hertz und Avis Budget liefern sich
einen intensiven Preiskampf. Der soll ein Grund dafür gewesen sein, dass Avis im ersten Halbjahr 2016 einen Nettoverlust von 15 Millionen Dollar hinnehmen musste, Hertz ein Minus von 93 Millionen Dollar. Dagegen meldete der Sixt-Konzern, Marktführer in Deutschland, am Morgen einen Halbjahresüberschuss von knapp 57 Millionen Euro.

Trotz der Probleme einiger großer Konzerne auf dem umkämpften Markt drängen kleinere Unternehmen in den Markt: Startups wie Tamyca vermitteln Autos zwischen Privatleuten. Ein weiteres Beispiel ist der branchenfremde Gas-Riese Linde, der seit Juni eine wasserstoffbetriebene Carsharing-Flotte unterhält.

Vermietung: Das gewisse Etwas

Mietwagen sind gefragt. Weltweit summieren sich die Umsätze der Branchen laut Schätzungen inzwischen auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Etwa die Hälfte davon entfällt auf den mit Abstand größten Markt, die USA. Aber auch in Deutschland sind Mietwagen längst ein Milliardengeschäft. Die Autovermieter wachsen dabei kräftig – auch durch Zukäufe – und sie setzen auf starke internationale Präsenz in vielen Ländern. Denn die Unternehmen wollen dort vor Ort sein, wo die Kunden auf Geschäftsreise gehen oder Urlaub machen, also für einige Tage oder wenige Wochen einen Wagen brauchen. Doch die Übernahme von kleineren, lokalen Autovermietern und der Ausbau der Flotte gehen ins Geld.

Die Vermietung von Ferien-Karossen läuft dafür gut: Die Anbieter bilden Kooperationen mit Hotels und Ferienparks und bauen die Präsenz an umsatzträchtigen Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen aus. Unterm Strich sind die Anbieter damit aber auch stark abhängig vom Tourismus, der wiederum angesichts des Terrors und globaler Spannungen unter Druck steht.

Die deutsche Vertretung von Hertz erklärt, dass ihre Autos nicht nur in den Ferienzeiten gefragt sind, sondern auch am Wochenende. Allerdings: Hier wollen die  Kunden nicht irgendein Auto – sie wollen Luxus. „Besonders im Trend liegen derzeit SUVs“, erklärt das Unternehmen. Man habe daher reagiert und die Auswahl in der Flotte ausgebaut. Der deutsche Marktfürher Sixt bestätigt: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass hochwertig ausgestattete Fahrzeuge renommierter Marken gezielt nachgefragt werden.“ Premium-Wagen gehören beim US-Anbieter Avis ebenso zur Strategie.

Für eine andere Zielgruppe spielt dagegen die Umwelt eine wichtige Rolle: Für emissionsbewusste Kunden bieten die Anbieter oftmals Elektroautos an. Wer nicht selbst fahren will, wird ebenfalls bedient: Exklusive Fahrten mit Limousinen und Chauffeur werden beliebter.

Carsharing: Jetzt ein Auto

Als Statussymbol hat das Auto ausgedient – besonders junge Leute zeigen sich heute lieber mit dem neuesten Smartphone. „Das Mobilitätsbedürfnis in der Gesellschaft wandelt sich. Und stellt nicht mehr den Besitz eines Fahrzeugs, sondern die tatsächliche bedarfsgerechte Mobilitätsnutzung in den Vordergrund“, so der bayerische Autovermieter Sixt in seinem aktuellen Geschäftsbericht. Die Leute wollen also kein Auto für den Fall besitzen, dass sie eines brauchen, sondern sie wollen ein Auto haben, wenn sie es brauchen. Dank gut ausgebautem öffentlichen Verkehr gilt das vor allem für Einwohner von Großstädten.

Ein Trend, auf den die klassischen Anbieter reagieren mussten. In den Metropolen bieten sie daher Carsharing an.
Im Gegensatz zur klassischen Vermietung werden Autos den Kunden hier kurzzeitig überlassen – sogar minutenweise. Statt den Wagen zu einer festen Mietstation zurückzubringen, parkt man auf ausgewiesenen Parkplätzen oder frei im Stadtgebiet, sofern man einen Parkplatz findet.


 

Carsharing mit Car2go: „Die Leute wollen kein Auto besitzen, falls sie es brauchen – sondern ein Auto haben, wenn sie es brauchen.“

Zu den bekanntesten Carsharing-Anbietern gehört Car2go. Hinter dem Unternehmen stecken der deutsche Autobauer Daimler und der französische Autovermieter Europcar. Auch der deutsche Marktführer Sixt bietet – zusammen mit BMW – Carsharing an: DriveNow heißt das gemeinsame Unternehmen. Das Angebot wird angenommen, die Zahl der registrierten Nutzer stieg 2015 um die Hälfte. Branchenriese Hertz ist mit seinem Anbieter 24/7 dagegen in erster Linie mit Kleintransportern beim Möbelhaus Ikea aktiv. Der Konkurrent Avis Budget betreibt den Dienst Zipcar und sieht deutliches Potenzial für die Marke.

Die Autovermieter kooperieren zudem mit Nahverkehrsbetrieben: So kann man als Kunde der Münchener Verkehrsgesellschaft von Sonderkonditionen bei car2go und DriveNow profitieren. Beide sind auch bei der App switchh des Hamburger Verkehrsunternehmens Hochbahn vertreten. Sie zeigt an, welches Fortbewegungsmittel man am besten wählt, um ans Ziel zu kommen – die entliehenen Autos konkurrieren hier mit Bahn und Fähre.

Leasing: Im Wandel

In ihrem Leasinggeschäft stellen Autovermieter die komplette Fahrzeugflotte für Unternehmen. Sie bieten oftmals auch den Service, den hauseigenen Fuhrpark der Kunden in Schuss zu halten. Der Trend geht allerdings zu maßgeschneiderten und flexiblen Angeboten: „Bei Firmenkunden stehen Angebote zur Langzeitmiete als Alternative zum Fahrzeugleasing hoch im Kurs“, erklärt Hertz Deutschland. Auch gewerbliches Carsharing sei beliebt: Mitarbeiter eines Unternehmens haben keinen eigenen Dienstwagen mehr, sondern nutzen einen Wagen gemeinsam. Das sei mittlerweile eine beliebte Alternative zum eigenen Fuhrpark, so Hertz.

Doch nicht nur diese Trends stellen die Anbieter vor Herausforderungen. Die Vernetzung ihrer einzelnen Dienste wird immer wichtiger: Per Technologie soll für den Kunden die beste Lösung aus Mieten, Carsharing und Leasing gefunden werden.

Die Branche lässt sich also einiges einfallen, um den gesellschaftlichen und digitalen Wandel zu meistern. Das Rennen um die mobile Zukunft hat begonnen.

Ausgeschnitten aus: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/autovermietung-101.html